
Bewertung: 4 / 5
Der Pumuckl ist zurück! Nachdem Pumuckl und das große Missverständnis in den vergangenen Monaten ein schöner Kinoerfolg war, dürfen wir jetzt die zweigeteilte zweite Staffel erleben (Teil 1 ist mit den ersten sieben Folgen im Dezember angelaufen). Können die Neuen Geschichten vom Pumuckl überzeugen?
Review
Natürlich passiert wieder allerhand. Jede Folge greift ein eigenes Thema auf: Gleich zum Auftakt („Der Geisterjäger“) geht es um die Frage, ob man den Pumuckl fotografieren kann, es gibt prominente Gastauftritte (Checker Tobi!), eine Weihnachtsfolge, und die Serie spielt gekonnt mit ihrer eigenen Geschichte. So sehen wir etwa Rückblicke, in denen Florian („Flori“) als Kind zu sehen ist – damals, als er schon einmal Kontakt zum Pumuckl hatte. Sogar der alte Eder wird in einer Folge noch einmal angedeutet.
Diese Momente schlagen elegant die Brücke zur Originalserie: Erwachsene erkennen vertraute Motive und Stimmungen wieder, während Kinder die Episoden einfach als spannende, in sich geschlossene Abenteuer erleben.
Inhaltlich vertieft die zweite Staffel vor allem die Beziehung zwischen dem jungen Eder und Pumuckl. Besonders schön ist, dass Eder inzwischen deutlich reflektierter und pädagogischer mit dem Schabernack des Kobolds umgeht. Während er Pumuckl in der ersten Staffel noch zur Erziehung in den Kühlschrank gesperrt hat, bleibt er nun gelassener. Er erklärt mehr, begleitet und setzt Grenzen, statt zu bestrafen. Das verleiht der Figur spürbar mehr Reife und macht die Beziehung zwischen Mensch und Kobold wärmer und glaubwürdiger.
Pumuckl selbst bleibt frech, eigensinnig und chaotisch, bekommt aber zusätzliche emotionale Tiefe. Zwischen den beiden wächst das gegenseitige Verständnis, es entstehen leise, beinahe zärtliche Momente, die über reinen Klamauk hinausgehen. Die Episoden sind klar und kindgerecht erzählt, greifen aber immer wieder größere Themen auf: Missverständnisse, Schuld, Angst, Freundschaft oder das Gefühl, nicht dazuzugehören. Typisch Pumuckl – nur mit etwas mehr erzählerischem Feinschliff. Slapstick, Wortwitz und kleine Running Gags sorgen dafür, dass Kinder wie Erwachsene gleichermaßen abgeholt werden.
Gibt es auch Kritikpunkte? Ein wenig schon. Der grundlegende Handlungsrahmen ähnelt sich oft: Es gibt ein Problem, Pumuckl macht nicht, was er soll, und Eder muss hoffen, dass am Ende alles gut ausgeht. Große Innovationen sollte man daher nicht erwarten. Zudem funktioniert die Serie besonders gut für Erwachsene, die mit dem Pumuckl aufgewachsen sind. Ohne diesen nostalgischen Bezug könnte es schwerer fallen, einen Zugang zu finden. Auch humoristisch zünden nicht alle Gags; manches bleibt eher beim Schmunzeln als beim echten Lachen.
Produktionstechnisch bleibt die Qualität hoch. Die Serie ist erneut mit viel Liebe zum Detail umgesetzt: Werkstatt, Ausstattung und die ruhige Bildsprache schaffen eine vertraute, fast zeitlose Atmosphäre. Besonders gelungen ist die rekonstruierte Originalstimme von Hans Clarin, die sich erstaunlich organisch einfügt und maßgeblich zum „echten“ Pumuckl-Gefühl beiträgt. Insgesamt wurde die Serie im Vergleich zum Original kaum modernisiert. Die Resonanz ist entsprechend positiv: Die Kinder im Haushalt genießen die Abenteuer, wir Erwachsenen freuen uns über die vielen feinen Anspielungen und den respektvollen Umgang mit der Vorlage.
Die ersten Folgen liefen Ende 2025, der zweite Teil der Staffel ist für Ostern 2026 angekündigt. Wir freuen uns darauf.
Fazit
Die zweite Staffel von Neue Geschichten vom Pumuckl ist eine rundum gelungene Fortsetzung. Sie vertieft die Beziehung zwischen Eder und Pumuckl, ohne den Kern der Serie zu verlieren, und verbindet Nostalgie mit vorsichtig gesetzten zeitgemäßen Akzenten. Für Kinder ist sie lebendig und lustig, für Erwachsene warmherzig und erinnerungsreich. Oder ganz pumucklig gesagt: ein herrlich heilloses Durcheinander, das erstaunlich gut zusammenpasst.


