
Bewertung: 2 / 5
Erinnert ihr euch noch an den Riesenschlangen-Horrorfilm „Anaconda“ aus dem Jahr 1997 mit Jennifer Lopez, Ice Cube, Jon Voight und … nein, das kann nicht stimmen, Seiten durchblättern … doch: Owen Wilson war tatsächlich auch dabei. In dem Film fährt eine National-Geographic-Crew in den Amazonas und landet dort plötzlich auf dem Speiseplan der größten Schlange der Welt.
Nein? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Genau deshalb musste ich mir diesen Schinken erst einmal wieder ansehen, bevor ich mir das Quasi-Reboot gegeben habe. Denn diesmal geht es nicht um eine Doku-Crew, sondern um den gescheiterten Schauspieler Ronald Griffen Jr. und seinen besten Freund Doug, der mitten in einer handfesten Midlife-Crisis steckt. Als Ronald am Set eines Serienjobs auf ein „Anaconda“-Poster stößt und er den Film gemeinsam mit Doug zu dessen Geburtstag schaut – den sie angeblich als Kinder geliebt haben – kommt ihm eine geniale Idee: Warum nicht selbst ein Remake von „Anaconda“ drehen? Die Rechte hat Ronald angeblich auch, Doug soll Regie führen.
Zum Team stoßen außerdem Claire (gespielt von Thandiwe Newton) und Kenny (Steve Zahn). Was jetzt noch fehlt, sind ein Drehort und natürlich: eine Schlange. Also reist die Truppe in den Amazonas und organisiert sich über den schlangenverliebten Santiago ein passendes Exemplar. Dumm nur, dass diese Schlange beim Dreh von der Schiffsschraube des Bootes zerstückelt wird. Also versucht man irgendwie weiterzumachen – und gerät bei der Suche nach einer neuen Schlange plötzlich ins Visier einer echten, riesigen Anaconda mit ausgeprägtem Hunger auf Menschenfleisch.
„Anaconda“ versteht sich dabei zu keinem Zeitpunkt als echtes Remake des Originals, sondern eher als Meta-Abenteuerfilm, der sich mehr über das Filmemachen selbst lustig macht als über Killer-Schlangen. Und genau das ist auch eines der größten Probleme. Inhaltlich wie inszenatorisch wirkt es, als steckten hier drei verschiedene Filme drin, die zusammen einfach nicht funktionieren wollen.
Da wäre zum einen die Meta-Ebene rund um den Filmdreh selbst. Hier feuert man einen Gag nach dem anderen ab, inklusive Anspielungen auf Ice Cube als Ice Cube. Das soll eine Satire auf den ewigen Hollywood-Kreislauf aus Remakes, Reboots und Sequels sein – tappt dabei aber selbst genau in diese Falle. Das wirkt ideenlos und erstaunlich zahm. Gerade 2025 gab es mit Sachen wie der großartigen Serie „The Studio“ von und mit Seth Rogen deutlich bissigere und klügere Hollywood-Satiren. Dagegen kratzt „Anaconda“ nicht mal an der Oberfläche und wirkt stellenweise eher peinlich.
Dann gibt es noch einen Thriller-Subplot um eine Frau, die das Boot und den Dreh als Fluchtmöglichkeit nutzt, weil sie von der Polizei gesucht wird. Warum genau, bleibt lange unklar – und am Ende scheint es dem Film selbst egal zu sein. Kurz vor dem Finale wird dieser ganze Handlungsstrang hastig abgefrühstückt und einfach entsorgt. Zeit, die man deutlich besser hätte nutzen können.
Denn eigentlich wartet man in einem Film namens „Anaconda“ auf eines: die verdammte Schlange. Doch genau die kommt viel zu selten vor. Zwischendurch schlängelt sie sich durchs Geäst, holt sich hier und da mal jemanden von einer anderen Filmcrew – und das war’s. Meist dient sie nur als Aufhänger für weitere Gags. Erst im Finale gibt es dann endlich echte Schlangen-Action, aber die ist so schnell vorbei, dass man sich ernsthaft fragt, warum man diesen Film überhaupt gemacht hat.
FAZIT
Unterm Strich ist „Anaconda“ leider ziemlicher Murks. Ja, stellenweise macht das Ganze sogar Spaß – aber eher, weil es so dumm und unnötig ist, nicht weil es wirklich gut wäre. Als bewusster Trash funktioniert das teilweise, als Film leider kaum.
Trailer zu Anaconda


