
Bewertung: 2 / 5
Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Jedes Jahr muss mindestens ein Football-Film erscheinen. Dieses Jahr kommt der Vertreter des Genres hierzulande zwar nur auf Blu-ray und DVD raus, aber hey – Pflicht erfüllt. Natürlich basiert das Ganze auch diesmal auf einer angeblich komplett wahren Geschichte.
In The Senior geht es um Mike Flynt, der in seiner College-Zeit ein talentierter Footballspieler war, aber massive Gewaltprobleme hatte. Wegen seines aggressiven Verhaltens und zahlreicher Schlägereien wurde er nicht nur als Team-Captain entlassen, sondern schließlich sogar von der Schule geschmissen. 37 Jahre später ist Mike 59, fühlt sich müde, ausgelaugt und antriebslos. Als er jedoch eine Einladung zu einem Treffen ehemaliger Teammitglieder bekommt und erfährt, dass er das eine fehlende Jahr College theoretisch nachholen könnte, fasst er all seinen Mut zusammen – und tritt tatsächlich erneut einem College-Football-Team bei.
Natürlich ist das in seinem Alter deutlich gefährlicher als für alle anderen, und ebenso natürlich sorgt das für Reibereien innerhalb der Mannschaft. Doch all das kennt man leider schon zur Genüge.
The Senior ist der neue Film von Angel Studios. Falls euch der Name nichts sagt: Das ist genau das Studio, das damals bei Sound of Freedom keinerlei Problem damit hatte, Jim Caviezel offen QAnon-Verschwörungstheorien verbreiten zu lassen. Hier geht es zwar deutlich weniger kontrovers zu, thematisch aber auch deutlich belangloser. Es soll ums Älterwerden gehen, um Träume, zweite Chancen und darum, dass man niemanden unterschätzen sollte – egal wie alt er ist. Ein bisschen Glaube und Zugehörigkeit werden auch noch reingepackt.
Das Problem: Aus keiner dieser Ideen wird wirklich etwas gemacht. Stattdessen rattert der Film routiniert die bekannten Klischees des Football-Genres herunter. Ein Außenseiter, der allen beweist, dass er es noch kann, und am Ende ein großes Comeback feiert. Klar, Hollywood liebt Comeback-Geschichten – aber dann sollten sie wenigstens gut erzählt sein.
Hier fühlt sich alles an wie ein lauwarmer Mix aus Gegen jede Regel, An jedem verdammten Sonntag und dem längst vergessenen Draft Day mit Kevin Costner. Spannung kommt dabei zu keinem Zeitpunkt auf. Zwar versucht der Film, mit gesundheitlichen Problemen des Protagonisten so etwas wie Nervenkitzel zu erzeugen, doch das verpufft sofort, wenn man merkt, dass noch fast eine Stunde Laufzeit übrig ist. Überraschungen? Fehlanzeige.
Filmisch wird ebenfalls nichts riskiert. Selbst die Football-Spielszenen sind uninspiriert, brav heruntergefilmt und komplett ohne Wucht oder Dynamik inszeniert. Michael Chiklis, den man unter anderem aus den alten Fantastic Four-Filmen kennt, spielt die Hauptrolle – wirkt dabei aber eher gelangweilt als wirklich engagiert. Und das ist schade, denn Chiklis ist eigentlich ein guter Schauspieler. Man merkt ihm jedoch deutlich an, dass er mit dem Stoff nicht viel anfangen kann.
FAZIT
The Senior dreht sich permanent im Kreis, fühlt sich an wie jeder andere Football-Film – nur ohne Höhen, ohne Tiefen und ohne emotionale Wirkung. Die 99 Minuten ziehen sich quälend in die Länge, und irgendwann hofft man nur noch, dass das Ganze endlich vorbei ist.


