
Max und Mo scrollen durch die Mediathek.
„Die hier sieht gut aus“, sagt Mo und zeigt auf 1899.
Max verzieht das Gesicht. „Die fang ich nicht an. Eine Staffel, dann war Schluss.“
Für Max ist die Sache klar: Serien sind ein Versprechen auf Entwicklung. Figuren, die wachsen. Rätsel, die sich auflösen. Wenn schon vorher feststeht, dass dieses Versprechen gebrochen wird, fehlt ihm der Anreiz. Gerade bei Mystery- oder Sci-Fi-Stoffen wie Constellation fühlt sich eine einzelne Staffel für ihn eher wie ein abgebrochener Gedanke an.
Mo sieht das entspannter. Eine Staffel bedeute auch: überschaubares Commitment. Kein jahrelanges Dranbleiben, keine verwässerten späteren Staffeln. Serien wie The Bondsman ließen sich fast wie ein langer Film schauen, kompakt, konzentriert, ohne Längen. Auch The Abandons will er trotz Absetzung schauen.
Max hält dagegen: Gerade wenn man merkt, dass mehr geplant war, wird aus Offenheit Frust. Figuren werden eingeführt, Konflikte angedeutet, große Bögen gespannt, und dann nichts. Das fühle sich nicht mutig an, sondern unbefriedigend. Seine Erfahrung mit The Residence sitzt noch tief.
Mo entgegnet, dass genau diese Serien oft die interessantesten Ideen haben. Sie riskieren Ton, Genre oder Erzählform und scheitern nicht selten daran. Wer nur auf „abgeschlossene“ Serien setze, bekomme am Ende vor allem Bewährtes und Berechenbares. Die Absetzung nach einer Staffel kann auch ein Qualitätsmerkmal sein.
Am Ende merken beide: Es ist weniger eine Qualitätsfrage als eine Frage der Haltung.
Frage an euch:
Schaut ihr Serien, von denen ihr wisst, dass sie nach nur einer Staffel abgesetzt wurden?
Oder fangt ihr sie gar nicht erst an, wenn klar ist, dass es nicht weitergeht?
