
Was habt ihr so getan als ihr 13 Jahre alt wart? Als Sophie Turner mit 13 Jahren für Game of Thrones gecastet wurde, war sie in einem Alter, in dem viele gerade anfangen, sich selbst zu sortieren. Turner musste parallel eine anspruchsvolle Rolle tragen, funktionieren, und mit der Meinung eines riesigen Publikums leben. Fehler waren nicht vorgesehen. Unsicherheit schon gar nicht.
Heute sagt sie selbst, dass es ihr unangenehm ist, ihre frühen Szenen zu sehen. In einem Interview mit The Guardian beschreibt sie das offen: Sie hat vor laufender Kamera gelernt, wie Schauspiel überhaupt geht. Normalerweise passiert das geschützt, in der Ausbildung, mit Raum für Scheitern. Bei ihr wurde jeder Lernschritt kommentiert, oft hämisch. Daraus entstand etwas, das blieb: die ständige Frage, ob es reicht. Ob man gut genug ist.
Diese Anfeindungen hörten nicht auf, als sie älter wurde. Auch als Jean Grey in den X-Men-Filmen X-Men - Apocalypse und X-Men - Dark Phoenix traf sie auf ein Publikum mit festen Erwartungen. Turner stand dabei immer zwischen den Fronten: zu jung, zu kühl, zu wenig präsent.
Sie spricht heute von Scham, von Zweifel, von einem Impostor-Gefühl, das geblieben ist – dem inneren Erleben, trotz realer Kompetenz nicht wirklich dazuzugehören und jederzeit als unzulänglich entlarvt werden zu können.
Nun folgt der nächste große Schritt: Tomb Raider Projekt. Als Lara Croft soll Turner stark sein, körperlich, handlungsfähig. Sie sagt selbst, dass es gut tut, endlich nicht nur einzustecken, sondern zurückzuschlagen. Das klingt weniger nach Marketing sondern mehr nach persönlicher Verschiebung.
Get your artifacts out. Lara’s on her way… #TombRaider #WardrobeTest pic.twitter.com/kDcWhtlR4d
— Prime Video (@PrimeVideo) January 15, 2026
Sie ist nicht gefeiert worden, weil sie perfekt war. Sie ist geblieben, obwohl sie früh angegriffen wurde. Das macht ihre Geschichte nicht glamourös, aber menschlich.
Wir trauen ihr Lara Croft zu.
