
Bewertung: 2.5 / 5
Bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf, doch wie verhält es sich bei Cops, die gerade ein schönes Sümmchen Bargeld in einer verlassenen Wohnsiedlung sichergestellt haben? Dieser Frage geht man in der ersten großen Netflix-Eigenproduktion des Jahres im Film-Bereich mit dem Titel The Rip auf den Grund, die einen Matt Damon und einen Ben Affleck im Cast vorzuweisen hat und seit dem 16. Januar gestreamt werden kann. Wir haben das "Beweismaterial" für euch gesichtet und verraten in dieser Kritik, ob der Heist-Thriller sich lohnt oder eher nicht.
Lieutenant Dane Dumars (Matt Damon) und JD Byrne (Ben Affleck) sind in Miami Teil eines Spezialkommandos, das für gewöhnlich Drogenfunde beschlagnahmt. Eines Tages erhält Dumars einen anonymen Hinweis auf ein Gelddepot, woraufhin er seine Truppe zusammentrommelt und sich zur angegebenen Adresse aufmacht. Als sie dort dann aber satte 20 Millionen US-Dollar finden, beginnt das gegenseitige Misstrauen untereinander, bei dem es nur einen Funken braucht, um ein Inferno zu verursachen …
Trailer zu The Rip
Kritik - The Rip
Der Thriller nimmt uns mit auf einen vermeintlich banalen Einsatz, der im Laufe der knapp zwei Stunden langsam zu einem Ritt zwischen Vertrauen und Misstrauen ausartet, sodass die Dramaturgie an sich recht gut konzipiert wurde. Man legt so schon mit der Anfangssequenz einen guten Ausgangspunkt, der einen neugierig macht, auch wenn man jenen in der fortlaufenden Handlung eventuell besser hätte integrieren können. Generell erzählt man in The Rip nichts, was Kenner des Crime-Genres aus den Socken hauen dürfte, obwohl es dann schon seinen Reiz hat, mitzuraten, wer von der Gruppe wohl der Gier nachgibt und seine Kollegen verrät.
Die größte Stärke des Films stellt unserer Ansicht die Gruppierung von Matt Damon und Ben Affleck dar, deren Freundschaft und eventuelle Feindschaft im Zentrum des Einsatzes steht. Zwar gibt man ihren Charakteren keine große charakterliche Tiefe oder den Hollywood-Stars schauspielerische Herausforderungen, unterhaltsam sind gemeinsame Streitgespräche oder gegenseitige Verdächtigungen dennoch. Andere Darsteller, wie Steven Yeun, Kyle Chandler oder Teyana Taylor machen einen soliden Job, stechen aber nicht wirklich heraus.
Filmisch wollen wir Kammerspiel-artige Inszenierung erwähnen, die maßgeblich dazu beiträgt, die Spannung gerade im zweiten Akt aufrechtzuerhalten. Action-Regisseur Joe Carnahan (Das A-Team - Der Film, Smokin Aces) hat, unserer Meinung nach, zwei bis drei schöne Ideen, um den doch eher mauen Plot wirkungsvoll aufzuwerten und uns zu packen. Gerade gegen Ende wird allerdings klar, dass eine größere, überraschendere Wendung oder ein schockierender Twist leider ausbleibt, den man bei dem Szenario vielleicht erwartet hätte. Dabei wäre inhaltlich sicher mehr machbar gewesen.
Fazit
Kurzum lässt sich festhalten, dass ihr mit The Rip eine eher mittelmäßiges Heist-Movie geliefert bekommt, der dank seiner beiden Hauptdarsteller, kreativer Einfälle bei der filmischen Umsetzung und der Neugier nach den Verrätern zu locken weiß. Inhaltlich und in Beziehung auf die von Affleck und Damon verkörperten Figuren hätte man jedoch mehr herausholen müssen, weshalb Crime-Fans womöglich enttäuscht sein könnten.


