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Primeval | 08.01.2012
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7372 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
26.03.2022 11:24 Uhr | Editiert am 26.03.2022 - 11:25 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.228 | Reviews: 164 | Hüte: 540

@MB80

"Nobi" hat mir ein Bekannter vor einigen Tagen auch empfohlen und ebenfalls den Vergleich mit "Komm und Sieh" gezogen. Danke für den Youtube-Link, ich hatte schon vergeblich auf Streaming-Platformen nachgeschaut, auf Youtube aber leider nicht.

Auf den Film sind wir wegen unserer Diskussion über den chinesischen "The Eight Hundred" gekommen, in dem Film geht es um die Endzüge der Schlacht um Shanghai 1937, die chinesische NRA hatte auch schon verloren und befindet sich auf dem Rückzug. Ein Regiment soll den Rückzug durch Verteidung eines Lagerhauses absichern, wobei mehrere chinesische Soldaten versuchen, in die westlichen Konzessionen zu fliehen, aber immer wieder zum Kampf zurückgezwungen werden. Zum Schluss versucht dann schließlich das gesamte Regiment, aus dem Lagerhaus zu entkommen.

In der Diskussion hat mir der Bekannte auch noch den chinesischen "City of Life and Death" empfohlen, der handelt vom Massaker in Nanjing, nachdem die Japaner die damalige chinesische Hauptstadt eingenommen hatten. Auch hier versuchen die Chinesen, in westliche Schutzzonen zu fliehen (John Rabe ist sicherlich ein Begriff), nur sind diese Schutzzonen irgendwann auch überfordert und machtlos. Eine bemerkenswerte Darstellung, denn John Rabe gilt in China eigentlich als Volksheld. Ein äußerst bestialischer und trostloser Film, auch weil sich ein japanischer Soldat immer mehr von seinen Langsmännern entfremdet und sich Grauen und Schuldgefühle immer mehr auf seinem Gesicht und in seinen Taten wiederspiegeln.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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eli4s : : Moviejones-Fan
02.04.2022 11:26 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.615 | Reviews: 31 | Hüte: 107

Fabian oder der Gang vor die Hunde

Ist das nächste "große" deutsche Film? Deckt jedenfalls einiges ab. Nicht nur aufgrund der drei Stunden Laufzeit. Die Inszenierung ist teils abenteuerlich (im guten Sinne, experimentell), teils zurückhaltend. Ein paar verrückte "Set Pieces". Es gibt ein paar Momente hier, die gehen schon fast Richtung Horror. Im Kern eine Liebesgeschichte, die durchgehend verwoben wird mit den politischen Entwicklungen in den 1930er Jahren. Diese brechen immer wieder und immer stärker in Fabians eigenwillige Welt herein, der ein weitgehend lockeres Leben ohne klares Ziel führt. Was da aufzieht ist klar. Ein Krieg steht vor der Tür. Ähnlich wie bei Hanekes "Das weiße Band" entsteht dadurch immer wieder eine unterschwellige Spannung. So wirkt die Romanze bittersüß und gleichsam unwirklich. Die Beiläufigkeit und Banalität von Fabians Schicksal lässt einen ganz schön Schlucken. Ich denke, der Film erinnert mich am ehesten an sowas wie "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins".

Ja, drei Stunden sind lang und das Material auch nicht ganz einfach. Aber ich denke, der Film verdient es gesehen zu werden. Bin gespannt, wie der sich über die Jahre macht.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.04.2022 15:08 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 6.666 | Reviews: 193 | Hüte: 529

Für alle Fans von solchen Werken wie Happiness, Sitcom American Beauty oder Werken von Haneke etc- ihr die ihr gemeint seid, wisst schon was ich meine wink

Auf Netflix gibt es derzeit eine kleine Serie namens Die Uysals, welche vermeintlich um die Midlife-Crisis eines wohlhabenden Architekten geht. Das wird fälschlicherweise wohl als Komödie vermarktet, ist vor allem in den ersten paar Folgen teilweise sehr redundant und etwas langatmig, entwickelt aber in der zweiten Hälfte einen ungemeinen Sog. Vor allem ist die Serie sehr in ihrer Kultur und Region verhaftet, etwas was immer einen Blick wert ist, und lässt auch Rückschlüsse auf die Zustände eines Landes schliessen, außerdem gibt es immer wieder sehr viele subversive Elemente, die durchaus - je nach Lesart - als Sprengstoff angesehen werden könnten. Unabhängig davon zeugt die Machart von ungemeinem Können und auch Wissen darum, worum es eigentlich geht. Dass dabei auch immer wieder Erwartungen unterlaufen und nicht immer dem Zuschauer alles vorgekaut wird, ist auch Klasse! First World Problems mal anders. Und selten ein so befriedigendes offenes und dennoch abgeschlossenes Ende gesehen. Absolute Empfehlung, kann es locker mit der neuen griechischen Nouvelle Vague aufnehmen, für derzeitig türkisches locker 9 Punkte, und auch sonst bockstarke 8 Punkte.

Dünyayi Kurtaran Adam
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eli4s : : Moviejones-Fan
18.04.2022 13:00 Uhr | Editiert am 18.04.2022 - 13:02 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.615 | Reviews: 31 | Hüte: 107

The Innocents

Recht kurzfristig immer wieder gehört und dann spontan mitgenommen. Ganz überzeugt bin ich vom Film jedoch nicht. Sehr stimmungsvoll und die KinderdarstellerInnen sind fantastisch. Bisweilen schien mir der Film aber eine Aneinanderreihung an Grausamkeiten zu sein, die letztlich nirgendwo hinführt. Sporadisch wird auf tiefergehende Motive angespielt, aber eigentlich nie wirklich darauf eingegangen. Der springende Punkt dabei war mir bis zuletzt nicht ganz klar. Haben es Kinder schwerer als die Eltern denken. Wie gehen Kinder mit Konflikten um? Oder sind Kinder gar nicht so unschuldig wie man denkt? Dass Aufwachsen nicht einfach ist, ist klar. Sind Kinder vielleicht einfach grausam? Man weiß es nicht. Werde nicht ganz schlau draus. Vielleicht hat einer von Euch ja noch was dazu zu sagen.

Ein bisschen ein Gegenstück zu dem kürzlichen "Bad Tales". Der war aber deutlich klarer in seiner Botschaft.

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eli4s : : Moviejones-Fan
10.05.2022 22:35 Uhr | Editiert am 10.05.2022 - 22:38 Uhr
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Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 2.615 | Reviews: 31 | Hüte: 107

The Sadness

Dieser taiwanesische Zombiestreifen ließ ja schon ein bisschen von sich hören. Wenn man mich fragt, viel heiße Luft um nicht besonders viel.

Ja, der Film kommt passend zur Pandemie, das ma ht ihn aber jetzt nicht interessanter. Da könnte man sicher genauso gut andere Zombiestreifen vor dem Hintergrund neubetrachten. Der Plot ist weitgehend flach und unnötig brutal (und auch ziemlich vulgär). Wobei die gore Effekte eher überzogenen b movie Charakter haben und mich ziemlich kalt gelassen haben. Fand mich an Planet Terror erinnert. Darüberhinaus zitiert der Film einige "skandalfilme" wie irreversible oder a Serbian film. Auch cronenberg in einer Szene. Die Gewalt wird hier schon ziemlich in den Fokus gerückt.

Für was genau steht das Virus im Film eigentlich? Vielleicht gar nicht für Covid? Das wäre zumindest noch eine etwas wenige plumpe Idee. Ein scheinbarer kurzer Anflug von Empathie für die Zombies kurz vor Schluss lässt dann nochmal kurz aufhorchen. Aber irgendwie ist das alles nicht wirklich durchdacht.

Auch schnitt und Kamera sind bisweilen etwas träge...

Keine Empfehlung... oder was denkt ihr?

MJ-Pat
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CINEAST : : ReReleaser
19.05.2022 00:38 Uhr | Editiert am 19.05.2022 - 00:38 Uhr
0
Dabei seit: 17.11.09 | Posts: 1.903 | Reviews: 7 | Hüte: 76

@Moviejones

Bitte unbedingt nachtragen!! Toplisten und so..

Fabian oder der Gang vor die Hunde

Ein gewaltiger Film, obwohl er so leise und ruhig erzät wird. Deckt viele Themen ab und verwebt sie geschickt miteinander. Tom Schilling spielt wunderbar. Der Film ist lang und theoretisch müsste es Arbeit sein ihn zu schauen, ich bin aber - im Gegenteil - komplett in ihm versunken und habe alles gefühlt was er mir an die Hand gegeben hat. Fand den sehr eindringlich, experimentell, erfrischend, anders...und dich so einnehmend und herzerwarmend.

Großartiger Film, obwohl er so unspektakulär daher kommt wie seine Hauptfigur...

4,5 Hüte

- CINEAST -

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
24.05.2022 22:50 Uhr | Editiert am 25.05.2022 - 19:13 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.228 | Reviews: 164 | Hüte: 540

Verdens undergang (dt: "Das jüngste Gericht", eng: "The End of the World")

Kometen-Katastrophenfilme, gar kombiniert mit Blick auf die Gesellschaft, gibt es nicht nur im Kino der jüngeren Vergangenheit oder Gegenwart (beste Vergleiche: "Melancholia" und "Don´t Look Up"), sondern existierten bereits vor über 100 Jahren. Bezogen auf den dänischen "Verdens undergang" genauer gesagt aus dem Jahr 1916, wobei der Film nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Astronomen entdecken einen Kometen, berechnen die Flugbahn und vermuten eine Kollision mit der Erde. Während sie noch die Richtigkeit der Vermutung überprüfen, hagelt es Schlagzeilen in der Presse, die Aktienkurse an der Börse spielen verrückt. Ein Börsenmakler und Unternehmer tüpftelt einen Plan aus, wie er aus der Katastrophe größtmöglichen Profit herausschlagen und gleichzeitig sich selbst und seine dekadenten Freunde aus der Oberschicht in Sicherheit bringen kann. Die Mittel- und Arbeiterschicht schwankt zwischen Panik, Gutgläubigkeit und Gleichgültigkeit, Spielbälle der Gewalten und des Kapitalismus, diese Rolle sie mit allen Vor- und Nachteilen allerdings auch bereitwillig angenommen haben. Wenn ein fundamentaler Betrug jedoch erst einmal aufgedeckt ist, bleibt ihnen womöglich nur noch die bewaffnete Rebellion.

Das Katastrophenszenario wurde gemessen an Tricktechnik und Spezialeffekten der damaligen Zeit eindrucksvoll in Szene gesetzt, wobei Gesteinsbrockeneinschläge, Feuer und Rauch, verwüstete und verbrannte Erde sowie zerstörte Gebäude gleichwohl an ein anderes, reales und kontemporäres Ereignis erinnern. Durch die Linse des Katastrophenfilms blickt Regisseur August Blom auf die Schrecken des Ersten Weltkrieges und dessen Auswirkungen auf die Menschen.

6,5 - 7 von 10 Punkten


"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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