
Bewertung: 3.5 / 5
"Greenland 2" ist zwar, wie bereits der Vorgänger auch, ein Katastrophenfilm, jedoch weniger einer, der seinen Fokus auf die Katastrophe und das Spektakel darum setzt, sondern mehr ein Survival-Drama, welches den Fokus auf das Überleben der Familie Garrity lenkt. Diese Familie jedoch hat keinen Vater und keine Mutter, welche(r) die Welt vor dem Untergang retten kann, sondern vielmehr handelt es sich um eine völlig normale Familie, die einfach nur überleben möchte und daher alles daran setzt, dass dies auch gelingt.
Wie schon Greenland fühlt sich auch Greenland 2 daher mehr wie ein Überlebenskampf und ein Roadtrip an. Die gesamte Handlung über passieren Dinge, mit denen die Familie konfrontiert wird. Diese einzelnen Handlungsmomente haben alle ihre eigenen jeweiligen Höhepunkte und sorgen permanent für eine gewisse Spannung. Als Zuschauer möchte ich unbedingt, dass die Familie überlebt, daher fällt es mir leicht, mit ihr mitzufühlen und mich mit der Handlung mitreißen zu lassen.
Trailer zu Greenland 2 - Migration
Unterstützt wird das noch durch Gerard Butler und Morena Baccarin, welche ihre Rollen glaubhaft verkörpern und aus den Charakteren herausholen, was möglich ist. Wo Greenland allerdings noch durch viele nervenauftreibende Momente sehr starke Emotionen erzeugen konnte, welche auch die beiden Hauptdarsteller sehr glaubhaft und überzeugend vermittelt haben, zeigt sich Greenland 2 deutlich zurückhaltender und sprunghafter in den einzelnen Handlungssträngen, die wie einzelne Bruchstücke einer langen Reise wirken. Die Handlung wirkt zerfaserter und die Charaktere erzeugen weniger Präsenz und emotionale Tiefe, die Charaktere bleiben blasser als noch im Vorgänger und verlangen den Schauspielern weniger Einsatz ab, wodurch ich als Zuschauer etwas weniger intensiv mitfühlen konnte. Dennoch konnte auch Greenland 2 mich mitreißen und mitfühlen lassen, wenn auch nicht mehr so intensiv wie der Vorgänger es tat.
Problematisch wird es allerdings in vielen Situationen bei der Logik, denn viel zu oft hat die Familie einfach „pures Glück“, immer den passenden Weg zu nehmen, am passenden Ort anzukommen oder genau dort zu sein, wo sie sein sollen. Diese Zufälle gab es auch schon in Greenland, jedoch deutlich subtiler und weniger auffällig. Greenland wirkt auf mich noch sehr glaubhaft und bodenständig in seiner Handlung und seinen Situationen, während in Greenland 2 Dinge passieren, die ich für höchst unglaubwürdig halte.
Wenn man über all das allerdings hinwegsehen kann und sich auf diesen Überlebenstrip einlässt, kann man trotzdem sehr gut unterhalten werden, nicht zuletzt auch dank vieler toller Schauwerte durch schöne Landschaftsaufnahmen und audiovisuell toll inszenierten Katastrophen. Auch musikalisch trumpft der Film auf, zumindest mich konnten einige Musikstücke emotional abholen und die Gefühle der Situationen im Film gut unterstreichen und verstärken.
Fazit
Greenland 2 ist ein spannender und emotionaler Survival-Road-Trip durch eine Welt nach einer globalen Katastrophe, der jedoch unter einigen Logik- und Glaubwürdigkeitsproblemen leidet und bei der Handlung etwas sprunghaft wirkt. Dennoch bietet der Film audiovisuell viel für die Sinne und weiß dadurch gut zu unterhalten. Fans von Gerard Butler kommen natürlich auch auf ihre Kosten, ist er doch nach wie vor das Herzstück des Films. An Greenland jedoch kommt die Fortsetzung in meinen Augen leider nicht heran.
Bewertung: 7/10 Punkte
Wiederschauwert: Mittel
Nachhaltiger Eindruck: Gering
Emotionale Tiefe: Mittel


