Die etwa zehn Jahre vor den Ereignissen der ursprünglichen Star Trek-Fernsehserie spielende Serie Star Trek - Discovery zeigt eine noch nie gesehene Ära, die die Geschichte der Föderation geprägt hat. Der Erste Offizier Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) trifft auf neue Schiffe, Welten und Schurken, während die Gefahr eines Krieges droht...
Nun endlich habe ich die Serie mit allen fünf Staffeln beendet. Selten habe ich mich mal bei einer Serie so sehr nach dem Ende gesehnt. Dabei fing die Serie noch ziemlich gut an. Die Staffeln 1 & 2 mit Captain Lorca und Captain Pike waren noch ziemlich gut, von ein paar Schwächen und Logikfehlern mal abgesehen. Spannende Handlung, einige gute Charaktere, audiovisuell stark und ein gutes Tempo und Pacing.
Dann jedoch folgen mit den Staffeln 3 bis 5 sehr zähe, langatmige und langweilige Staffeln mit der unfassbar unsympathischen und arroganten Burnahm als Captain. Burnham kann alles, weiß alles, hat immer auf alles eine Antwort, und gleichermaßen ist sie anmaßend, arrgoant, egoistisch, engstirnig, besserwisserisch und untergräbt immer wieder gerne Autoritäten. Zudem verspricht sie jedes mal Besserung, nur um dieses Versprechen dann wieder zu brechen. Dass sie mit ihrer Art dann auch immer noch Recht bekommt und immer ihren Willen bekommt, suggeriert so manchem naiven Zuschauer möglicherweise noch, dass ihr Verhalten korrekt und richtig ist und dass Aufmüpfigkeit belohnt wird. Unter Picard hätte Burnahm längst ihren Job verloren, und das zurecht! Und die Schauspielerin Sonequa Martin-Green ist auch völlig talentfrei, denn ich kaufe ihr ihre gespielten Gefühle zu keinem Zeitpunkt ab. Dieser Charakter ist ein Schlag ins Gesicht und in die Magengrube zugleich. Wie man als Produzent auf die Idee kam, ausgerechnet diesen Charakter zum Mittelpunkt der Serie zu machen, ist mir ein absolutes Rätsel.
Dann nervte auf Dauer, dass selbst unter extremem Zeitdruck immer wieder Zeit für gefühlsduselige Gespräche zwischen allen Crewmitgliedern vorhanden zu sein scheint. Überhaupt grenzen die letzten drei Staffeln mehr an eine Soap als an Star Trek. Alle haben sich immer wieder lieb, alle reden immer und immer wieder über ihre Gefühle und alle brauchen ständig seelischen Beistand. Die Serie hätte ab Staffel 3 besser "Star Trek: A Family Drama" heißen sollen.
Staffel 1 & 2 = 8/10 Punkte
Staffel 3 bis 5 = 4/10 Punkte
Meine Bewertung
Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.
Nach meiner Euphorie zum Serienstart damals 2017 erfolgte bereits in der 3. Staffel die Ernüchterung - die Serie kann das Niveau gerade der besten Staffel, nämlich der 2., nicht halten! Staffel 1 mit Captain Lorca und dem neuartigen Sporenantrieb war düster und sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber doch auch solide auf hohen Niveau inszeniert! Das eigentliche Highlight ist sicherlich die 2.Staffel die die Fanlieblinge Captain Pike und Mister Spock auf die Discovery schickt, auch passt da das Storytelling mit dem roten Engel, Sektion 31 und Control über die kompletten 14 Folgen hinweg! Das schafft die Serie bereits in Staffel 3 nicht mehr zu toppen und 4+5 gingen bisher komplett an mir vorbei! Wenn ich den Nerv hab, werd ich die letzten 2 Staffeln demnächst mal nachholen...
“The problem with socialism is that you eventually run out of other people’s money.”
Ich habe mir die Serie am 31. Dezember 2021 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Staffel 4. Muss nach 4 Folgen abbrechen, es wird nicht besser. Diskussionen an unmöglichen Stellen, alles weint, alles umarmt sich. 2 Sterne für die Effekte, keine für Charaktere und Story.
Meine Bewertung
Staffel 4. Muss nach 4 Folgen abbrechen, es wird nicht besser. Diskussionen an unpassenden Stellen, alles weint, alles umarmt sich. 2 Sterne für die Effekte, keine für Charaktere und Story.
Ich habe mir die Serie am 24. Mai 2021 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Ich habe gerade die 3. Staffel gesehen und kann nur sagen: Ach du Schxxxße. Schlechter als die anderen Staffeln wirkt diese Aneinanderreihung von geklauten Ideen und abstrusen, unnötigen Geschichten um Superwoman Michael Burnham wie alles, aber nicht wie Star Trek.
Meine Bewertung
"With great power comes great responsibility!"
"To boldly go, where no one has gone before!"
"Bei der Macht von Grayskull, ich habe die Zauberkraft!"
Ich habe mir die Serie am 08. Januar 2021 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Staffel 3: nach drei missglückten Staffeln kann ich wohl sagen: "das wird nichts mehr"; ich schaue lieber mal in die Zukunft, was andere ST-Ableger so bringen werden.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich habe mir die Serie am 27. Juli 2020 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Staffel 2: 2x1-2x6 oder so. Eine "Hauptstory" mysteriöse Signale und dazu unzählige Schlenker, welche Ereignisse aus der vorherigen Staffel aufgreifen. Eigentlich nicht schlecht, insbes. Pike gibt der Serie defintiv etwas mehr "altes" Star Trek-Feeling. Eine Serie über Pike hat definitiv Potential. Discovery hat aber leider immer noch Burnham im Mittelpunkt und sie ist einfach so unglaublich nervig melodramatisch. Ich brauche keine Alibi philosophischen Lebenslektionen am Anfang und Ende jeder Folge, insbesondere nicht am Ende einer Folge. Dem Seriengenuss ist es eindeutig nicht zuträglich
, wenn ich mit dem Augenrollen nicht mehr aufhören kann. Ich befürchte aber, dass sich das nicht ändern wird, also bleibt es weiterhin bei der ursprünglichen Bewertung.
Que la loi soit avec toi!
@Elwood
"bis zum leider völlig unterschätzten Captain Archer"
Endlich! Captain Archer und seine Crew werden häufig entweder unterschlagen oder sehr schlecht bewertet. Schön, dass ich mit meiner Meinung zur Archer-Serie nicht alleine bin :-)
Que la loi soit avec toi!
1. Staffel
Die einschlägig bekannten Star Trek Serien begleiten mich schon mein ganzes Leben und immer konnten sie mich in ihren Bann ziehen. Von Captain Kirk bis zum leider völlig unterschätzten Captain Archer, immer ging ich gerne mit auf Reisen und erblickte, was nie ein Mensch zuvor gesehen hat.
Wie die Macher von Star Trek Discovery mit diesem Erbe umgehen, ist für mich allerdings überaus enttäuschend. Ich bin kein dogmatischer Fan, aber was Sporenantriebe, Hologramme, Holodecks, völlig neu designte Klingonen und noch viele weitere Dinge, die den Kanon mit Füßen treten, in der Sternenzeit zwischen Archer und Kirk zu suchen haben, erschließt sich mir beim besten Willen nicht. Nahezu keine dieser Entscheidungen ist alternativlos, sprich, sie sind nur des Effektes wegen in die Serie eingebaut worden.
Die Story bewegt sich auf Telenovela-Niveau, die Charaktere, sonst eine Paradedisziplin der Star Trek Serien, sind uninteressant bis austauschbar und vermeintlich clevere Twists erweisen sich leider nur als Augenroller.
Und trotzdem 2 1/2 Hüte, weil ich einfach keine Star Trek Serie total verreißen mag und Discovery es immerhin geschafft hat, hübsche Bilder zu produzieren.
Die 2. Staffel werde ich mir bestimmt nicht anschauen.
Ich hasse dieses Nazi-Gesocks!
Ich habe mir die Serie am 16. Februar 2020 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Erste Staffel beendet - ein paar "coole" Ideen - und da liegt auch das Problem - sehr viel liegen gelassenes Potential. Vieles habe ich bereits wieder vergessen, nur wenig ist erinnerungswürdig. Eine potentiell epische Geschichte, nämlich ein Krieg mit den Klingonen, wurde verhunzt und innerhalb einer Staffel abgehandelt. Warum nicht von Anfang an die Staffel wie das letzte Drittel gestalten? Naja, immerhin ein schöner Star Trek-Moment am Ende der Staffel. Mal schauen, ob die nächste Staffel vernünftig daran anknüpft.
Meine Bewertung
Que la loi soit avec toi!
Ich habe mir die Serie am 05. Februar 2020 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
1x1-1x4: Sehr neutrale 5/10 bisher mit Luft nach oben. Hauptkritikpunkte: ein Kriegstribunal als dramatisches Plotvehikel (in einer einzigen, wenig überzeugenden Szene); und das Aussehen der Klingonen (alter, allgemein bekannter Kritikpunkt, aber mich stört es einfach). Über die Crew kann man noch zu wenig sagen, die Serie wirkt modern (was positiv und negativ ausgelegt werden kann). Mal schauen, wo die Reise hingeht.
Meine Bewertung
Que la loi soit avec toi!
Staffel 1
Where No Ma´am has gone before
Nachdem J.J. Abrams jetzt schon 3 Mal sein geballtes Desinteresse an STAR TREK auf die Kinoleinwand gehackt hat, schien der Drops der Saga gelutscht. Reduziert auf pompöse CGI-Action mit ein paar Buddysprüchen wurde das Andenken an Gene Roddenberry ganz schön in Stücke gerissen. Geklingelt hat es an der Kinokasse aber trotzdem, die Zeit bis zum nächsten STAR WARS für die SciFi-Fans verkürzt.
Was also will nun der x-te Serienableger der Ur-Enterprise uns heute noch neues sagen? Wenige Jahre vor den Reisen von Kirk und Co. möchte die Föderation weiterhin unbekannte Lebensformen und neue Galaxien erkunden. Löst dabei aber (un)freiwillig den Krieg mit den Klingonen aus und stürzt einen jungen Commander in eine tiefe Sinn- und Schaffenskrise. Im Zentrum steht dieses Mal nicht ein Schiff und sein Captain, sondern Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) als Erster Offizier, die scheinbar per Zufall auf der USS Discovery landet. Einem Schiff, das so rein gar nicht in die Reihe passen will.
Die 1. Staffel von Discovery als wilde Achterbahnfahrt zu beschreiben, ist noch untertrieben. Und um den ganzen die Krone aufzusetzen, wurde das letzte Drittel auch noch als Dreifachlooping um die eigene Logikachse geschrieben. Too much is too much.
Aber das visuelle und inhaltliche Upgrade in die heutige Weltsicht hat sich gelohnt. Düster und brutal präsentiert sich das "neue" (bzw. alte) ST-Universum, in diesem Spin-off gibt es keine verlässlichen Konstanten, keine Figuren, die nicht in der nächsten Sekunde das Zeitliche segnen könnten. Die Themen lauten Identität, kulturelle Wurzeln und Sinnsuche. Selten waren bei STAR TREK die Feuer- und sonstigen Gefechte so emotional und sinnbehaftet aufgeladen wie hier. Technisch und optisch auf Höhe der Zeit, dazu ein Dialogtempo und Zusammenspiel, als ob Autoren und Darstellerteam nie etwas anderes gemacht hätten. Die Besetzung der Hauptfigur ohnehin ein Volltreffer. Burnhams innere Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen und den eigenen wie externen Ansprüchen spiegelt sich wunderbar in ihrem Handeln wider, einem ständigen fatalen Pendeln zwischen Übermut und der Suche nach Erlösung.
Produzenten wie Autorenteam sind teilweise alte ST-Veteranen, was sich nicht nur in der immer wieder durchschimmernden Selbstironie und den "klassischen" Zutaten wie Zeitschleifen oder Spiegeluniversen zeigt. Ein ganz zentrales Herzstück von Discovery ist die Zeichnung des klingonischen Imperiums, wobei man sich relativ stringent an die bisherigen Vorgaben hält, aber Tiefenpsychologisierung und religiöse Grundierung dieses kriegerischen Stammesvolkes noch deutlicher und intensiver nach vorne rückt. Interpretationen sind freien Lauf gelassen.
Die Auftaktstaffel wirkt eigentlich wie eine Schlussstaffel einer ST-Serie, wo mit einem Riesenwumms der Hauptdrehbuchfaden aufgelöst wird. Die Zeit für eine langsame Entwicklung der Figuren und Geschichten will man sich dieses Mal anscheinend nicht nehmen. Kann, muss aber kein Nachteil sein.
Wenn man etwas bemängeln will, dann die arg zeitgeistige Gendersensibilisierung und Feminisierung der Föderation. Während durchgängig allen männlichen Figuren negative Eigenschaften wie Verschlagenheit, Bösartigkeit oder sonstige Schwächen zugedichtet werden, kommen die Frauenrollen durch die Bank besser weg, werden als starke Personen charakterisiert, die quasi nichts umwerfen kann. Das sorgt für Vorhersehbarkeit. Auch hier: Too much is too much.
Staffel 2 gefällt mir bisher (Folge 4) schon um Welten besser als die erste Staffel.
Mit Anson Mount als Captain Pike hat man nun einen richtig guten Charakter eingeführt, die Klingonen sehen mit Haaren gleich ein ganzes Stück besser aus (warum nicht gleich so?) und auch der Plot wirkt ohne den ständigen Schatten von Krieg und Vernichtung etwas ausbalanzierter. Jetzt wird auch endlich mal ein bisschen discovert.
In Staffel 1 erkannte ich Star Trek ironischer Weise erst im finsteren Spiegeluniversum wieder.
Discovery scheint nun auf einem besseren Weg zu sein, auch wenn ich anfange zu glauben, dass eine Serie zur Enterprise unter Captain Pike die bessere Wahl gewesen wäre (der kurze Blick auf Number One hat mir auch ganz gut gefallen).
Wollen wir hoffen, dass sie Spock nicht in den Sand setzen und bald auch die schicken, farbigen Uniformen auf der Discovery eingeführt werden.
Meine Meinung steht fest » Hier ist meine "Star Trek - Discovery" Kritik
Meine Bewertung
“Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"