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28 Years Later - The Bone Temple

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Zwischen Glauben und Wissenschaft

28 Years Later - The Bone Temple Kritik

28 Years Later - The Bone Temple Kritik
0 Kommentare - 29.01.2026 von SceneTalkOfficial
In dieser Userkritik verrät euch SceneTalkOfficial, wie gut "28 Years Later - The Bone Temple" ist.
28 Years Later - The Bone Temple

Bewertung: 4 / 5

Vor sieben Monaten erschien der erste Teil der neuen „28 Years Later“-Reihe in den Kinos. Inszeniert wurde dieser noch von Oscar-Preisträger Danny Boyle, der das Zombie-Abenteuer mit Aaron Taylor-Johnson, Jodie Comer, Ralph Fiennes und dem Newcomer Alfie Williams in dessen erster Filmrolle auf die Leinwand brachte. „28 Years Later“ war ein mit viel Herzblut gezeichnetes Horror-Abenteuer voller menschlicher Figuren und stark humanistischer Themen. Adoleszenz spielte eine große Rolle, ebenso das Abschiednehmen und der Tod. Gerade diese Themen standen so sehr im Fokus, dass der erste Teil für mich eher ein Coming-of-Age-Film als ein klassischer Horrorfilm war.
Der zweite Teil, „28 Years Later: The Bone Temple“, schlägt nun thematisch und tonal eine ganz andere Richtung ein. Zwar kehren Ralph Fiennes als Dr. Kelson und Alfie Williams als Spike zurück, doch mit Jimmy Crystal, gespielt von Jack O’Connell, gibt es nun auch einen echten Antagonisten. Jimmy ist Anführer einer Sekte aus jungen Erwachsenen und Teenagern, die in seinem Namen Angst und Schrecken verbreiten. Am Ende des ersten Teils wurde Spike von dieser Gruppe aufgegabelt und ist im zweiten Teil nun Teil dieser brutalen, geisteskranken und perfiden Gemeinschaft, in der ausnahmslos alle „Jimmy“ heißen. Ihr Anführer selbst ist bekennender Satanist und predigt eine verdrehte Form der Nächstenliebe, die nichts anderes bedeutet, als Menschen auf grausame Weise leiden zu lassen und sie am Ende abzuschlachten.
Spike möchte aus dieser Gruppe fliehen, doch das ist leichter gesagt als getan. Während er verzweifelt versucht, der Sekte zu entkommen, forscht Dr. Kelson an einem Infizierten namens Samson und scheint einem echten Heilmittel immer näher zu kommen. Was Kelson allerdings nicht weiß: Die Sekte ist bereits auf dem Weg zu ihm.
Der zweite Teil ist deutlich weniger emotional und melancholisch als der erste. Während „28 Years Later“ stark von dem emotionalen Unterbau rund um die Krebserkrankung von Spikes Mutter und der Gewissheit ihres Todes getragen wurde, setzt Regisseurin Nia DaCosta – unter anderem bekannt für „Candyman“ – hier auf nervenzerfetzende Spannung und deutlich nihilistischere, düsterere Themen. Im Zentrum stehen fanatische Sektenstrukturen und gefährliche Lügen, mit denen Jugendliche gezielt manipuliert und einer Gehirnwäsche unterzogen werden. Jimmy Crystal gibt sich als Sohn Satans aus und behauptet, im Auftrag des Teufels zu töten. Das alles funktioniert jedoch vor allem als Metapher für unsere Gesellschaft: dafür, wie toxische Männlichkeit, kleine Lügen und gezielte Manipulation Menschen hypnotisieren und völlig um den Verstand bringen können.
Gleichzeitig thematisiert der Film psychische Erkrankungen wie Wahnvorstellungen und manische Zustände. Sehr schnell wird klar, dass Jimmy Dinge sieht, die für andere schlicht nicht existieren. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit Religion und Wissenschaft. „The Bone Temple“ macht deutlich, dass Medizin und Wissenschaft Antworten liefern können, während Glaube, Religion und Fanatismus oft nichts weiter sind als über Generationen weitergetragene Geschichten und Lügen. Am Ende bleibt die klare Aussage: Die Wissenschaft ist die einzige Hoffnung, die der Menschheit noch bleibt.
Dabei ist der Film extrem spannend, ultrabrutal, hervorragend gespielt und legt ein derart hohes Tempo vor, dass man sich kaum traut, kurz aufzustehen. Ralph Fiennes liefert eine überwältigende Performance ab, vor allem im letzten Akt, in dem er Szenen bekommt, mit denen man absolut nicht rechnet. Das Finale muss man gesehen haben, um es zu glauben – niemand kann einen wirklich darauf vorbereiten. Jack O’Connell spielt erneut einen großartigen Bösewicht, hier sogar noch sadistischer und gestörter als sein Vampir in „Sinners“. Alfie Williams rückt etwas in den Hintergrund, bleibt aber weiterhin sehr stark. Das heimliche Highlight des Films ist jedoch Chi Lewis-Parry als Alpha-Zombie, der eine völlig unerwartete Wandlung durchmacht und letztlich das emotionale Herz des Films bildet.
Am Ende ist „28 Years Later: The Bone Temple“ weit mehr als nur ein weiterer Zombiefilm. Es ist ein tiefgründiger Horror-Thriller über Fanatismus, Glauben und Wissenschaft, getragen von starken Darstellern, einer kaum auszuhaltenden Spannung und Bildern, die sich regelg derart einbrennen, dass man sie so schnell nicht vergisst.

Trailer zu 28 Years Later - The Bone Temple

28 Years Later - The Bone Temple Bewertung
Bewertung des Films
810

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