
Bewertung: 3.5 / 5
Der Astronaut ist ein Science-Fiction-Film, den Phil Lord und Chris Miller im Jahr 2026 inszeniert haben. Diese Kritik ist spoilerfrei.
Die Sonne hat sich verändert. So wird sich auch das Klima auf der Erde dauerhaft anpassen, was zu einen dramatischen Verlust an Leben führen wird. Man kann noch nicht wirklich etwas gegen tun, meint aber zu wissen, wo man eine Lösung finden könnte. Ryan Gosling findet sich im Weltraum wieder, weit entfernt von zuhause, er ist kein Astronaut, aber er soll die Welt trotzdem retten.
Trailer zu Der Astronaut
Inzwischen gibt es einige sehr gute starke Weltraumfilme. Etwa Der Marsianer, Insterstellar oder Gravity um nur die Highlights zu nennen. Das setzt die Messlatte für Der Astronaut sehr hoch. Die Geschichte dieses Werks stammt erneut von Andy Weir (Autor von Der Marsianer) und sie hat es gut in sich und bringt eine unterhaltsame Geschichte mit sich. Erinnert zwar in Teilen an Sunshine, kommt aber geerdeter (ha ha) und wissenschaftlicher daher und nicht wie in einem Horrorfilm. Zudem finden sich inhaltlich auch einige Parallel zu Arrival von Denis Villeneuve.
Man hatte die Befürchtung, dass das Werk von Lord & Miller ein ähnlicher Klamauk werden könnte wie die The Lego Movie. Das hat bei diesem Film im Jahr 2014 damals wunderbar gepasst, wäre hier jedoch die falsche Richtung. Man kann jedoch zunächst beruhigen: Der Astronaut ist lustig, aber auf eine seichte und vor allem stimmige Weise. Trotzdem haben die Regisseure ein paar Schwierigkeiten, die Geschichte knackig umzusetzen. Mit 2,5 Stunden ist der Film schon sehr lang, es fühlt sich jedoch so an, als würde einiges fehlen. Manche Handlungselemente kommen etwas sprunghaft daher. Zudem hat man die Weltraumszenen in den anfangs genannten Referenzwerken ein ganzes Stück besser erlebt.
Trotzdem sieht Der Astronaut weiterhin gut aus und ist handwerklich auf einem ordentlichen Niveau. Ryan Gosling hat ein bisschen damit zu kämpfen, dass seine Figur keinen realen Mitspieler hat. Also der Schauspieler selbst hat damit vielleicht weniger zu zutun, aber der Film gibt ihm nicht so viel mehr Möglichkeiten. Trotzdem sorgen gerade seine Szenen und sein "Partner" für herzlichen Humor über weite Teile der Laufzeit verteilt.
In Sachen Schauspiel hat Sandra Hüller in ihrer Nebenrolle den stärksten Part des Films bekommen und zündet quasi in allen ihren Szenen. Einen Film im März zu bewerten ist denkbar früh, aber es würde nicht verwundern, wenn sie zur nächsten Award-Saison auf ein paar Nominierten-Listen steht. Musikalisch hat man zwar ganz stimmige Melodien, die bis zu einem gewissen Punkt an Interstellar erinnern, sie bleiben jedoch nicht so recht nachhaltig im Kopf.
Ein Vergleich kommt unfreiwillig mit: Wie schlägt sich Der Astronaut gegenüber von Der Marsianer? Hier ist das Werk von Ridley Scott klar im Vorteil. Die Figuren können durch mehr Interaktionen ihren Witz besser ausspielen, Scott gelingt es, den Weltraum stärker darzustellen und auch die wissenschaftlichen Themen werden durch die Drehbucharbeit greifbarer vermittelt.
Fazit
Trotzdem ist Der Astronaut ein sehenswertes und unterhaltsames Weltraumabenteuer das Spaß macht, dem man die 2,5 Stunden nicht unbedingt ansieht und das man sich durchaus im Kino anschauen kann. Jedoch gibt es einige Weltraumfilme in den letzten Jahren, denen das ein ganzes Stück besser gelungen ist.


