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Lee Cronin’s The Mummy

Kritik Details Trailer News
Verstörend gut inszenierter Horror

Lee Cronin’s The Mummy Kritik

Lee Cronin’s The Mummy Kritik
0 Kommentare - 17.04.2026 von Moviejones (Alex Wall)
Wir haben uns "Lee Cronin’s The Mummy" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Lee Cronin’s The Mummy

Bewertung: 3.5 / 5

Beim Titel von Lee Cronin’s The Mummy denken viele Leute an Die Mumie aus dem Jahr 1999 von Stephen Sommers und mit Brendan Fraser. Zwar nimmt sich Lee Cronin’s The Mummy auch den originalen Die Mumie aus 1932 zur Vorlage, interpretiert diesen aber ganz anders neu. Statt eines schaurigen Abenteuers, serviert uns Regisseur Lee Cronin nämlich einen gnadenlosen Horrorfilm mit schrecklichen Szenen, was im Horrorgenre aber erstmal nicht schlecht ist.

Im Zentrum steht eine Familie, die eine Frage hat: Was ist mit Katie passiert? Die taucht acht Jahre nach ihrem Verschwinden in einem Sarkophag wieder auf. Jedoch stimmt offensichtlich etwas nicht mit ihr und so nimmt eine schreckliche Geschichte ihren Lauf. Wir verraten euch, ob die 133 Minuten lange Horrortortur funktioniert und wieso uns der Film nicht ganz überzeugen kann.

Trailer zu Lee Cronin’s The Mummy

Lee Cronin’s The Mummy Kritik

Die Familie Cannon, bestehend aus Vater Charlie (Jack Reynor), der bei einem Fernsehsender arbeitet, Mutter Larissa (Laia Costa), die als Pflegerin arbeitet und den beiden Kindern Katie (Natalie Grace) und Sebastián (Shylo Molina), lebt im Wüstengebiet von Kairo. Eines Nachmittags verschwindet Katie spurlos, was die Eltern eine Krise stürzt, in der sie sich voneinander entfremden. Acht Jahre später, inzwischen leben sie in Mexiko, wird Katie in einem tausende Jahre alten Sarkophag gefunden und kehrt nach Hause zurück. Allerdings ist Katie offensichtlich besessen. Das lang ersehnte Wiedersehen entwickelt sich somit immer mehr zu einem puren Albtraum.

Spannende Geschichte

Lee Cronin’s The Mummy zeigt uns erst Katies verschwinden. Tatsächlich lässt sich der Film ausreichend Zeit, um uns die Familie und weitere Figuren vorzustellen. So entsteht direkt eine Verbindung zu der Familie, die zwar nicht besonders eng ist, egal sind uns die Figuren dadurch aber nicht mehr. Auch die Motive für die spätere Entfremdung des Ehepaars werden dadurch glaubhafter. Gut finden wir die Entscheidung, die einheimischen Figuren authentisch zu besetzen und sie auch arabisch (mit Untertiteln) reden zu lassen. Besonders vor dem Hintergrund der ägyptischen Mythologie erhöht das die Authentizität und zieht uns intensiver in das Geschehen hinein.

Acht Jahre später, als Katie wieder auftaucht, macht sich die vorherige Einführung der Charaktere bezahlt. Der Konflikt zwischen den Eltern ist glaubhaft und zwischen dem Sohn und der jüngsten Tochter, die nach Katies Verschwinden geboren wird und sie somit gar nicht kennt, entsteht eine spannende Dynamik in Bezug auf Katie. Leider wird aus beidem nicht besonders viel gemacht. Lee Cronin lässt die Eltern zwar weit auseinander driften, gerade aus der Geschwisterdynamik macht er aber wenig. Eine Auflösung der Beziehungsprobleme zwischen den Eltern fehlt auch.

Dafür ist Detective Dalia Zaki (May Calamawy) ein äußerst interessanter Charakter, der in eine spannende Nebenhandlung gesteckt wird. Die Ermittlerin leistet einen wichtigen Beitrag, den übernatürlichen Teil der Geschichte zu erläutern. Ihre Darstellerin schafft es es sehr gut, die leicht unsichere (weil unerfahrene) und dennoch äußerst zielstrebige Figur zu spielen.

Epische Sandstürme und Ekelmomente

Was bei der Geschichte an Potenzial auf der Strecke bleibt, steckt Lee Cronin in das Handwerk. Neben kreativen Kamerafahrten und guter Soundarbeit mit einzigartigen Szenenübergängen, ist Lee Cronin’s The Mummy vor allem eins: episch inszeniert. Direkt zu Beginn, als Katie verschwindet, braut sich in Kairo ein Sandsturm zusammen, der eine Verfolgungjagd umso effektiver macht und schließlich im Scheitern von Charlies Rettungsversuch endet. An den dafür nötigen Effekten haben wir nichts auszusetzen.

Ebenso überzeugend ist die Musik, die in Momenten wie beim Sandsturm eindringlich und zugleich schrecklich ist (im für den Film guten Sinne). Gepaart mit den Horrorszenen, schaukelt sich der Film somit immer wieder zum Albtraum auf, wenngleich die harten Cuts nach einer Schreckenssituation irgendwann vorhersehbar sind.

Dennoch gibt es Szenen, die aufgrund ihres Ekelfaktors im Gedächtnis bleiben. So etwa, als Katies Mutter ihr die Fußnägel schneiden möchte, die allerdings nicht nur aufgrund ihrer Länge und Ungepflegtheit schwer anzusehen sind. Dazu gesellen sich diverse Momente, in denen Tiere oder Menschen verspeist.

Der Film steht sich selbst im Weg

Lee Cronin’s The Mummy ist an sich ein Fest für Fans von Ekel und Horror, stellt sich aber selbst ein Bein. Denn besonders clever ist er nicht. Angefangen damit, dass tatsächlich nie so richtig die Frage aufkommt, ob Katie vielleicht mehr als nur ein Trauma hat. Sie verspeist einen Skorpion? Ach, wird schon passen. Sie verletzt sich selber? Pflaster drauf und gut ist.

Daneben gibt es etliche Szenen, in denen mit Horror gestartet wird, die aber nie so richtig enden. So bringt Katie ihre kleine Schwester etwa dazu, ihr zu Nahe zu kommen, sodass sie sie verletzten kann und an die Tür drückt. Dann schneidet der Film aber weg und wir sehen nur noch, dass die kleine Schwester offenbar auch besessen ist. In einer anderen Szene crasht Katie eine Beerdigung und löst eine Menge Chaos aus - die Gäste scheint das aber nicht nachhaltig zu interessieren.

Es reißt einen immer wieder aus dem Geschehen und ist vor allem deshalb schade, weil Lee Cronin’s The Mummy sich sonst so bemüht, seine Atmosphäre zu bewahren. Selbst die witzigeren Dialoge passen irgendwie ins Geschehen, die teilweise zu schnellen Schnitte stören aber merkbar. Es wirkt so, als hätte Lee Cronin eigentlich einen noch längeren Film gedreht, angesichts der 133 Minuten Laufzeit, die so schon ihre Längen hat, aber auch eine schwere Vorstellung.

Letztlich fehlt es Lee Cronin’s The Mummy zudem an eigener Identität. Klar, Lee Cronin beherrscht sein Handwerk fabelhaft und schafft es einen grandios inszenierten Horrorfilm mit solider Geschichte zu liefern. Aber extrem ekelhafte und verstörende Szenen, gibt es auch noch besser. Horrorgeschichten mit echter Substanz gibt es ebenfalls. Es gibt nichts, das so richtig nachhaltig in Erinnerung bleibt und dafür sorgt, dass der Film gesehen werden muss.

Fazit

Mit Lee Cronin’s The Mummy startet einer der ekelhaftesten und am besten inszenierten Horrorfilme des Jahres in den Kinos. Der Regisseur schafft es über weitere Strecken einen spannenden und gruseligen Film mit einer soliden Geschichte zu erzählen. Die authentische Weise, wie Lee Cronin mit der zugrunde liegenden ägyptischen Mythologie umgeht, ist außerdem recht erfrischend. Wir können daher eine Empfehlung aussprechen, wenngleich der Film auf Zuschauer, die sonst eher selten Horrorfilme schauen, doch verstörend wirken kann.

Es sollte aber auch klar sein, dass der Film seine Schwächen hat, wenn es um Regieentscheidungen und in Teilen um die Geschichte und Figuren geht. Das ist zwar schade, schmälert den Sehwert aber nicht dramatisch. Lee Cronin’s The Mummy läuft seit dem 16. April in den deutschen Kinos.

Lee Cronin’s The Mummy Bewertung
Bewertung des Films
710

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