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Mother Mary

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Eine zweite Ghost Story?

Mother Mary Kritik

Mother Mary Kritik
0 Kommentare - 24.05.2026 von Moviejones (MJ-TiiN)
Wir haben uns "Mother Mary" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Mother Mary

Bewertung: 3.5 / 5

Nun startete der neue Film von David Lowery, produziert von A24. Nach einigen eher konventionellen Arbeiten überzeugte der US-amerikanische Regisseur in der Vergangenheit vor allem mit Filmen wie A Ghost Story oder The Green Knight. Auch Mother Mary scheint sich stilistisch an diesen Werken orientieren zu wollen.

Mother Mary erzählt von einem fiktiven gleichnamigen Popstar, der sich nach längerer Pause auf ein Comeback vorbereitet. Dafür besucht Mary ihre Modesdesignerin und Freundin Sam, die in der Vergangenheit Kleider für sie entworfen hat. Beide hatten längere Zeit keinen Kontakt mehr und haben sich zunehmend entfremdet. Während sie an einem neuen Bühnenoutfit arbeiten, setzen sie sich Stück für Stück mit ihrer Vergangenheit auseinander. Es wird klar, dass Mary ihre Freundin Sam nicht nur wegen des Kleides aufgesucht hat.

Mother Mary Kritik

David Lowery verbindet man insbesondere mit Filmen wie A Ghost Story oder The Green Knight. Das waren kleinere Produktionen mit einer sehr ruhigen Erzählweise, die große Teile ihrer Geschichte auf subtile Art vermittelten. Gerade dadurch wirkten diese Filme für manche Zuschauer sperrig, distanziert oder schlicht langweilig. Wer sich jedoch auf diese Art des Erzählens einlassen konnte, fand darin faszinierende und ungewöhnliche Streifen.

In eine ähnliche Richtung bewegt sich auch Mother Mary, wenngleich die Produktion insgesamt etwas größer und opulenter daher kommt. Die Hauptrolle übernimmt Anne Hathaway (Les Misérables), der es gelingt, die schwer greifbare Art ihrer Figur überzeugend darzustellen. Gleichzeitig überzeugt sie in den musikalischen Einlagen des Films. Diese gehören zweifellos zu den stärksten Momenten der gesamten Produktion. Die Bühnenauftritte sind visuell eindrucksvoll inszeniert, arbeiten mit starken Lichtbildern und erzeugen zeitweise tatsächlich das Gefühl eines echten Konzerts. Musikalisch kann ebenfalls gepunktet werden. Gerade deshalb ist es fast schade, dass diese Szenen meist nur sehr kurz ausfallen.

Jedoch bleibt eine stille Sequenz besonders im Gedächtnis: Mother Mary soll ihre Bühnenperformance demonstrieren, doch da Sam die Musik ihrer Freundin weiterhin boykottiert, findet der gesamte Auftritt ohne Musik und Gesang statt. Nur Hathaways Bewegungen, Blicke und Gesten tragen die Szene. Das wirkt zunächst irritierend, entwickelt aber eine seltsame Intensität.

In der zweiten Hauptrolle ist Michaela Coel zu sehen, bekannt aus den Serien I May Destroy You oder Chewing Gum. Sie spielt Sam, die Modedesignerin und langjährige Weggefährtin von Mother Mary. Coel verleiht der Figur eine Mischung aus Distanz, Souveränität und unterschwelliger Verletzlichkeit, wodurch die Dynamik zwischen beiden Hauptfiguren glaubwürdig funktioniert.

Trotz dieser Stärken gestaltet sich insbesondere die erste Hälfte des Films als durchaus anstrengend. Über lange Strecken besteht Mother Mary fast ausschließlich aus Gesprächen zwischen den beiden Hauptfiguren. Dabei geht es um Kunst, Freundschaft oder um die Kleider, allerdings stark von Metaphern geprägt, die nicht immer klar zu deuten sind. Das passt zwar grundsätzlich zur Atmosphäre des Films, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass sich manche Szenen unnötig in die Länge ziehen. Nach etwa einer Stunde könnte man sich fragen, worauf der Film eigentlich hinaus möchte. Das bleibt lange Zeit sehr unklar.

Erst in der zweiten Hälfte wird deutlicher, was David Lowery vor hat. Die wiederkehrende Kleiderthematik entwickelt sich dabei vom bloßen Aufhänger zu einem zentralen Element des Films und lässt vieles aus der ersten Hälfte klarer erscheinen und man taucht tiefer in die sehr komplexe Beziehung der beiden Frauen ein.

Der Trailer könnte zudem den Eindruck vermitteln, dass es sich bei Mother Mary um einen Horrorfilm handeln könnte. Dem ist nicht der Fall, wir haben es mit einem Mysterydrama zutun, was stark von der Musik geprägt ist und Thrillerelemente enthält. Es gibt ein paar wenige Sequenzen, die es gewalttechnisch in sich haben.

Auch handwerklich bleibt Lowery seiner bekannten Stilistik treu. Es gibt so manche lange Kameraeinstellung, der Schnitt bleibt zurückhaltend und gibt dem Geschehen viel Raum zum Wirken. Dadurch entsteht eine dichte Atmosphäre, gleichzeitig verstärkt diese Inszenierung auch die langsame Wirkung des Films.

Fazit

Mother Mary ist ein durchaus interessanter Film, mit dem David Lowery nach Peter Pan & Wendy wieder stärker an seine früheren Werke anknüpfen möchte. Vollständig gelingt ihm das allerdings nicht. Vor allem die erste Hälfte verliert sich zu oft in kryptischen Dialogen und wirkt dadurch deutlich zu langatmig. Sobald der Film seine Themen stärker ausspielt, entwickelt er eine eigentümliche Faszination.

Wer sich bereits für die bisherigen Werke von Lowery begeistern konnte, sollte auch Mother Mary eine Chance geben. Wer mit A Ghost Story oder The Green Knight schon nichts anfangen konnte, der dürfte auch hier nur wenig Freude haben.

Mother Mary Bewertung
Bewertung des Films
710

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