
Bewertung: 4 / 5
Es ist nicht das erste Mal, dass Marvel eine, wie sie es jetzt nennen, Television Special Presentation veröffentlicht, aber The Punisher - One Last Kill könnte wohl die bisher beste dieser Art sein, vor allem, wenn man Fan des doch eher brutal agierenden Comichelden ist. Man bekommt einiges geboten, auch wenn die eher geringe Laufzeit einige sicher enttäuschen dürfte. Es ist aber ja auch nicht das Schlechteste, wenn man sich am Ende gerne über mehr freuen würde.
The Punisher - One Last Kill Kritik
Frank Castle (Jon Bernthal), auch bekannt als der Punisher, hat die Männer, die für die Ermordung seiner Familie verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen. Mit seinen tief sitzenden inneren Dämonen kämpfend, sucht er nach einem Sinn im Leben jenseits der Rache, die zuletzt alles war, wofür er noch gelebt hat. Als eine Person auftaucht, die Vergeltung sucht, wird Frank ein neuer Kampf aufgezwungen, der ihm aber auch einen neuen Weg in die Zukunft eröffnen könnte.
Trailer zu The Punisher - One Last Kill
Zunächst das Wichtigste: Ja, The Punisher - One Last Kill ist brutal und hält sich in diesen Momenten auch nicht zurück. Frank Castle darf hier ordentlich austeilen und dabei so ziemlich alles als Waffe benutzen, was er in die Finger bekommt: Pistolen, Gewehre, Baseballschläger, Eisenstangen, Messer oder natürlich den beliebten Kugelschreiber. Die Altersfreigabe ab 16 überrascht uns da tatsächlich sogar etwas. Früher wäre das hier Gezeigte nicht unter 18 durchgegangen. Die Zeiten haben sich wohl geändert.
Das Besondere am Punisher ist aber auch, dass er eben nicht einfach nur ein Actionheld ist, sondern auch ein zutiefst gebrochener Charakter mit einer tragischen Vergangenheit, die ihn einfach nicht loslassen will. Es ist keine Überraschung, dass Jon Bernthal dies hervorragend spielt und rüberbringt. Sowohl in den lauten als auch in den leisen Momenten erweist er sich nach wie vor als absolute Top-Besetzung für diese Rolle. Dass er hier selbst am Drehbuch mitgeschrieben hat, unterstreicht zudem seine Leidenschaft für diese Figur, die auch jederzeit auf dem Bildschirm spürbar ist.
Da die Laufzeit nur 48 Minuten beträgt, sollte man nichts allzu Großes erwarten. Die Story und der Schauplatz sind sehr fokussiert, was dem TV-Special aber zugute kommt. Man bekommt schnell ein Gefühl für die Gegend, in der man sich hier befindet, und für die Menschen, die dort leben. Viel Zeit wird hier nicht verschwendet, gleichzeitig wirkt es aber auch nicht gehetzt. Man hat hier eine gute Mischung gefunden.
The Punisher - One Last Kill zeigt auch gut auf, welches Potenzial immer noch im Punisher steckt. Vor allem während seiner Actionszenen erinnert dies hier ein wenig an eine Mischung aus John Wick und Filmen wie The Raid, Dredd oder The Purge. Nur eben mit dem Punisher. So etwas als großen Kinofilm, angesiedelt im MCU, würden wir uns nur allzu gerne ansehen und wir hoffen sehr, dass The Punisher - One Last Kill lediglich als Appetitanreger dafür fungieren soll.
Fazit
Wenn ihr immer schon einmal wissen wolltet, wie The Raid oder The Purge mit dem Punisher ausgesehen hätten, dann solltet ihr euch The Punisher - One Last Kill ansehen. Das 48‑minütige TV-Special kann zwar dahingehend nicht gänzlich abliefern, weil dann die Laufzeit doch etwas zu kurz ist, aber es zeigt auf, was mit dieser Figur noch so alles möglich ist, und ist mindestens ein toller Appetitanreger.
Jon Bernthal überzeugt erneut als Frank Castle, und zwar sowohl in den dramatischen als auch in den actiongeladenen Momenten. Er darf leiden, und er darf austeilen, und zwar ordentlich, ohne Zurückhaltung. Brutal und blutig, so wie es eben sein muss, wenn der Punisher zur Tat schreitet.
Nach seinem Auftritt in Daredevil - Born Again scheint der Punisher im MCU aktuell einen zweiten Frühling zu erleben. Demnächst dürfen wir ihn schon wieder in Spider-Man - Brand New Day sehen, wenngleich er dort vermutlich etwas kinderfreundlicher agieren wird. Doch wir hoffen sehr, dass es auch danach noch weiter für ihn gehen wird, gerne mit einem eigenen Kinofilm. Verdient hätten er und Jon Bernthal es allemal.


