
Onimusha - Way of the Sword (PC, Xbox, PS)
Ganze 20 Jahre ist es her, seit der letzte offizielle Titel der Onimusha-Reihe auf der PS2 erschienen ist. 2001 ging es aber bereits mit Onimusha - Warlords los und wir waren. Der Versuch die Resident Evil-Formel ins japanische Samuraizeitalter zu verfrachten, überzeugte uns sofort. Die Abenteuer von Samanosuke Akechi und Jubei Yagyu waren einfach toll und bekamen sogar in den letzten Jahren HD-Neuauflagen. Man merkte schon da, Capcom versucht neben seinen aktuellen etablierten Marken Resident Evil und Monster Hunter verstärkt in seinem Katalog auch ältere Franchises zu stärken.
Nun haben wir 2026 und mit Onimusha - Way of the Sword gibt es jetzt tatsächlich einen Nachfolger der Onimusha-Reihe. Die Vorfreude als Fan der Reihe war natürlich groß, aber auch die Skepsis, was uns da am Ende genau erwartet. So geht es sicher nicht nur uns und wir können das Fazit auch gleich vorziehen. Ist Onimusha - Way of the Sword ein gutes Spiel? Auf jeden Fall! Ist Onimusha - Way of the Sword auch ein gutes Onimusha? Hier ist es bestenfalls ein Jein! Dabei fängt die Handlung fast schon klassisch an. Der junge Samurai Miyamoto Musashi reist nach Kyoto, um seine Schwertkunst unter Beweis zu stellen. Doch als die Stadt von den dämonischen Genma überrannt wird, erhält er nach einer Niederlage den mystischen Oni-Handschuh und muss sich fortan einem übernatürlichen Kampf stellen. Die Basismechaniken aus den Vorgängern kehren durch den Handschuh zurück. Gegner besiegen, Seelen sammeln, Musashi aufrüsten. Doch das Gameplay an sich, hat sich völlig verändert.
Waren die Vorgänger primär lineare Storyspiele, deren erste Teile sich stark an der Resident Evil-Formel orientierten, hat Onimusha - Way of the Sword ein gänzlich anderes Spielgefühl. In eine semi-Open World geht es immer wieder darum, kleinere und größere Missionen zu erfüllen, Checkpoints auf der Karte abzugrasen und Dämonen am Zielort zu schnetzeln. Das Kampfsystem ist dabei ausgezeichnet, deutlich komplexer als früher und legt auch durchaus Wert auf Taktik und nicht simples Buttonsmashing. Das alles fühlt sich aber eben nie nach Onimusha an, sondern mehr nach Sekiro, Nioh oder anderen modernen Samuraispielen. Die Identität der Reihe geht hier verloren, was aber vor allem für alte Hasen statt der jüngeren Generation ein Problem darstellen sollte.
Dennoch blinkt die Klassik auch bei Onimusha - Way of the Sword immer mal wieder durch und die für uns stärksten Momente sind immer jene, wenn das Spiel geradliniger wird. Wo das Spiel auf jeden Fall die Nase vorn hat verglichen zu den Vorgängern, ist bei der Story und dem Umfang. Waren die früheren Teile eher auf mehrmaliges Durchspielen ausgelegt und konnten mit etwas Übung in 2-3h geschafft werden und Speedruns in unter einer Stunde, braucht allein die Hauptstory von Way of the Sword locker 15-20h, wer alles sehen will, ist gut 50 Stunden beschäftigt.
Damit wäre dann auch schon alles gesagt. Onimusha - Way of the Sword ist ein wirklich gutes Spiel, welches sich nicht hinter anderen hervorragenden Titeln von Capcom in diesem Jahr verstecken muss. Aber als Onimusha-Fans müssen wir dennoch sagen, wer ein Onimusha-Spiel erwartet, wird enttäuscht. Hier ist nur der Titel im Namen.
Wizordum (PC, Xbox, PS)
Irgendwie haben es uns momentan die Boomer Shooter angetan. Doom 2 und Duke 3D sind für uns noch immer zwei der besten Spiele, die jemals erschienen sind und auch wenn viele Firmen sich an den Klassikern abarbeiten, bei den neueren Spielen will der Funke oft nicht überspringen. Neulich schaffte dies aber Project Warlock 2 und dann kam auch schon Wizordum um die Ecke. Der Titel ist sicher nicht zufällig gewählt und erinnert je nach Aussprache an große Klassiker. Euch erwartet ein pixeliger Shooter, der schnell, flott, blutig und voller abgefahrener Waffen ein Fantasyszenario eröffnet.
Vor allem der Grafikstil und Humor können dabei richtig überzeugen. Alles hat so einen gewissen cartoonhaften Charme, der durch den Pixellook noch verstärkt wird. Mal gibt es klassische Fantasymonster wie Hexer, Skelette und Zombies, dann Goblins oder riesige Unterwasserfische. Wizordum versucht sich nicht zu ernst zu nehmen, sondern primär einfach nur gute Laune mit vielen, vielen Waffen zu bieten, die man nach und nach freischalten kann in einem Shop. Klein, fein, so muss ein Spiel für zwischendurch sein.
Sprawl zero (PC, Xbox, PS)
Das Gegenstück zu unserer aktuellen Sucht nach Boomer-Shootern ist Sprawl zero. Während die Boomer Shooter schon seit einigen Jahren sich vieler Fans erfreuen, scheinen die Firmen langsam einen Schritt weiterzugehen. Denn ab Anfang der 2000er eroberte eine neue Art von 3D Shootern den Markt. Diese waren weniger arcadig, legten größeren Wert auf eine Handlung und hatten einen ganz eigenen visuellen Stil und Gameplay. Einer der bekanntesten Klassiker dürfte Half-Life 2 sein, doch auch Klassiker wie F.E.A.R. und fast die gesamten Shooter der frühen PS3 und Xbox 360-Ära fallen in dieses Muster. Sprawl zero versucht genau die Spieler abzuholen, die diese Spiele geliebt haben, bevor Call of Duty das Shooter-Genre in Schlauchlevel und Autoplay verwandelte.
Du spielst in Sprawl zero einen Kämpfer, der in seiner Stadt gegen eine Militärdiktatur kämpft. Also wird aufgerüstet und alles umgenietet, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Das Kampfsystem ist flott, blutig und legt Wert auf Interaktionen mit der Umgebung. Ähnlich der Gravity Gun aus HL2 habt ihr einen Gravity Handschuh, mit denen Objekte herangezogen und als Waffen eingesetzt werden können. Die Gegner sind zahlreich und ihr müsst schnell sein, denn tragen könnt ihr nur eine Waffe, nachgeladen wird, indem neue Waffen wieder eingesammelt werden und alte auf Gegner geworfen werden. Dadurch wird alles etwas hektischer, da ihr kein Arsenal ansammeln könnt und hier werden sich die Geister scheiden. Wir haben es tatsächlich nie gemocht, wenn man kein Arsenal im Spiel erhält, sondern immer nur 1-2 Waffen tragen kann. Andere lieben genau diese Art der Abwechslung.
Visuell ist Sprawl zero wunderschön trist und fängt mit seinen Brauntönen, wenigen Polygonen und einfachen Texturen den Charme der frühen 2000er wunderbar ein. Es ist tatsächlich viel leichter in einem Shooter den Überblick zu behalten, wenn nicht alles mit Details zugekleistert wird.
Breathedge 2 (PC)
Kaum macht man sich mit Klebeband und einem unsterblichen Huhn warm, schon folgt die Fortsetzung: Breathedge 2 ist seit dem 31. August im Early Access gelandet, und wer den ersten Teil kannte, landet sofort wieder in vertrautem Chaos, nur diesmal mit deutlich größeren Ambitionen.
Die Story schickt euch erneut als gewöhnlichen Typen ins All, diesmal begleitet von eben jenem unsterblichen Huhn, und startet mit einem Absturz, aus dem sich das erste große Kapitel entspinnt. Über die Quest um drei Antennen und einen Signalstörer arbeitet ihr euch auf ein handfestes Finale zu inklusive Koordinaten einer gewissen Mary und einer Verrats-Enthüllung, die als Cliffhanger für Kapitel 2 dient. Wer auf ein rundes Ende hofft, wird also bewusst hängen gelassen: Die Geschichte ist Absicht nach unvollständig, denn weitere Kapitel sollen über größere Updates nachgereicht werden.
Spielerisch bekommt ihr schon jetzt einen ordentlichen Brocken mit Breathedge 2: ein weitläufiges Erkundungsgebiet, die Station Outskirts, dazu die kompletten Kernsysteme aus Sammeln, Craften, Anzug-Handling, Sauerstoff- und Temperaturmanagement sowie Kampf gegen allerlei Weltraum-Ungemach. Wracks lassen sich durchsuchen und ausschlachten, Rezepte freischalten, Ausrüstung aufwerten und dazu kommen Haupt- und Nebenquests, NPCs und Achievements zum Abstauben. Für den Erstdurchlauf sollten Interessierte 8 bis 10 Stunden einplanen, reine Story-Läufe gehen schneller, wer jede Ecke durchwühlt, bleibt länger hängen.
Wichtig für den Early-Access-Fahrplan von Breathedge 2: RedRuins Softworks plant mit 16 bis 20 Monaten in der Entwicklungsphase, somit soll die Vollversion erst 2028 folgen. Auf der Liste stehen unter anderem Planetenoberflächen, Fahrzeuge, ein eigenes Raumschiff und Warp-Sprünge, weswegen ihr aktuell also nur den Grundstock bekommt. Die deutsche Fassung ist mit UI und Untertiteln von Anfang an dabei, komplett synchronisiert wird aber leider nicht.
Alien Breed 35th Anniversary (PC, Xbox, PS, Switch)
Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp für Klassiksammler. Zum 35-jährigen Jubiläum gibt es jetzt mit Alien Breed 35th Anniversary eine gut gemachte Kollektion, die alle Teile der alten Amiga-Actionreihe für moderne Geräte aufbereitet. Euch erwartet dort reichlich Top Down-Action in engen Korridoren gegen fiese Aliens, richtig klassischer Arcade-Spaß, der dank Hintergrundmaterialien und vieler Einstellungsmöglichkeiten sowohl Puristen Spaß machen wird, als auch Fans arcadiger Spiele. Dazu gibt es eine moderne Steuerung, Onlinemodi und viele kleine Verbesserungen. Eine würdige Aufbereitung von einem Stück Spielehistorie.
