
Bewertung: 3 / 5
Mit Mayday gibt es auf Apple TV+ eine nette und seichte Komödie, die ein Revival des kalten Krieges probiert und uns samt charmanter Musik in die 80er-Jahre zurückkatapultiert. Das alles ist kein großes Kino und Überraschungen sucht man vergebens, doch das gute Zusammenspiel seiner zwei Hauptdarsteller, der flotten Erzählweise und amüsanten Inszenierung ist es zu verdanken, dass der Film zwar mit einem Absturz beginnt, aber glücklicherweise zu keinem wird.
Mayday Kritik
Als Pilot hat Troy Kelly (Ryan Reynolds) schon mehrmals seinen Mut und sein Talent unter Beweis gestellt, doch jetzt soll er in einer geheimen Mission einen Aufklärungsflug durchführen und das mitten im kalten Krieg. Was wie ein Routineeinsatz beginnt, wird schnell zu einer echten Herausforderung, denn Kelly wird abgeschossen und landet mitten im Nirgendwo der Sowjetunion. Zum Glück wird er von dem etwas seltsamen Nikolai Ustinov (Kenneth Branagh), der nicht nur ein großer Fan von Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel ist, sondern auch der USA und Troy dabei helfen will in Sicherheit zu gelangen, unter einer Bitte, er darf auch mit. Das dies nicht ganz so einfach ist, dürfte klar sein...
Seit wenigen Tagen steht nun Mayday auf Apple TV+ bereit und wir haben uns einmal angeschaut, was der Exkurs in den Kalten Krieg so alles kann. Aus diesem Grund gibt es eine kleine Kurzkritik!
Ein Film wie Mayday sollte im Vorfeld schon klarmachen, hier erwartet einen jetzt nicht das große Meisterwerk. Die Minimalanforderung hier ist eigentlich nur ein unterhaltsamer und lustiger Actionfilm zu sein und diese Hürde gelingt es dem Film glücklicherweise recht früh zu nehmen, ist dies vor allem seinen beiden Hauptdarstellern zu verdanken. Das ungleiche Duo Reynolds und Branagh hatten auf jeden Fall Spaß an ihren Rollen. Während Reynolds dabei zwar eher sein gewohntes Schauspiel unter Beweis stellt, ist es primär Branagh in dieser ungewohnten Rolle, der überrascht. Als Ex-KGB ist er mit allen Wassern gewaschen und wenn auch kein echter Sowjetbürger, hier aber immerhin nah dran.
Auch der Sprung in die 80er lässt genug Distanz zur heutigen Politk zu, ohne sofort alles zu verklären. Zwar kommen immer wieder die typischen Stereotypen jener Zeit durch und auch hier versucht man primär die USA als die Guten darzustellen, dennoch nimmt sich der Film wenigstens ein paar Mal die Zeit um zu zeigen, einfaches Gut- und Böse funktioniert hier nicht und beide Welten haben ihre Licht- und Schattenseiten. Dennoch bleibt hier natürlich die dominante Prämisse: "Auf in den Westen Genossen, da ist das Gras grüner!" Damit das alles nicht zu bierernst wird, versucht Mayday neben seinen dezenten Actionanteilen primär eine Komödie zu sein, die vor allem durch die Buddy-Chemie der beiden Protagonisten getragen wird.
Die anderen Darsteller und Figuren können dagegen eigentlich nicht wirklich anstinken und wirken generell blass und weitgehend uninteressant. Dies ist aber letzten Endes kein Beinbruch, der Humor ist solide, die Action stimmig, den Protagonisten schaut man gerne zu und mit 110 Minuten versucht Mayday auch nicht mehr aus der Idee zu machen als notwendig, weswegen Interessierte hier wenig bis gar nichts verkehrt machen können, wenn ein launiger Filmabend geplant ist.


