
Bewertung: 2 / 5
Charlize Theron muss nicht nur den Gefahren der australischen Wildnis trotzen, sondern auch mit allen Mitteln um ihr Überleben kämpfen, als sie in die Fänge von Taron Egerton gerät, der sich auf eine blutrünstige Menschenjagd begibt. Was nach toller Action und guter Unterhaltung klingt, hat uns am Ende dann doch sehr enttäuscht zurückgelassen. Warum Apex seinem Potenzial nicht gerecht wird, erklären wir euch im Folgenden.
Apex Filmkritik
Einige Monate, nachdem die Extremsportlerin Sasha (Charlize Theron) ihren Partner beim Bergsteigen verloren hat, begibt sie sich in die australische Wildnis. Dort trifft sie auf den scheinbar netten und hilfsbereiten Ben (Taron Egerton). Doch schnell wird klar, dass sich hinter der freundlichen Fassade ein abscheuliches Monster verbirgt. In der Wildnis völlig auf sich allein gestellt, wird Sasha zum Opfer einer Menschenjagd und muss um ihr Überleben kämpfen.
Trailer zu Apex
Eigentlich klingt hier doch alles gut. Tolle Schauspieler, eine vielversprechende Ausgangslage, vor Ort gedreht mit echten Stunts, kurzweilige 90 Minuten und auch der Trailer deutet auf einen unterhaltsamen Actionfilm hin. Doch wie bei Taron Egertons Charakter Ben, kann auch hier der erste Eindruck trügen. Denn leider ist Apex nur wenig unterhaltsam, kaum spannend und wirkt auch sonst recht inspirationslos.
Bereits die ersten zehn Minuten des Films sind beispielhaft für den ganzen Rest. Was eine spannende Auftaktsequenz sein könnte, kommt nicht nur sehr generisch daher, auch schafft sie es nicht, für die nötige Spannung zu sorgen. Zu keiner Zeit hält man hier wirklich die Luft an. Da hängen zwei Menschen am Berg und selbst wenn jemand abrutscht, erschreckt man sich nicht. Es fehlt schlicht das Gefühl für die Höhe und die Gefahr, in der sie sich hier befinden. Und dieses Problem der Inszenierung zieht sich durch den gesamten Film.
Durch Setbilder wissen wir, dass Charlize Theron tatsächlich während der Dreharbeiten an einigen hohen Klippen hing. Doch diese Bilder sehen weitaus spektakulärer und gefährlicher aus als die Bilder, die uns der fertige Film liefert. Seien es falsche Winkel oder zu viele Nahaufnahmen beim Klettern, als Zuschauer bekommt man nie ein Gefühl für die Gefahr und dadurch kommt auch nie wirklich Spannung auf. Vor allem wenn man sich im Vergleich andere Filme vor Augen führt, in denen man als Zuschauer regelrecht den Atem angehalten hat bei ähnlichen Szenen, wird der Unterschied deutlich.
Leider lässt sich dies auch auf die restliche Action übertragen. Vor allem Theron gibt sich sichtlich Mühe, doch die Action kann hier einfach zu keiner Zeit überzeugen. Weder die Szenen in der Wildnis noch die Jagdszenen und schon gar nicht die Kämpfe gegeneinander sind spannend oder gar spektakulär. Vor allem erfahrene Actionkenner laufen hier wirklich Gefahr, während des Schauens einzuschlafen.
Es ist zusätzlich keine Hilfe, dass der Film oft einen eher künstlichen Look hat. Bei der Auftaktsequenz kann man es noch verstehen, da hier mit Effekten nachgeholfen werden musste. Doch anschließend wurde vieles an echten Drehorten gedreht. Dennoch wirkt es teilweise wie vor Greenscreen aufgenommen. Auch hier liegen die Probleme vermutlich in der Inszenierung. Doch dies ist kein Problem, welches Apex allein hat, sondern eines, welches in den vergangenen Jahren immer häufiger auftritt.
Schaut man sich vor allem ältere Filme an, aber auch moderne Filme bekannter, guter Regisseure und Kameraleute, so kann man hier etwas beobachten: Vorder- UND Hintergrund werden scharf dargestellt. Immer häufiger ist es jedoch so, dass in heutigen modernen Filmen die Hintergründe fast durchgehend unscharf dargestellt werden. So gibt es in Apex eine Szene, in der Theron auf einer Erhöhung sitzt und im Hintergrund der gesamte Wald zu sehen ist. Bzw. zu sehen sein sollte, er ist nämlich komplett unscharf dargestellt. Dadurch sieht die ganze Szene einfach unfassbar künstlich aus, wie in einem Studio vor Greenscreen mit schlechter Beleuchtung gedreht.
Dies ist wie gesagt kein alleiniges Problem von Apex, doch tritt es hier eben auch auf. Und gerade weil vor Ort gedreht wurde, weil echte Stunts ausgeführt wurden und weil Theron wirklich an Klippen hing, ist dies sehr schade, denn dadurch geht all diese handgemachte Qualität im fertigen Produkt komplett verloren.
Leider kann der Film auch inhaltlich nicht überzeugen. Auch hier kann die Anfangssequenz als Beispiel herhalten, denn sie hat für den restlichen Film eigentlich keine Bedeutung. Ob es diese Sequenz gibt oder nicht, hat keinerlei Einfluss auf den gesamten Rest. Der Film würde ohne die ersten zehn Minuten genauso funktionieren. Aber auch der Rest wirkt leider sehr belanglos. Es passiert hier einfach fast gar nichts. Es gibt keine richtige Charakterentwicklung, keine großen Twists und auch aus Egertons Charakter wird viel zu wenig gemacht. Vor allem letzteres ist schade, denn hier wäre durchaus Potenzial vorhanden gewesen. Und dann ist der Film irgendwann vorbei und man fragt sich nur "Wie, das war es?"
Fazit
Wer gehofft hat, mit Apex den nächsten filmischen Adrenalinkick zu bekommen, wird bitter enttäuscht werden. Der Film bietet durchaus eine interessante Ausgangslage, jedoch macht er viel zu wenig bis gar nichts aus seinem Potenzial. Eine Story ist kaum vorhanden und die Action kann zu keiner Zeit überzeugen.
Hier können leider auch Charlize Theron und Taron Egerton nichts mehr retten, da ihre Charaktere einfach viel zu wenig zu tun bekommen. Mit 90 Minuten ist der Film dafür recht kurzweilig, jedoch ist man dann aber auch recht überrascht, wenn das Ende plötzlich da ist, weil doch eigentlich noch nichts wirklich passiert ist.


