
Nach Sandra Hüller schafft auch Lars Eidinger den Sprung nach Hollywood. Im Gespräch bei Missverstehen Sie mich richtig von Gregor Gysi, moderiert von Kevin Kühnert, erzählt er von Selbstzweifeln im Zoom-Call, 15 Takes im eigenen Wohnzimmer, und dem Moment, in dem plötzlich alles passt.
Hier geht es direkt zu dem Gespräch über den Weg nach Hollywood:
Lars Eidingers Weg in den Nachfolger von Superman Man of Tomorrow beginnt unspektakulär: mit einem Zoom-Gespräch mit Regisseur James Gunn, bei dem er selbst nicht recht einschätzen kann, wie er wirkt, und ob daraus überhaupt etwas wird. Die Erwartungen sind niedrig, eher rechnet er mit einer kleinen Rolle als mit einem großen Wurf.
Der entscheidende Schritt folgt danach: ein Self-Tape, aufgenommen zu Hause im Wohnzimmer. Eidinger probiert die Szene immer wieder, etwa 15 Mal, wird dabei zunehmend unsicher. Erst als er einen Take direkt noch einmal spielt, ohne viel nachzudenken, entsteht etwas anderes, er spielt freier, lebendiger. Genau diese Version schickt er schließlich ab. Die Reaktion aus den USA kommt schnell und deutlich: Man sei „obsessed“. Manchmal zählt also nicht der erste perfekte Versuch, sondern der zweite, der, bei dem man aufhört, alles kontrollieren zu wollen.
Kurz darauf wird er zum Casting in die USA eingeladen. Im Flugzeug sieht er dann zum ersten Mal Superman und stellt fest, dass sein Bekannter, den er zum Schuhe kaufen schickt, ein großer Hollywoodproduzent ist.
Aus der zunächst vagen Anfrage wird dann eine konkrete Perspektive, und für Eidinger selbst eine Erfahrung, die sich immer noch unwirklich anfühlt.
Sein Weg passt zu der Entwicklung, die zuletzt durch Sandra Hüller sichtbar geworden ist: Deutsche Schauspieler*innen können weiterhin ihren Platz in internationalen Produktionen finden. Bei Eidinger zeigt sich dabei, dass es nicht der große Plan ist, der dahin führt, sondern gute Arbeit, der richtige Moment ... und manchmal ein zweiter Take im eigenen Wohnzimmer.
