
Bewertung: 3.5 / 5
Nachdem die Originalserie um Kirk, Spock & Co. relativ abrupt nach drei Staffeln im Jahr 1969 beendet wurde, dauerte es wirklich 10 Jahre bis zu einem erneuten Lebenszeichen, was damals gar nicht so sicher war, ob hier wirklich was kommen mag, denn eigentlich war die Serie ein ziemliches Nischending. Angestachelt durch den Erfolg des ersten Star Wars Films, wagte man aber eine neue Reise und diesmal nicht als Serie, sondern eben gleich auf die große Leinwand.
Obwohl also bis heute noch diese Kluft existiert zwischen den Fanlagern, hat „Star Trek“ zumindest zu einem gewissen Anteil seine „Wiedergeburt“ dem „Star Wars“ Franchise zu verdanken.
Der Film hat damals ein wirklich sagenhaftes Budget von etwa 40 Millionen vernascht, was für Ende der 70er ne ganze Stange war, aber es hat sich am Ende auch ausgezahlt. Ich kann mich erinnern, als ich den Film das erste mal gesehen habe, welche Augenpracht das war. Man konnte kaum glauben, dass man es hier mit dem aus der Serie gewohnten „Raumschiff Enterprise“ zu tun hat.
Heute in Zeiten von CGI-Overkills, wird das keinen Hund mehr vor die Tür locken, aber ich habe mir hier meine Begeisterung bewahren können, und finde den Film auch heute noch erstaunlich. Gerade wenn ich solch gelungenen praktischen Effekte sehe, könnte ich auf die heutigen Blockbuster sehr schnell verzichten.
Aber der Film hatte es nicht leicht und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Obwohl „Star Trek – Der Film“ eigentlich ein Paradebeispiel für das Franchise darstellt, ganz im Sinne von Schöpfer Gene Roddenberry, mit all seinen liebgewonnenen Charakteren und dem durch und durch philosophischen Ansatz, der wirklich den ganzen Film durchzieht, im Prinzip die Handlung darauf aufbaut, ist er am Ende zu lang geraten.
Man hat hier eigentlich eine Episode der Serie, aufgeblasen auf einen Kinofilm mit 132 Minuten. Was auch wirklich der Wahrheit entspricht. Die Story war als Pilotfolge für die nie entstandene Serie „Star Trek: Phase Two“ angedacht, bevor sich Paramount für einen Kinofilm entschied.
Das war damals schon wahrnehmbar und auch heute nicht zu leugnen. Ich habe bei der aktuellen Sichtung mal aufgepasst und alleine bis die Enterprise das Raumdock verlässt, vergehen über 36 Minuten, in denen nicht besonders viel Relevantes geschieht. Naja, mir macht es trotzdem Spaß Shatner zuzusehen, wie er Leute zulabert, aber das mag halt nicht jedem gefallen.
Im Gesamtbild überwiegen für mich bei „Star Trek – Der Film“ ganz eindeutig die positiven Seiten, von denen m.E. genügend vorhanden sind. Wenn man den Film für „langsam und langweilig“ hält, hat man wahrscheinlich „Star Trek“ nicht verstanden, oder ist beim falschen Franchise gelandet. Siehe das heutige „New Trek“ und die Kurtzman-Projekte. Genau wie die Filme aus der Feder von J.J. Abrams, die vielleicht unterhaltsame Actionfilme sind, aber „Star Trek“ ist das nicht, außer dem Namen nach.
Ich finde der Film war ein guter Neuanfang und spätestens mit der legendären Fortsetzung „Der Zorn des Khan“ ließ man alle Kritiker verstummen und schrieb Franchise Geschichte.
Wer klassisches „Star Trek“ liebt, wird mit diesem Film kaum seine Probleme haben.

