
Bewertung: 4 / 5
Der neue Versuch von Sony/Amazon „He-Man und Master of the Universe“ nach Jahren der Entwicklungshölle, oder eher schon seit einer Dekade, ist nach meiner Sicht einigermaßen geglückt. Es ist aber auch nicht die Version, welche ich mir gewünscht hätte, aber eine bessere Umsetzung werden wir wahrscheinlich auch nie bekommen.
Dabei geht der Film wirklich behutsam und mit Respekt mit seiner Vorlage um, schafft es die Welt von He-Man und seinen Freunden „halbwegs“ passend zu präsentieren und trifft auch bei den Charakteren und deren „Live-Action-‚Umsetzung“ meist ins Schwarze. Vor allem merkt man hier deutlich, wie viel Fanservice in vielen Details im Film steckt und das ist mehr als löblich.
Trailer zu Masters of the Universe
Nicholas Galitzine sieht zwar keineswegs wie He-Man aus, im besten Fall besser durchtrainiert, kann einen aber durch seine sympathische Ausstrahlung recht schnell für sich gewinnen. Wenn man akzeptiert das er nicht die nötige Physis für die Rolle hat, ist er sogar jenseits von Adam recht passend gewählt.
Jared Leto hat als Skeletor so ziemlich den richtigen Ton getroffen, wie man die Figur in Erinnerung hat und da wird sich wohl kaum jemand beschweren, dass der Charakter nicht getroffen wurde. Zumindest in der deutschen Synchro. Ansonsten kann ich die Performance schlecht beurteilen, weil wegen Skelettgesicht keine Mimik zu sehen ist und den OT gibt es halt erst im Heimkino.
Die „neue“ Musik hat mir recht gut gefallen, vor allem der neue Titelsong, bei dem Ja anscheinend Brian May seine Gitarre beigesteuert hat und eng mit Komponist Daniel Pemberton zusammengearbeitet hat. Trotzdem hätte ich mir einfach mehr von dem klassischen „Master-Score“ gewünscht, gerne im neuen Gewand.
Der Einsatz von ein paar Songs im Film, fand ich eher unpassend gewählt. Der HipHop Song geht gar nicht und „Princess of the Universe“ gehört halt zu Highlander… was auch aus den Lyrics hervorgeht.
Wo Licht ist, da findet man natürlich auch Schatten und vor allem wenn man danach sucht, bietet „Master of the Universe“ sehr viel Angriffsfläche.
Die alte Serie mag keine großen Geschichten erzählt haben, aber bei einem Film hätte man sich schon ein wenig mehr Mühe geben können als diese… ja, im Prinzip „MacGuffin“ Jagd nach dem Zauberschwert. Gerade für beinahe 2 ½ Stunden Lauflänge, die auch deutlich ihre Länge immer wieder spüren lässt, ist das schon eine arg banale Story, die gerade dazu reicht von Szene zu Szene zu springen. Das ist selbst für Blockbuster-Niveau ziemlich tiefgestapelt.
Wenn der Film dann nicht gerade seiner hauchdünnen Story folgt, dann überschlägt er sich geradezu mit seltsamen und albernen Dialogen und Szenen, von denen zumindest bei mir die meisten nicht gezündet haben. Wer die üblichen „Marvel-Oneliner“ nicht leiden kann, der sollte sich hier wirklich warm anziehen.
Dazu dann eine wahre Ansammlung schlechter Effekte und das CGI ist nicht schwankend, sondern meist auf der „cringy“ Seite. Da war dann wohl für solch ein Fantasy-Spektakel das Budget und/oder die nötige Zeit dahinter, doch zu gering angesetzt.
Leider gab es dann auch noch ein paar inhaltliche Sachen, die mir negativ aufgefallen sind, oder zumindest seltsam anmutend. Ich fand es z-B. eigenartig das „Castle Grayskull“ quasi direkt neben Eternos geparkt ist. Quasi wie so eine Art „Außenbezirk“. Als Ausgleich dazu war Snake Mountain, für eine CGI-Landschaft, immerhin ganz ok.
Wir reden hier natürlich von einem Film und nicht von einer Zeichentrickserie für Kinder, aber trotzdem fand ich es grenzwertig, wie viele Charaktere man im Film geopfert hat, wo man in der Serie die Schurken doch nur immer „vermöbelt“ hat. Empfand ich als unpassend und diese Szene in der man „Moss-Man“ sterben lässt, hat man wohl aus „Revelations“ entliehen.
Aber trotz all der deutlich negativen Punkte, hat der Film für mich irgendwie trotzdem funktioniert. Wahrscheinlich, weil er aus der Ecke „hat das Herz am rechten Fleck“ kommt und durchaus seinen Spaß damit haben kann.
Gefühlt für mich eher eine 7/10, aber wegen dem nostalgischen Unterhaltungswert und weil He-Man der Held meiner Jugend war (neben Captain Future), lande ich hier doch eher bei freundlichen 8 von 10 Punkten.


