Digger Rockwell ist im Ölgeschäft tätig und hat damit Milliarden verdient. Bereits sein Großvater hat damit begonnen und Rockwell gehört inzwischen aufgrund seiner finanziellen Mittel und seines Einflusses zu den mächtigsten Männern der Welt. Jedoch gibt es bei einem Ölprojekt in Grönland massive Probleme und insbesondere Europa, aber auch der Rest der Welt, droht eine Katastrophe. Das wollen auch Diggers technische Berater ihm mitteilen.
"Digger" ist eine lupenreine Satire über den Menschen und die Gesellschaft als Ganzes. Er zeigt die ungeschönte und unbequeme Wahrheit auf: Jeder Mensch ist das Problem, nicht nur einer und nicht nur die Konzerne. Wir alle sind mitverantwortlich für alles, was in der Natur, beim Klima und beim Wetter passiert. Aber so oder so: irgendwann wird es uns Menschen nicht mehr geben und die Erde kann sich wieder von uns erholen.
Mir hat der Film gefallen, auch wenn er sich jetzt nicht zu meinen Lieblingsfilmen gesellen wird. Ich fand die „Wendung“ des Films nach etwa 30 bis 40 Minuten erst befremdlich, doch dann auch wieder gut, und das Ende fand ich auch stark.
Tom Cruise spielt hier zwar total drüber, wie alle anderen auch, aber er spielt diese völlig überzeichnete Rolle trotzdem richtig stark und überzeugend.
Die allgemein negative Kritik zu dem Film kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber ich schätze, dass viele Menschen mit der ungeschönten Wahrheit, verpackt in einer überzeichneten Satire, nicht gut umgehen können oder wollen, und dass diese Menschen den Film deshalb als kontrovers oder unpassend oder schlecht ansehen. Man kann zum Umwelt-, Natur- und Klimaschutz stehen, wie man will, aber der Film stellt das Bild der Menschen als Gesamtheit auf stark überspitzte Weise doch ziemlich real dar.
Bewertung: 7/10 Punkte
Wiederschauwert: Gering
Nachhaltiger Eindruck: Mittel
Emotionale Tiefe: Gering
Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.
Ben Affleck Warns Against Celebrating Box Office Failure of Tom Cruises Digger, Says It Could Discourage Risk-Taking in Hollywood
https://www.ign.com/articles/ben-affleck-warns-against-celebrating-box-office-failure-of-tom-cruises-digger-says-it-could-discourage-risk-taking-in-hollywood
Der Vergleich mit Schulmobbing ist schief, aber ansonsten trifft er einen Punkt.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@ luhp92
Interessanter find ich, dass "Verity" und "End of Oak Street" die einzigen Filme sind, denen sie kein Herz gegeben hat. LOL
Anne Hathaway bewertet und kommentiert zum ersten Mal einen Film auf Letterboxd. Rein zufällig ein Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle, mit dem sie bald (nach der Geburt ihres Kindes) "Tage des Donners 2" dreht^^
Ich spreche ihr nicht ab, dass sie "Digger" tatsächlich mag. Aber das Posting verbuche ich doch mehr unter Marketing.
https://letterboxd.com/annehathaway/film/digger-2026/
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Wie inzwischen nach den ersten Reaktionen zu erwarten, ist „Digger“ kein Film, der es dem Zuschauer einfach macht, geschweige denn jedem gefallen wird. Die verheerenden Kritiken kann ich aber nicht ganz so recht nachvollziehen, weil der Film gerade von der handwerklichen Seite äußerst gelungen daherkommt.
„Digger“ liefert viele stilvolle und erstaunlich stark inszenierte Szenen ein, mit hervorragenden Bildeinstellungen und einer ebenso attraktiven und gekonnt eingesetzten Lichtgestaltung.
Dazu kommen dann die doch überwiegend starken schauspielerischen Leistungen des Casts, allen voran natürlich einem zentralen Tom Cruise in Höchstform, aber auch John Goodman oder Riz Ahmed. Nur Sandra Hüller blieb mir in ihrer Leistung dann doch etwas zu dürftig, was aber durchaus an der eingeschränkten Rolle liegen mag.
Der Humor des Films ist teils vulgär und sicher verschroben, aber über Humor lässt sich bekanntlich schlecht streiten. Das ist für mich sowieso immer eine eindeutig subjektive Angelegenheit.
Der eingebaute Twist im Film kam zwar überraschend, empfand ich aber im Anschluss dann weder als bahnbrechend oder störend.
Die eigentliche Kritik des Films geht dann auch gar nicht gegen die offensichtlichen Verdächtigen, also Politiker oder Öl- bzw. Finanzmogule, sondern gegen die Gesellschaft selbst, wie u.a. die zentrale Szene im Film aufzeigt. Also die Rede von Digger, aber auch die letzte Szene, wenn das Publikum wieder aus dem Theater entlassen wird, genau wie das Publikum im Kino. Der klassische Gesellschaftsspiegel eben.
So gesehen ist die Satire bzw. die Kritik des Films doch recht schlicht und kommt eigentlich schon recht „plump“ daher, trotzdem ist der Film in seiner eigentlichen Inszenierung wirklich gut arrangiert und gespielt.
Ich bereue es nicht dafür ins Kino gegangen zu sein, müsste den Film jetzt aber nicht nochmals sehen und bezweifle dass er es am Ende in meiner Jahresauswertung unter die Top10 schaffen wird.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich mag mal im Spoilertext explizit ein paar Dinge nennen, die ich bei Digger als sehr gelungen empfand:
Jap der Humor dazwischen ist stellenweise sehr platt und vulgär und das trifft nicht viele Geschmäcker. Meinen hats getroffen. Zudem hat es ein Film natürlich etwas schwer, der quasi dem Zuschauer sagen möchte, dass er selbst für den Mist der Welt verantwortlich ist.
Aber unter diesen Gesichtspunkten mag ich Digger sehr. Denn hier unterscheidet er sich stark von Dr. Seltsam oder Dont Look Up, wo alle quasi ein Opfer von Staatschefs sind.
@ TiiN
Nach der Enthüllung mit dem Theaterstück war ich regelrecht irritiert, dass weiterhin 80% der Laufzeit für die Fake-Handlung draufgehen. Mir hat sich der Mehrwert überhaupt nicht erschlossen, das Stück noch so ausführlich zu zeigen, zumal Inarritu ja selbstreferenziell zugibt, dass es mies ist. Vielleicht hätte der Film funktioniert wenn er deutlich weniger von dieser Schmierenkomödie und dafür mehr von der Realität gezeigt hätte, weil er dann tatsächlich als Parodie auf platte Politsatiren der Marke McKay/Östlund gelesen werden könnte, Ansätze dafür waren ja vorhanden. Aber über fast die gesamte Laufzeit Flachwitze und nerviges Overacting zu ertragen, um am Ende mit einer Moral entlassen zu werden, die schon den alten Römern bekannt war, ist mir dann doch etwas zu wenig.
@PaulLeger
Bezogen auf deinen ersten Abschnitt:
Nach dem ersten Twist dachte ich noch, der Film würde auf eine Satire von schlechten Filmen wie "Don’t Look Up" hinauslaufen, so dass all die unterirdischen Witze und das überzogene Schauspiel sich am Ende als Parodie auf diese entpuppen und somit einen Sinn ergeben würden. Stattdessen präsentiert uns Inarritu die Auflösung, dass dumme Filme bzw. Theaterstücke notwendig sind, um die Menschen von ihren Sorgen abzulenken.
Und das war dir zu platt rübergebracht? Ansich ist das doch ein starker Punkt der sich auch mit Diggers Rede im Mittelteil kombiniert.(Zusammengefasst: Leute wollen für ihren Wohlstand, dass die Welt abschmiert)
Über Humor lässt sich bekanntlich streiten, aber ich fand das Ende schon recht stark, wie man sieht, wie die Theaterbesucher das Gebäude verlassen und in ihre zerstörte Welt zurückkehren, während die Kinobesucher selbst das nun auch tun.
Für mich leider ein Fehlschlag. Stimme luhp92 zu, dass Produktionsdesign und Kamera herausragend sind, aber das rettet den Film auch nicht.
Nach dem ersten Twist dachte ich noch, der Film würde auf eine Satire von schlechten Filmen wie "Don’t Look Up" hinauslaufen, so dass all die unterirdischen Witze und das überzogene Schauspiel sich am Ende als Parodie auf diese entpuppen und somit einen Sinn ergeben würden. Stattdessen präsentiert uns Inarritu die Auflösung, dass dumme Filme bzw. Theaterstücke notwendig sind, um die Menschen von ihren Sorgen abzulenken.
Mal davon abgesehen, dass das keine neue Erkenntnis und schon gar nicht sonderlich deep ist, hätte man die 2 Stunden dann doch wenigstens auch unterhaltsam und witzig gestalten können statt den Zuschauer mit einer Kaskade von platten Handlungselementen und nicht zündenden Pointen zu langweilen.
Der einzige Punkt, den man Inarritus Satire evtl. gutschreiben könnte, wäre der, dass er über die Figur von Jesse Plemons zeigen will, wie die Oligarchen-Familien auch nach so einer Katastrophe weiterhin das Narrativ bestimmen, aber dazu hätte uns der Film mehr von der Realität zeigen müssen. So war das wie der ganze Film zu oberflächlich.
Meine Bewertung
"Digger" ist finde ich schwierig zu bewerten und es ist schwierig, über den Film zu schreiben.
Nach dem ersten Akt erfolgt ein Storyshift, den ich nicht verraten möchte, weil man diesen möglichst ungespoilert erleben sollte. Alejandro G. Iñarritu kreiert das alles, um am Ende des Films einen Schlusstrich unter die aktuelle Entwicklung von US-Politik, Gesellschaft und Umwelt/Klima zu ziehen, mit dem er tatsächlich in den Magen schlägt und zum Nachdenken anregt.
Der Weg dorthin entpuppt sich allerdings als ein langer und die präsentierte Satire empfand ich mehr als quälenden "Dont Look Up"-Verschnitt (Witze, die schon oft gemacht oder bereits von der Realität überholt wurden), weniger als neue, frische und wirklich komische Variation von "Dr. Seltsam".
Die Schauspieler hängen sich zumindest voll rein. Tom Cruise performt als Mischung aus sich selbst, Daniel Plainview und Dr. Seltsam, klimaktisch läuft dabei alles auf einen aufwühlenden Monolog hinaus, mit dem sich Cruise zehn Minuten lang in Rage redet. Ferner benötigt es ironischerweise ein Haufen an Make-Up und den Fatsuit, um den topfitten 64-jährigen Tom Cruise glaubhaft einen 65-jährigen Mann zu verwandeln^^ An seiner Seite als herausstechendes Element eine durch Animatronik erweckte, 30-jährige Katze, die halbtot vor sich hin verwest. Was von Blofelds Perserkatze übrigblieb.
Riz Ahmed gibt den nervösen Wissenschaftler, der mit allem Recht hat, aber von niemandem ernstgenommen wird. John Goodman den cholerischen, grimassierenden US-Präsidenten mit Arschkrebs und Michael Stuhlbarg den Clown-Vizepräsidenten. Jesse Plemons sammelt weiterhin fleißig renommierte Regisseure in seiner Filmographie. Nur Sandra Hüller bekommt hier leider nicht so viel zu tun als Tom Cruise Schwester, die ausgestellte Satire steht ihr zudem auch nicht so gut zu Gesicht.
Das Szenenbild und die Kameraarbeit mitsamt der Szenenübergänge gestalten sich unabhängig von der Satire nichtsdestotrotz klar als Augenschmaus (Emmanuel Lubetzki ist wieder am Kochen).
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Wird sicherlich in meiner 2026er Liste ziemlich weit oben landen. Starke Satire auf unsere Welt, vermengt mit den Stilmitteln von Alejandro G. Iñárritu.
Ich frag mich, wie insbesondere die US-Amerikaner diesen Film finden? Die Hälfte der Bevölkerung dürfte das ziemlich übel finden.
Meine Bewertung