Im Oxford der 1870er Jahre gerät der 19-jährige Sherlock Holmes in einen Mordfall, der seine Zukunft bedroht. Auf der Suche nach der Wahrheit stößt er auf eine weitreichende Verschwörung. Die Serie erzählt die frühe Entwicklung des legendären Detektivs – bevor er zur Ikone der Baker Street wird .
Young Sherlock trägt so eindeutig die Handschrift von Guy Ritchie, was wohl auch kein Wunder ist, wenn er als Produzent der Serie auftritt und für die ersten beiden Episoden noch die Regie übernimmt.
So erkennt man auch schnell die Nähe der Inszenierung, zu den beiden Sherlock Holmes Filmen mit Robert Downey Jr. und Jude Law. Schnelle harte Schnitte, ein recht actionlastiger Ansatz der Szenerie und diese typische Tendenz eines eher in Hintergassen angelegten Charmes, für den Ritchie so berühmt ist.
„Young Sherlock“ basiert auf der Buchreihe von Andrew Lane und ich denke mal wahrscheinlich eher lose, wie immer, aber ich kenne die Bücher selbst nicht. Holmes ist dort aber gerade erst 14 Jahre alt, während er in der Serie dann doch in seinen Zwanzigern verortet wird und mit Hero Fiennes Tiffin, von einem 29jährigen gespielt wird.
Fiennes Tiffin gefällt in der Rolle ausgesprochen gut. Man erkennt bereits den detektivischen Ansatz, aber ist noch weit vom Meisterdetektiv entfernt. Hier muss sich Holmes ja auch noch mit seiner ganzen Familie messen, wenn es um den nötigen Spürsinn und die dazugehörige Raffinesse geht.
Was am Ende auch den Ansatz der Serie erklärt, die sich eher als Abenteuergeschichte, denn als Kriminalfall sieht und darauf noch einen gehörigen Teil Familiendrama draufpackt.
Daher ist auch der eigentliche Fall nicht unbedingt das Highlight der Serie, es gibt hier auch nicht unzählige Twists und Wendungen wie in den üblichen Fällen von Sherlock Holmes. Das macht aber gar nicht soviel aus, da sich die Serie eben an anderer Stelle verortet sieht und vieles durch seinen vortrefflichen Cast auffangen kann.
Allen voran und als heimlichen Star sehe ich ganz klar den irischen Darsteller Dónal Finn, der bereits ab der zweiten Staffel von „Das Rad der Zeit“, bedingt durch den Weggang eines Schauspielers, die Rolle des Mat Cauthon übernahm und damit auf ganzer Ebene glänzen konnte, zumindest bis die Serie verfrüht abgesetzt wurde.
Hier gibt er als James Moriarty an der Seite von Holmes eine so eindringliche und facettenreiche Performance ab, das er damit zu jedem Zeitpunkt dem restlichen Cast ein klein wenig die Show stiehlt.
Dieser Cast der dann auch noch aus Hochkarätern wie Natascha McElhone, Max Irons, Colin Firth oder Joseph Fiennes, der sogar der Onkel von Hero Fiennes Tiffin ist und auch Ralph Fiennes ist sein Onkel, der spielt hier aber nicht mit. Puh… Verwirrung vor lauter Fiennes.
Im Prinzip bin ich mit der ersten Staffel sehr zufrieden, einzig die letzte Folge läuft sich etwas selbst davon mit ihren harten Schnitten, die es hier etwas übertreiben, dazu wirkt die letzte Episode etwas „erzwungen“ und „getrieben“. Ich hatte auch den Eindruck man hätte hier einfach noch eine weitere Episode gebraucht, um die Geschichte vollständig und korrekt zu erzählen.
Trotzdem eine Serie mit großem Unterhaltungswert. Zwar weniger Krimi, aber dafür ein gutes Gefühl von Abenteuergeist. Da hier noch weitere Bücher vorliegen, denke ich wir sollten schwer mit weiteren Abenteuern des jüngeren Holmes rechnen. Hoffentlich dann auch wieder mit Moriarty.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich habe mir die Serie am 06. März 2026 angeschaut. (Zum Serientagebuch)
Bisher (3 Folgen) eine sehr unterhaltsame Serie, wobei Moriarty deutlich interessanter ist als Sherlock.
Meine Bewertung