Im Mittelpunkt steht ein zeitweiliger Sheriff einer Kleinstadt, der nach einem lokalen Bankraub düstere Geheimnisse aufdeckt.
Ich mag Bob Odenkirk seit „Breaking Bad“ und erst recht seit dem Spin-Off „Better Call Saul“, welches für mich die Mutterserie noch überflügelte.
Überraschend war dann die neue Richtung von Odenkirk als Actionheld in „Nobody“, der mir überhaupt nicht gefallen hat und ich mir den zweiten Teil gleich erspart habe.
„Normal“ hat mich von der Synopsis und dem Trailer deutlich mehr angesprochen und ja, der Film funktioniert auch deutlich besser.
Odenkirks Charakter kommt hier in eine Kleinstadt in Minnesota, um übergangsweise den Posten des kürzlich verstorbenen Sheriffs einzunehmen. Eine Situation, die ihm ganz gelegen kommt, da er selbst noch mit einigen Dingen zu kämpfen hat und hier eine beschauliche, ruhige Kugel schieben kann. Bis all die kleinen Ungereimtheiten hinter der Kleinstadtfassade plötzlich eskalieren.
Odenkirks Charakter Ulysses ist hier deutlich weniger gewaltbereit als sein Counterpart in „Nobody“, falls man die Filme unbedingt vergleichen will. Er ist eher der ruhige, de-eskalierende Sheriff, der eher die Ruhe bewahrt und versucht die Situation im Gespräch zu lösen.
So ist der erste Teil des Films, also so die erste halbe Stunde, vollkommen anders als der Rest des Films. Ruhig, entspannt und langweiliger Polizeialltag. Mal ein Streit im Eisenwarenladen, dann die Planung für einen Umzug organisieren. Nichts Bewegendes.
Bis der Film dann plötzlich in seinem Mittelteil ziemlich schnell umkippt und sich in eine durchaus brutale Actionorgie verwandelt. Dabei muss man eben hier betonen, wie abstrus und skurril der Film hier auch wird, teils sogar albern. Das sich der Film dann auch zu keinem Zeitpunkt wirklich selbst ernst nimmt, hebt ihn dann auch deutlich über einen Film wie „Nobody“. Das ganze Gesamtkonzept funktioniert hier deutlich homogener.
Zum dritten und letzten Teil des Films, also dem Finale, dreht sich der Film nochmal, bleibt aber actionlastig und schräg.
Interessant sind hier die doch recht bekannten Gesichter wie z.B. Henry Winkler oder Lena Headey in den Nebenrollen und oft mit recht wenig Screentime. Also eigentlich schon fast verschenkt, wertet den Film aber deutlich auf.
„Normal“ ist ein skurriler, aber unterhaltsamer Actionthriller mit einem sehenswerten Bob Odenkirk in der Hauptrolle. Mit seiner erfreulichen Spielzeit von 90 Minuten, hat er auch die richtige Länge, um nicht aus der Bahn zu geraten.
Kein großer Blockbuster, kein neuer Klassiker, aber solides Nischenhandwerk das zu gefallen weiß.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"