Stalingrad, 1942: Während sich die deutschen und die russischen Truppen in Stalingrad gegenseitig grausame Verluste zufügen, sieht der Rest der Welt voll Furcht dem Ausgang dieser Schlacht entgegen. Doch der gefürchtete russische Präzisionsschütze Vassili Zaitsev kennt keine Angst und schießt einen seiner Gegner nach dem anderen nieder. Vassilis legendärer Ruf führt bald zu einem Duell mit dem besten Scharfschützen der deutschen Armee, Major König. Zwischen beiden kommt es zu einem erbitterten Zweikampf, während um sie herum die furchtbarste Schlacht aller Zeiten tobt.
Neben "Pearl Habor" handelt es sich bei "Enemy at the Gates" um einen weiteren Film, der sich an "Titanic" und "Saving Private Ryan" orientierte und deren Erfolgsformel mehr schlecht als recht kopierte.
"Enemy at the Gates" beginnt mit einer Stürmung Stalingrads durch die Sowjets, ohne dass Regisseur Jean-Jacques Annaud bewusst ist, wie und warum die Einführungsszene bei Spielberg so gut funktionierte. Der gesamte Film wird schwülstig in Szene gesetzt, der Cast besteht weitestgehend aus Briten und US-Amerikanern, nur wenig fühlt sich hier natürlich oder echt an, geschweige denn Russisch oder Deutsch. Jude Law und Joseph Fiennes als Russen vielleicht mal außenvorgenommen, Stilblüte des Castings ist Eva Mattes als Russin, die dann Englisch mit deutschem Akzent spricht. Bob Hoskins gibt die Knallchargen-Version Nikita Chruschtschows.
James Horner fährt einen durchgehend pathetischen Score auf, der (rückwirkend) aus Versatzstücken aus "Titanic", "Troja" und "Avatar" besteht, und Stalingrad zu einer erhabenen Schlacht für das Mutterland erhebt. Und dann dreht sich der Film irgendwann nicht einmal mehr um den Krieg sondern um eine Dreiecks-Liebesbeziehung zwischen den Soldat*innen Jude Law, Rachel Weisz und Joseph Fiennes. Inklusive heimlicher Sexszene in einer Halle voller Soldaten, sowohl die stärkste Szene des Films als auch komplett Fehl am Platz.
"Enemy at the Gates" verfehlt als Kriegs-Liebesfilm sein Thema und sein Setting, zuvor hatte ich mir "Stalingrad" angesehen, die beiden Filme verhalten sich zueinander wie Licht und Schatten.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Ich habe mir den Film am 15. Mai 2023 angeschaut. (Zum Filmtagebuch)
Spannendes Duell zweier Scharfschützen in der Schlacht von Stalingrad. Auf der einen Seite der russische Volksheld Wassili Saizew, gespielt von Jude Law und auf der Gegenseite der gefürchtete deutsche Scharfschütze Mayor König, gespielt von Ed Harris. Zwischen den beiden entwickelt sich mitten in der Schlacht ein erbitterteres Katz- und Mausspiel, in dem der Jäger zum Gejagten wird.
Meine Bewertung