Im pittoresken Bundesstaat Maine im Nordosten der USA wird das verschlafene Dorf Tarker Mills von einer Mordserie heimgesucht. Hinter den grausamen Verbrechen vermutet man einen wahnsinnigen Psychopathen. Aber ein an den Rollstuhl gefesselter Elfjähriger will es besser wissen: Er stellt sich wagemutig Reverend Lowe, von dem er überzeugt ist, dass der sich nachts in einen Werwolf verwandelt.
Stephen Kings „Silver Bullet“ oder eben „Werwolf von Tarker Mills“, ist ein mehr als solider Beitrag zum Thema „Werwolf“ und auch wenn er sicherlich nicht zu den wichtigsten Filmen des Genres aus den 80ern gehört, oder auch zu den bekanntesten King Verfilmungen. Ist er doch eine der besten Umsetzungen von Buch zu Film, was natürlich der Tatsache geschuldet ist, das King hier selbst das Drehbuch beigesteuert hat. Ein Tatbestand, den nicht viele King Verfilmungen von sich sagen können und wir wissen wie viele missglückte Umsetzungen es in der Vergangenheit gab und ich bin auch heute sprachlos, wie man „Tommyknockers“ nur so in den Sand setzen konnte.
Aus heutiger Sicht ein wirklich gut besetzter Film. Der leider inzwischen verstorbene Teenager-Star Corey Haim (The Lost Boys), hier noch als Heranwachsender, dazu solch bekannte Gesichter wie Gary Busey oder Everett McGill. Das ist mehr als amtlich und hievt den Film auch ein gutes Stück über den Durchschnitts-Genrebeitrag.
Natürlich dem Buch, also der Vorlage geschuldet, haben wir es hier auch mit einer in sich geschlossenen, gut strukturierten Handlung zu tun, die schlüssig erzählt ist und die King-typischen sehr nachvollziehbaren Charaktere mit sich bringt. Eine der größten Stärken von King ist es eben, Figuren ins rechte Licht zu rücken, ohne dabei den Hammer auszupacken und zumindest die meiste Zeit, auch irgendwelche Klischeefallen zu umgehen. So fügen sich alle für die Handlung entscheidenden Charaktere homogen in die Geschichte ein, der Nebencast erfüllt dabei ebenso seine Aufgabe, das Ambiente genügend zu bekräftigen.
Bleibt noch der Werwolf selbst. Nun, es ist ein Film aus den 80ern. Ich mag diese praktischen Effekte, weil sie ehrlicher aussehen und mich weniger in der Immersion stören als das nächste mittelprächtige CGI-Feuerwerk. Wahrscheinlich wird sich der eine oder andere, der den Film damals nicht mitbekommen hat, heute an der Darstellung stören, aber das ist wie vieles, natürlich eine besonders subjektive Einstellung. Man sollte aber auch dazu sagen, dass der Mittelpunkt des Films eigentlich Marty, seine Schwester Jane und deren Onkel Red ist. Den Werwolf bekommt man erst recht spät im Film zu sehen und er macht nur einen kleinen Anteil der Spielzeit aus. Wenn es das vielleicht von der Seherwartung etwas „besser macht“.
Wie gesagt, ich denke nicht das „Silver Bullett“ DER Werwolf Film ist, aber es ist einer der besseren Beiträge und vor allem eben, ein in sich sehr gut funktionierender und gut erzählter Film. Stephen King sei Dank.
Bewertung: 7,5 von 10 Punkten
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich habe mir den Film am 03. Juni 2025 angeschaut. (Zum Filmtagebuch)
Diese Stephen King Verfilmung gefällt mir eigentlich recht gut, gerade weil er atmosphärisch etwas zu bieten hat. Der Film ist mittlerweile unfassbare 40 Jahre alt, daher sehen Kostüme und Effekte heutzutage natürlich nicht mehr so ganz zeitgemäß aus. Der Werwolf von Tarker Mills hat aber trotzdem mehr zu bieten, als einige ähnliche Filme der heutigen Zeit. Ich denke da z.B. an das recht seelenlose Werk "Werewolves" mit Frank Grillo. Kann hier auch die kürzlich veröffentliche 4K-Fassung empfehlen, Bild und Ton sind da für so einen alten Schinken wirklich top!
Meine Bewertung