Hier dreht sich alles um den Film Cars (2006). Tausch dich mit anderen Filmfans aus.
Review Cars 1-3
20, 15 und 10 Jahre lang hatte ich die Cars-Filme bisher ignoriert, weil mich die Autorenn-Geschichten nie interessierten und weil die Filme das Pech hatten, in einer Zeit zu erscheinen, in der Pixar durchgehend meisterhafte Filme produzierte, und entsprechend stets als schwarze Schafe der Familie rezipiert wurden.
Als ich mir "F1" angesehen habe, hat das eine kleine Autorenn-Phase ausgelöst, ich habe "Tage des Donners" sowie "Le Mans" mit Steve McQueen nachgeholt und unter anderem, weil der Cars-Protagonist nach eben jenem McQueen benannt ist, hatte ich jetzt endlich die Motivation gefunden, mir die Filme anzusehen.
Ironie des Schicksals: Ich würde die Cars-Filme nun als die unterschätztesten Pixar-Filme bezeichnen.
Bei "Cars" und "Cars 3" handelt es sich um klassische, z.B. von den Rocky-Filmen inspirierte Sportdramen über den Karrierebeginn und das egozentrische Rookie-Dasein bzw. über das Karriereende und das würdevolle Abtreten als Legende, Teil 3 besinnt sich dabei auch noch stark auf Teil 1 zurück. Die Stories bestehen selbstverständlich aus bekannten Genre-Elementen, werden von Pixar mit ihrem Gespür für Charaktere, Drama und Humor jedoch zu einer einfühlsamen, persönlichen und bedeutsamen Gesamtheit zusammengefügt. Als Formel-1-Fan kann man sich obendrein über Cameo-Auftritte von Michael Schumacher, Nikki Lauda, Mika Häkkinnen, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel freuen.
"Cars" trumpht als Adaption des Romans "What?...Dead Again?" außerdem mit der charmanten und tragischen Nebengeschichte rundum die Kleinstadt Radiator Springs und deren Bewohner auf, die vom normalen Leben in den USA abgenabelt wurden und deren Lebensexistenz bedroht ist, seitdem die alte Route 66 durch die neue, zeitlich effizientere Route ersetzt wurde. Diese Nebengeschichte entpuppt sich als zweites Herz des Films. Der genannte Roman wurde 1991 mit "Doc Hollywood" und Michael J. Fox in der Hauptrolle schon einmal verfilmt und Ähnlichkeiten sind klar erkennbar, eine gleichfalls charmante Komödie zwischen Stadt-Land-Clash und Romantik, "Cars" ersetzt dabei die Ärzte durch Rennautos.
"Cars 2" kombiniert sein Rennauto-Thema mit einer Hommage an und Parodie auf klassische Spionage- und Agentenfilme. Auf dem Papier würde man meinen, dass das so nie funktionieren kann, aber das exakte Gegenteil ist der Fall, denn die Filmemacher wissen ganz genau, wie sie die Genretropen bedienen müssen und persiflieren können und dabei zudem noch einen politischen Kommentar zur Mineralölindustrie und alternativen Brennstoffen einbauen können. Michael Caine als MI6-Agent und Thomas Kretschmann als deutscher, krimineller Schurke gehen in ihren Rollen vollkommen auf. Bei "Cars 2" dürfte es sich um den eigenartigsten, abseitigsten und experimentellsten Pixar-Film handeln.
In der Form, wie die Cars-Filme Bezug zum Sportdrama bzw. Spionage-/Agentenfilm nehmen, fühlen sie sich von allen Pixar-Werken durchgehend wie klassische Hollywood-Filme an, was man von Pixar-Filmen so auch nicht erwarten würde.
Des weiteren sticht bei den Cars-Filmen im Vergleich mit anderen Pixar-Werken die Qualität und Hochwertigkeit der Animationen hervor, speziell "Cars 2" und "Cars 3" verfügen teilweise über solch fotorealistische Sequenzen, dass man als Zuschauer nicht genau sagen könnte, ob es sich dabei nun um Realaufnahmen oder um CGI-Animation handelt.
Fazit: In die Riege der Top-Filme Pixars steigen die Cars-Filme für mich zwar nicht auf, aber "Cars" bewegt sich schon knapp dahinter, "Cars 3" im oberen Mittelfeld und "Cars 2" im soliden Mittelfeld.
Cars 1: 7,5 von 10 Punkten
Cars 2: 6,5 von 10 Punkten
Cars 3: 7,0 von 10 Punkten
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Cars (2006)
Moviejones | 12.02.2026