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Spider-Man - Brand New Day

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Comic Kritik Spider-Man: Brand New Day

Comic-Review: "Spider-Man: Brand New Day": Wie viel Film steckt im Comic?

Comic-Review: "Spider-Man: Brand New Day": Wie viel Film steckt im Comic?
0 Kommentare - Sa, 19.09.2026 von MJ-GPJ
Der neue Spider-Man-Film ist ein gigantischer Kinoerfolg. Passend dazu legt Panini die Comic-Saga neu auf, die dem Film seinen Titel gegeben hat. Wer hier allerdings die Vorlage zum Kinofilm erwartet, wird überrascht sein.

Wenn ein neuer Spider-Man-Film weltweit Milliarden einspielt, stellt sich natürlich irgendwann die Frage: Warum funktioniert ausgerechnet dieser Film so gut? Liegt es vielleicht auch an seiner Comic-Vorlage? Panini liefert mit Spider-Man: Brand New Day zumindest die Gelegenheit, dieser Frage nachzugehen.

Inhalt

Nach den Ereignissen von One More Day beginnt für Peter Parker tatsächlich ein „Brand New Day“. Der Neustart hat allerdings einen ungewöhnlichen Grund: Peter und Mary Jane hatten zuvor einen Deal mit Mephisto geschlossen, um Tante May zu retten. Als Preis dafür wurde ihre Ehe aus der Realität und den Erinnerungen der Menschen gelöscht. Seine Ehe mit Mary Jane Watson gehört also der Vergangenheit an und auch die Ereignisse rund um seine enttarnte Identität wurden aus dem bisherigen Status quo entfernt. Während der Kinofilm stark von Peters Liebeskummer und den Folgen seiner gescheiterten Beziehung geprägt ist, spielt das im Comic kaum eine Rolle. Hier steht vielmehr der Neustart selbst im Mittelpunkt: Peter Parker ist wieder allein unterwegs, und Spider-Man muss sich in seinem neuen Alltag erst wieder zurechtfinden.

Der vorliegende Band versammelt die ersten Geschichten dieses Neustarts und enthält Amazing Spider-Man #546 bis #551 sowie zusätzliches Material. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Mister Negative, Jackpot und Menace.

Dabei wird schnell deutlich, was Marvel mit Brand New Day erreichen wollte: Spider-Man sollte wieder etwas unkomplizierter werden. Peter bekommt neue Gegner, neue Bekannte und neue Probleme, ohne dass man dafür jahrzehntelange Vorgeschichten kennen muss.

Review

Und genau deshalb ist der Vergleich mit dem Kinofilm interessant. Viel mehr als den Titel haben beide Geschichten zunächst nicht gemeinsam. Der Comic ist ein Neustart nach einem großen Einschnitt innerhalb der Comic-Kontinuität. Der Film macht Peter dagegen zum Einzelgänger, weil sich die Welt nach No Way Home nicht mehr an ihn erinnert.

Trotzdem gibt es eine Gemeinsamkeit: Beide Geschichten stellen Peter an einen neuen Ausgangspunkt. Und so kann die Figur wieder zu ihren Wurzeln geführt werden. Spider-Man kann hat einen neuen Status quo bekommen, ohne dass man seine grundlegenden Eigenschaften verändern muss.

Der Comic macht daraus allerdings eine deutlich klassischere Spider-Man-Geschichte. Peter hat wieder Probleme mit seinem Alltag, muss sich mit neuen Gegnern herumschlagen und versucht gleichzeitig, als Spider-Man das Richtige zu tun. Das ist unterhaltsam und fühlt sich tatsächlich wie ein Neustart an.

Besonders interessant sind dabei die neuen Figuren. Mister Negative funktioniert als Gegner gut, während Jackpot (die MJ erstaunlich ähnelt) zunächst vor allem deshalb neugierig macht, weil man nicht sofort weiß, wer eigentlich hinter dieser Figur steckt. Auch Menace bringt eine zusätzliche Bedrohung in Peters neues Leben. Und der Band ist nicht zimperlich, es gibt viel Gewalt und Tragödie in der Geschichte.

Auch optisch ist der Band interessant. Es sind mehrere Zeichner beteiligt, unter anderem Steve McNiven, Salvador Larroca und Phil Jimenez. Normalerweise besteht bei solchen Wechseln die Gefahr, dass ein Sammelband wie eine Ansammlung völlig unterschiedlicher Comics wirkt. Hier ist das erfreulicherweise nicht der Fall. Die Zeichner haben durchaus ihre eigenen Stile, insgesamt entsteht aber ein relativ homogenes Gesamtbild.

Und dann ist da natürlich noch der Film. Dass Spider-Man - Brand New Day inzwischen zu den erfolgreichsten Filmen überhaupt gehört, macht diesen alten Comic automatisch interessanter. Ob der Erfolg nun an der Comic-Idee liegt? Wohl kaum in einem direkten Sinne. Der Film erzählt eine andere Geschichte. Aber der Name ist durchaus passend gewählt. Denn auch der Film macht etwas, das bei Spider-Man immer wieder funktioniert: Er nimmt Peter Parker aus seiner gewohnten Situation heraus und fragt, was von ihm übrig bleibt, wenn sein bisheriges Leben plötzlich nicht mehr funktioniert.

Fazit

Spider-Man: Brand New Day ist nicht die werktreue Vorlage des aktuellen Kinofilms. Wer genau danach sucht, wird hier also nicht fündig. Dafür ist der Band ein interessanter Blick zurück auf einen Neustart, der inzwischen fast 20 Jahre zurückliegt.

Die Geschichten sind unterhaltsam, Peter Parker funktioniert auch in diesem neuen Umfeld hervorragend und die neuen Figuren bringen genügend frische Ideen mit.

Für Fans des Films ist der Band deshalb weniger eine Vorlage als vielmehr ein interessanter Blick auf eine frühere Version dessen, was ein „neuer Tag“ für Spider-Man bedeuten kann.

Transparenzhinweis: Das Rezensionsexemplar wurde uns von Panini zur Verfügung gestellt

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