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Comic-Review: Batman: Clayface Collection:

"Batman: Clayface Collection": Ein narzisstischer Superschurke (Comic-Review)

"Batman: Clayface Collection": Ein narzisstischer Superschurke (Comic-Review)
0 Kommentare - So, 01.11.2026 von MJ-GPJ
Der "Clayface"-Kinofilm hat uns bei Moviejones überzeugt. Die neue Comic-Sammlung zeigt, dass auch in Batmans wandelbarem Widersacher mehr steckt als ein Monster aus Lehm.

Clayface war vor dem Kinofilm Clayface vermutlich nicht unbedingt der Batman-Schurke, bei dem wir sofort an eine große Comicgeschichte gedacht hätten. Joker, Two-Face oder Scarecrow stehen deutlich stärker im Rampenlicht. Umso erfreulicher, dass uns die Verfilmung bei Moviejones überzeugt hat und wir uns dadurch auch noch einmal intensiver mit der Comicfigur beschäftigen. Denn hinter dem wandelbaren Körper steckt eine interessante Idee: Was bleibt von einem Menschen, wenn sich nicht nur sein Äußeres, sondern auch sein Selbstbild immer weiter verändert?

Die Batman. Clayface Collection versammelt Geschichten aus zwei Jahrzehnten (1990er und 2010er). Sie zeigen unterschiedliche Versionen des Schurken, verschiedene Ursprünge und ganz eigene Vorstellungen davon, was Clayface antreibt.


Inhalt

Clayface ist keine einzelne Figur mit einer unveränderlichen Vorgeschichte. Den Anfang machte Basil Karlo, der 1940 in Detective Comics #40 als gescheiterter Schauspieler eingeführt wurde. Erst später kamen weitere Gestaltwandler hinzu. Matt Hagen, den wir aus dem Kinofilm kennen, etwa war ursprünglich ein Schatzsucher, der durch den Kontakt mit einer ungewöhnlichen Substanz seine Fähigkeiten erhielt. Im Laufe der Comicgeschichte wurden die verschiedenen Ansätze immer wieder verändert und miteinander verknüpft.
Die Sammlung greift diese Entwicklung auf und präsentiert Geschichten aus unterschiedlichen Phasen der Batman-Comics. Dabei geht es um Clayfaces Kampf mit seiner Identität, um seine Verzweiflung und um die Frage, wie viel Menschlichkeit in dem Wesen noch steckt. Die Beiträge stehen für sich und zeigen, wie unterschiedlich Autoren den Charakter interpretieren können.

Bild 1:"Batman: Clayface Collection": Ein narzisstischer Superschurke (Comic-Review)
© Panini Comics

Review

Die Geschichten sind insgesamt ziemlich gut gelungen. Natürlich schwankt die Qualität, wie es bei einer Sammlung aus unterschiedlichen Jahrzehnten und von mehreren Kreativteams kaum zu vermeiden ist. Uns gefällt aber gerade, dass der Band nicht einfach immer wieder dieselbe Clayface-Geschichte erzählt. Mal steht die tragische Seite der Figur im Mittelpunkt, mal ihre Bedrohlichkeit, mal der Versuch, aus den eigenen Fähigkeiten etwas zu machen.

Am besten hat uns die Geschichte von Scott Snyder gefallen. Sie bringt den Konflikt von Batman und Clayface besonders wirkungsvoll zusammen. Beide verstecken ihr wahres Ich und in der Geschichte übernimmt Clayface die Identität von Bruce Wayne. Wenn das mal keine spannende Idee für einen der kommenden DCU-Filme wäre!

Aber auch die anderen Beiträge haben ihre Momente und machen deutlich, warum sich die Figur über so viele Jahre im Batman-Universum gehalten hat. Nicht jede Geschichte ist ein Klassiker, doch als Gesamtpaket funktioniert die Auswahl gut.

Interessant ist vor allem der Blick auf die unterschiedlichen Ursprünge und Namen. Clayface ist eben nicht einfach nur ein Mann, der sich in Lehm verwandeln kann. Der Schurke bekommt mehr Tiefe und wird dadurch interessanter. Gleichzeitig müssen wir nach Film und Comic feststellen, dass Clayface, im Unterschied zu manch anderem Schurken, schon vor seiner Clayface Zeit kein sonderlich sympathischer Zeitgenosse war. So unterhaltsam Clayface auch sein kann, er war und wurde jemand, dem seine Mitmenschen ziemlich egal sind. Ein "Narzisst", wie Batman es selbst gegenüber Alfred zusammenfasst. Er kann sich in jeden verwandeln, aber anscheinend, ohne sich in die Personen einzufühlen. Sogar der Joker (mit Gastauftritt), bezeichnet Clayfaces Wunsch bewundert zu werden, in dem Comic als etwas, das sogar ihm "zu verrückt wäre".

Die Zeichnungen gefallen uns. Mit Enrique Alcatena, Alex Maleev, Greg Capullo, Kelley Jones und Mark Buckingham sind sehr unterschiedliche Künstler vertreten, die hier alle einen düsteren Stil vertreten. Der Band wechselt zwischen klassischer Superheldenaction und comicgerechtem Körperhorror.

Fazit

Die Batman: Clayface Collection ist eine gruselig unterhaltsame Zusammenstellung, die sich gut zur Ergänzung des Kinofilms lohnt. Clayface hat in den Comics nicht unbedingt die gleiche Zahl an herausragenden Geschichten vorzuweisen wie Batmans bekannteste Gegenspieler. Die hier versammelten Beiträge zeigen aber, wie viel sich aus ihren verschiedenen Identitäten und Ursprüngen machen lässt.

Unser Favorit ist die Geschichte von Scott Snyder, doch auch die übrigen Erzählungen wissen zu gefallen. Dazu kommen abwechslungsreiche Zeichnungen und einige unheimliche Momente. Wer Clayface bislang nur als wandelnden Klumpen Lehm abgetan hat, bekommt hier gute Gründe, noch einmal genauer hinzusehen.

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