Le Mans und seine 24 Stunden gelten als das schwerste Autorennen der Welt. Der Amerikaner Michael Delaney kehrt nach einer langen Verletzungspause zurück ins Cockpit und will das Rennen um jeden Preis gewinnen.
Mir fehlt zwar noch "Grand Prix" von 1966, aber von allen Autorennsportfilmen, die ich bisher gesehen habe, ist "Le Mans" definitiv der stärkste.
Im Vergleich damit fällt nochmal mehr auf, um was für Quatschfilme es sich bei "F1" und "Tage des Donners" eigentlich handelt^^ "Le Mans" verweist für mich jedoch selbst die sehenswerten "Rush" und "Ford vs Ferrari" auf ihre Plätze.
"Le Mans" dauert 104 Minuten und abgesehen von ein paar Rückbkenden wird die Laufzeit mit einem einzigen 24-Stunden-Rennen ausgefüllt, dokumentarisch anmutend kombiniert der Film die brachiale Autorennsportaction und das Duell zwischen den Fahrern und Konstrukteuren (Porsche gegen Ferrari) mit dem Geschehen rundherum und hinter den Kulissen sowie der Tragik des Todes eines Rennfahrers aus dem Vorjahr.
Es ist faszinierend mitanzusehen, wie sich der Film in den ersten 30 Minuten Zeit für die reine Vorbereitung nimmt, bevor das Rennen überhaupt beginnt, eine präzise und unaufgeregte Beobachtung der Menschen und ihrer individuellen und sozialen Riten, die Fahrer machen sich - gegebenenfalls in Anwesenheit ihrer Angehörigen - für das Rennen fertig, das Publikum füllt langsam die Tribünen, wartet gespannt, legt vielleicht nochmal Sonnencreme auf.
An der Autorennsportaction beeindruckt vor allem, wie konzentriert, klar und eindeutig sie gefilmt wird, man verliert als Zuschauer nie die Übersicht über die Strecke, die Autos und die Fahrer, hat alles immer genau in Blick. Eine Wahnsinnsleistung der Regie, der Kamera und des Schnitts. Im Kontrast dazu verliert man bei "Tage des Donners" genau diese Übersicht und kommt nicht klar auf das Geschehen, weil sich die Kamera dort zu hektisch bewegt und zudem schlampig und gehetzt hin- und hergeschnitten wird.
"Le Mans" zelebriert den adrenalingeladenen Rennsport par excellence, es ist Kino pur, Ton und Motorengeräusche legen sich wie ein Rausch auf die Ohren.
Gleichzeitig stellt "Le Mans" allerdings auch den Horror des Autorennsports heraus, die reale Gefahr und Angst vor Unfällen mit schweren Verletzungen oder Todesfolgen. Der Film demaskiert den Motorsport abseits des Zelebrierens auch als männlichen Flex auf Kosten der Angehörigen, wenn sich am Ende Steve McQueen und Elga Andersen in die Auge blicken, gerät der Triumph für Porsche auf der Leinwand in den Hintergrund und wird zur Zweitrangigkeit. Die Ehefrauen und Witwen erhalten hier ihre eigenen Stimmen, verkommen im Gegensatz zu "Tage das Donners" und "F1" glücklicherweise nicht zu reinen Liebesanhängseln der Rennfahrer.
Race Start and Opening Laps
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."