Hier dreht sich alles um die News Nach Kritik an N-Wort: Tarantino geht auf "Pulp Fiction"-Star los!. Tausch dich mit anderen Filmfans aus.
Ob, wann und wie man das N-Wort im Film einsetzen darf, wird die Kommentarspalte hier nicht seriös klären können, aber:
Das Argument, dass man irgendwann mal Geld bekommen hat und deswegen keine Kritik äußern dürfe, ist auch eine seltsame Weltsicht.
Der Film hat ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel. In der Zeit darf sich auch das Denken weiterentwickeln und es ist auch nicht verboten, frühere Werke, oder das eigene Handeln von damals zu reflektieren.
Naja, und dass ausgerechnet Tarantino sich auf einen Esprit de Corps beruft, nachdem er neulich seine Kollegen so fertig gemacht hat, ist auch schwierig...
AfD-Verbot (:
"Diese Haltung stieß bereits bei Regisseuren wie Lee Daniels auf Widerspruch, der betonte, das Wort gehöre heute nicht mehr in den Mund von Weißen - unabhängig vom künstlerischen Kontext."
Nach der Logik darf man auch das Wort Sklave und Sklaventreiber unabhängig vom künstlerischem Kontext nicht mehr in Filmen benutzten.
Sondern stattdessen kostenloser Arbeitnehmer und Arbeitnehmerbetreuer.
Ich glaube nicht – und das ist jetzt nur ein sehr kurzer Abriss eines komplexeren Themas –, dass künstlerischer Kontext automatisch mit historischem Kontext übereinstimmen muss. Deshalb hinkt der Vergleich etwas. „Sklave“ beschreibt eine historische soziale Rolle, während das N-Wort eine rassistische Beleidigung und ein Entmenschlichungsbegriff ist. Ja, der Begriff ist historisch gefallen, aber das heißt nicht automatisch, dass man ihn beliebig reproduzieren muss, um Realität darzustellen.
Wobei es bei Pulp Fiction ja nicht einmal um historische Darstellung geht, sondern um Dialoge in einem 90er-Jahre-Film. Da kann man sich schon zumindest fragen, ob die Verwendung wirklich notwendig war. Einen Film nach heutigen gesellschaftlichen Maßstäben zu kritisieren (es versucht ja niemand, etwas zu canceln), sollte jedenfalls völlig legitim sein – sonst könnten wir uns kulturell kaum weiterentwickeln.
Und auf Kritik damit zu reagieren, dass jemand „mangelnde Klasse und Ehre“ habe, weil er für seine Arbeit bezahlt wurde, überzeugt mich ehrlich gesagt auch nicht besonders. Bezahlt zu werden bedeutet ja nicht, dass man ein Werk oder Entscheidungen darin später nicht mehr kritisieren darf. Wieviele Musiker sagen denn heute, dass sie bestimmte Sachen so nicht mehr schreiben würden. Und ist doch auch legitim und wichtig.
Naja, und wie viel „Klasse und Ehre“ dieses Weltbild dann im Umgang mit Paul Dano und Matthew Lillard erkennen lässt, kann ja jeder für sich selbst beurteilen.
"Hass ist Ballast. Das Leben ist zu kurz dafür, dass man immer wütend ist. Das ist es einfach nicht wert."
Nach Kritik an N-Wort: Tarantino geht auf "Pulp Fiction"-Star los!
Moviejones | 10.03.2026