
Seit Once Upon a Time... in Hollywood im Jahr 2019 erschien, warten Fans gespannt auf den zehnten und angeblich letzten Film von Quentin Tarantino. Doch während der Regisseur derzeit an einem Theaterstück arbeitet, sorgt er parallel mit einer deutlichen Reaktion auf Kritik von Rosanna Arquette an seiner Sprache in Pulp Fiction für neue Schlagzeilen.
Tarantino hat auf die jüngste Kritik von Rosanna Arquette reagiert, die in einem Interview mit der britischen Zeitung The Sunday Times seine Verwendung des N-Worts in Filmen wie Pulp Fiction scharf angegriffen hatte.
Die Schauspielerin, die 1994 in Tarantinos Oscar-prämiertem Klassiker eine Nebenrolle spielte, bezeichnete den Film zwar als „ikonisch“ und „großartig auf vielen Ebenen“, äußerte sich jedoch klar gegen die wiederholte Nutzung des rassistischen Begriffs. „Persönlich bin ich über die Verwendung des N-Worts hinweg - ich hasse es“, sagte Arquette. „Es ist keine Kunst, es ist einfach rassistisch und creepy.“ Sie kritisierte zudem, dass Tarantino in ihren Augen einen „Freifahrtschein“ erhalten habe, um das Wort ungehindert einzusetzen.
Tarantino ließ die Vorwürfe nicht auf sich beruhen. In einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme, die sein Team an Entertainment Weekly weiterleitete, wandte er sich direkt an Arquette: „Liebe Rosanna, ich hoffe, die Publicity, die du von 132 verschiedenen Medien bekommst, die deinen Namen schreiben und dein Bild drucken, war es wert, mich und einen Film so respektlos zu behandeln, an dem du - wie ich mich sehr genau erinnere - begeistert mitgewirkt hast?“
Er erinnerte daran, dass sie die Rolle angenommen und das Honorar kassiert habe, um nun den Film nachträglich zu kritisieren. „Nachdem ich dir einen Job gegeben habe und du das Geld genommen hast, um ihn aus - wie ich vermute - sehr zynischen Gründen zu zerreißen, zeigt das einen entschiedenen Mangel an Klasse, ganz zu schweigen von Ehre“, schrieb Tarantino weiter. Er sprach von einem fehlenden „Zusammenhalt“ unter künstlerischen Kollegen und schloss mit den Worten: „Aber es scheint, als wäre das Ziel erreicht worden. Herzlichen Glückwunsch, Q.“
Quentin Tarantino is hitting back at Rosanna Arquette after the ’Pulp Fiction’ star knocked his use of the N-word in his films, accusing the actress of seeking ’publicity’ and having a ’lack of class.’ https://t.co/O7oDaVOMkW
— Entertainment Weekly (@EW) March 10, 2026
Der Konflikt dreht sich um ein langjähriges Streitthema in Tarantinos Werken. Filme wie Pulp Fiction, Django Unchained oder The Hateful 8 nutzen das N-Wort häufig, oft auch im Kontext historischer oder charaktergetreuer Dialoge. Tarantino hat sich in der Vergangenheit gegen Kritik gewehrt und etwa in einem CNN-Interview gesagt, wer die Gewalt oder die Sprache in seinen Filmen nicht ertrage, solle „einfach etwas anderes schauen“. Diese Haltung stieß bereits bei Regisseuren wie Lee Daniels auf Widerspruch, der betonte, das Wort gehöre heute nicht mehr in den Mund von Weißen - unabhängig vom künstlerischen Kontext.
Arquette ist nicht die Erste, die Tarantino öffentlich kritisiert. In den vergangenen Monaten geriet er bereits wegen abwertender Äußerungen über Schauspieler wie Paul Dano, Owen Wilson und Matthew Lillard in die Schlagzeilen. Dennoch bleibt Pulp Fiction ein Meilenstein seiner Karriere: Der Film gewann 1994 die Goldene Palme in Cannes und den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Arquette spielte darin die tätowierte Ehefrau von Lance (Eric Stoltz), in einer der vielen ikonischen Szenen des Werks.
Tarantinos Statement zeigt einmal mehr seinen kompromisslosen Stil im Umgang mit Kritik. Ob der Schlagabtausch weitere Reaktionen aus der Branche provozieren wird, bleibt abzuwarten. Vertreter von Arquette wurden von Entertainment Weekly um eine Stellungnahme gebeten, eine Antwort stand zunächst aus.
Was haltet ihr von diesem Disput? Ist Tarantinos Verteidigung berechtigt, oder teilt ihr Arquettes Sicht auf die Sprache in seinen Filmen?
