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Martin Scorsese Top-Liste
Auf welchem Platz liegt Wie ein wilder Stier?

Martin Scorsese Top-Liste

Eine Liste von luhp92 mit 14 Filmen (Letztes Update: 14.09.26)
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Nun im September 2026 habe ich für mich auch mal eine Scorsese-Topliste erstellt und mir ist dabei wieder aufgefallen, warum ich das lange Zeit nicht getan habe. Zu viele Filme vor der Jahrtausendwende habe ich bisher noch nicht gesehen und bei diversen Filmen ist die Sichtung so lange her, dass ich keinen Text dazu habe und/oder die Filme auch einmal auffrischen muss.

Killers of the Flower Moon
#7
mit Leonardo DiCaprio, Robert De Niro, Jesse Plemons
Filmstart: 19.10.2023
https://letterboxd.com/jflannister/film/killers-of-the-flower-moon/likes/reviews/by/activity/
Wie ein wilder Stier
#6
mit Robert De Niro, Cathy Moriarty, Joe Pesci
Filmstart: 12.03.1981
Wenn ich jetzt mal ausgesehend vom Ruf eines Meisterwerks, den "Raging Bull" fast überall innehat, "runterrechne":

Robert De Niros Leistung ist überraschend "normal"? Also schon auf hochwertigem Niveau, aber gemessen daran, dass das als seine beste Leistung gilt, steht die für mich nicht über den Leistungen in seinen anderen populären, renommierten Filmen. Und Cathy Moriarty als Vickie LaMotta steht den größten Teil der Laufzeit mit einem ausdruckslosen Spiel neben der Handlung, im Vergleich mit De Niro und Joe Pesci wirkt sie da immer wie ein überflüssiges Rad am Wagen. Konkret könnte ich nicht sagen, warum gerade La Motta und Vicke im Film ein Paar wurden. Ein paar wenige starke Szenen hat Cathy Moriarty allerdings, das Sexteasement mit De Niro vor einem der Boxkämpfe und die Szene, in der sie von La Motta zusammengeschlagen wird, flüchtet und später dann traumatisiert ihre Sachen packt. Zum letzten passt ihr ausdrucksloses Spiel dann wiederum sehr gut.

Das Drehbuch gerät im letzten Drittel, wenn die 50er Jahre behandelt werden, etwas sprunghaft. Kaum landet La Motta zurecht im Gefängnis, ist er ohne Erklärung schon wieder draußen. Der Wandel seiner Ehefrau von der Versöhnung nach dem Zusammenschlagen und der Beinahescheidung hin zur tatsächlichen Scheidung wird auch nicht so recht klar, der Film überspringt da ja sogar mehrere Jahre. Die Handlungs- und Charakterentwicklung hätte hier meiner Meinung nach noch mehr unterfüttert werden müssen.

Als ungeschöntes Sportlerdrama und -biopic ist "Raging Bull" aber schon großartig. Keine Rise- oder Rise-and-Fall-Geschichte, mehr eine Fall-Geschichte mit gelegentlichen und kurzen Spitzen nach oben. Ein Drama über einen Mann, der seinen privaten und beruflichen Erfolg durch persönliche Fehler (mangelnde körperliche Disziplin, chronische Eifersucht, Gewalttätigkeit, blindes sexuelles Verlangen) zugrunderichtet und das im Gefängnis bitter bereut.

Inszenatorisch als Boxfilm ebenfalls stark. Schwarzweiße Cinematographie, aufsteigende Dampfschwaden, tropfender Schweiß und spritzendes Blut, das ist Boxen direkt aus der Hölle.
The Irishman
#5
mit Al Pacino, Robert De Niro, Joe Pesci
Filmstart: 27.11.2019
Dem Subgenre des Mafiaepos beim Altern und Sterben zusehen.

Martin Scorsese besinnt sich in den zu keiner Sekunde langweiligen 210 Minuten ausgiebig zurück (sieht man ja allein schon am Cast), um dann Stück für Stück über eine Zeitspanne von ca. 40 Jahren hinweg die (eigens geschaffenen) Strukturen und Charakterisken des Mafiaepos sowie jene des realen, organisierten Verbrechens zu dekonstruieren. The mafia epic to end all mafia epics.

Ein meisterhaftes Alterswerk von Scorsese, Robert De Niro, Al Pacino und Joe Pesci, mit "The Irishman" haben sie im Prinzip ihren persönlichen "Erbarmunglos" geschaffen. Sollte sich Hollywood in Zukunft nicht grundlegend wandeln, dürfte es sich bei "The Irishman" um den letzten US-amerikanischen Vertreter des Subgenres des Mafiaepos handeln.
Departed - Unter Feinden
#4
mit Leonardo DiCaprio, Matt Damon, Jack Nicholson
Filmstart: 07.12.2006
The Wolf of Wall Street
#3
mit Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Kyle Chandler
Filmstart: 16.01.2014
Ein 180 Minuten kurzer Bilder- und Dialograusch, bestehend aus Parties, Drogen, Sex und Geld. Nebenbei lässt Scorsese eine pointierte Finanzkritik einfließen, die beim kleinen Mann beginnt, zur Wall Street aufsteigt und schließlich wieder zum kleinen Mann zurückkehrt. Das Schlimmste an dieser Geschichte dürfte wohl der Umstand sein, dass Jordan Belfort real existiert, seinen Schaden an der Gesellschaft immer noch nicht zurückgezahlt hat (oder es nicht kann) und tatsächlich auf freiem Fuß herumläuft. In der letzten Szene findet Scorsese mit seinem Blick in die Zuhörerschaft des Motivationsseminars einen sagenhaften Abschluss für seine Reise in das Leben Jordan Belforts. Die Zuhörerschaft, das sind wir, das Publikum des Films. Wie gebannt verfolgt man diesen Exzessrausch, hängt wie die Zuhörerschaft gebannt an Belforts Lippen. Bis einem klar wird, was man da gerade getan hat - dem Teufel seine Seele verkauft. Dies kommt einem gehörigen Tritt in die Eier gleich. "The Wolf of Wall Street" schmerzt und das nicht nur im Zwerchfell. Ein Meisterwerk der Satire.

Leonardo DiCaprio spielt als Jordan Belfort so einnehmend, dass man ihm wohl ohne großes Zögern ein Stück Scheiße abkaufen würde, wenn er es einem anböte. Daneben finden zahlreiche toll gespielte Nebenfiguren, von denen manche eindeutig Kultpotential besitzen. Zum Beispiel Matthew McConaughey als Senior Broker bei L.F. Rothschild, Jean Dujardin als schweizerischer Banker oder Rob Reiner als der cholerische Vater Jordan Belforts. Das Drehbuch ist so unfassbar gut, dass sich die 180 Minuten zu einem absolut kurzweiligen Spaß entwickeln. Und obwohl es in "The Wolf of Wall Street" sehr viel zu lachen gibt, lässt der Film in seinen dramatischen Momenten nie an Härte oder Intensität vermissen.
GoodFellas - Drei Jahrzehnte in der Mafia
#2
mit Ray Liotta, Robert De Niro, Joe Pesci
Filmstart: 11.10.1990
Taxi Driver
#1
mit Robert De Niro, Jodie Foster, Albert Brooks
Filmstart: 07.10.1976
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