Darren Aronofsky erweckt die sehenswerten Frühwerke eines Guy Ritchies wieder zum Leben und verfeinert dessen wendungsreiche Gangsterkomödien mit einigen überraschenden und räudigen Gewaltspitzen sowie einem für Aronofsky typischen Schicksals- und Leidensdrama über einen verbitterten und an sich selbst gescheiterten Ex-Baseball-Rookie zu einer anspruchsvolleren Geschichte.
Austin Butler hat das Talent dafür, diese Rolle glaubwürdig zwischen skurriler Komödie und ernsthaftem, schwerem Drama zu spielen (und sieht abgesehen davon mal wieder verboten sexy aus). Mit an seiner Seite eine süße Sibirische Katze, die im Film einiges durchmachen muss. Der Nebencast macht Laune, hier ging anscheinend jeder in seiner Rolle auf. Zoë Kravitz als souveräne und unterstützende Freundin, Matt Smith als britischer Punk, Regina King als dubiose DEA-Agentin, Liev Schreiber und Vincent D’Onofrio bedrohen als charmantes und perfekt aufeinander abgestimmtes, jüdisches Gangster-Bruderpaar, Yuri Kolokolnikov und Nikita Kukushkin wandeln als russische Schlägertypen auf den Pfaden Charles Bronsons und Bad Bunny gibt deren jähzornigen Compagnon.
Mit "mother!" hat Darren Aronofsky "Noah" quasi nochmal verfilmt, nur diesmal nicht als organische und natürlich erzählte Geschichte mit glaubhaften Charakteren, sondern als überambitioniertes und metaphorisches Konzept bzw. Gedankenkonstrukt mit Charakterschablonen ohne wirkliches Eigenleben.
Wenn man es so ausdrücken möchte, ist "mother!" die Theorie und "Noah" die Praxis.
Rohes, intimes und intensives Charakter-Sportlerdrama über die gescheiterte Existenz eines ehemaligen Stars. Ein phänomenaler Mickey Rourke spielt sich quasi selbst.