Die Lampen flackern und werden dunkler. Durch die Zimmerdecke sind Schritte auf dem fest verschlossenen Dachboden zu hören. Nur die zartbesaitete junge Paula nimmt diese geheimnisvollen Vorgänge wahr – sie muss deshalb fürchten, dass sie langsam ihren Verstand verliert. Und genau darauf spekuliert ihr heimtückischer Ehemann Gregory.
Ein starkes Psychothrillerdrama von George Cukor ("My Fair Lady", "A Star is Born", ...), in dem eine Frau (Ingrid Bergman) von ihrem Ehemann (Charles Boyer) systematisch manipuliert und emotional misshandelt wird, bis sie an ihrer eigenen Realitätswahrnehmung zu zweifeln beginnt. Ferner fühlt sich die Frau in ihrer Ehe noch von dem jungen und frechen Dienstmädchen (Angela Lansbury) bedroht.
Ein zentrales Werk über psychische Manipulation und Gewalt, aus dem der psychologische Fachbegriff des Gaslightings hervorgegangen ist, welches ferner noch die Folgen sozialer Eheabhängigkeiten vom Mann aufzeigt. "Gaslight" erinnert als Thriller an Alfred Hitchcock und erscheint mit seiner bedrohlichen Atmosphäre außerdem wie die Protoversion eines Spukhaus-Horrorfilms.
Das Ausmaß des Missbrauchs, die emotionale Labilität, die Verunsicherung und der Terror spiegeln sich auf dem Gesicht Ingrid Bergmans wider und wie Charles Boyer seine Absichten hinter dem höflichen Auftreten als Gentleman verbirgt, wirkt besonders perfide. Dass die 19-jährige Angela Lansbury in ihrem Filmdebut den gestandenen Hauptdarstellern die Stirn bieten kann, ist gleichfalls beeindruckend.
Bei den Oscars 1945 wurden Hauptdarstellerin Ingrid Bergman und das Szenenbild ausgezeichnet, weitere Nominierungen gab es unter anderem für den Film, für das Drehbuch, für Charles Boyer und Angela Lansbury.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."