Die beiden Mafiabosse Frank Costello und Vito Genovese (beide Robert De Niro) kämpfen im New York City von 1957 erbittert um die kriminelle Vorherrschaft in der Metropole. Auf den Straßen des Big Apple herrscht regelrechter Krieg zwischen den Beiden Mafia-Familien. Davon, dass Costello und Genovese einst tatsächlich beste Freunde waren, ist nicht mehr viel zu spüren. Eifersucht trieb einen Keil zwischen die beiden Männer, schwerere Vertrauensbrüche hämmerten ihn immer tiefer rein. Nach einem Mordanschlag auf Costello, den er verletzt überlebt, soll jedoch Schluss sein. Er will die organisierte Kriminalität hinter sich lassen. Doch die Mafia ist kein Job, bei dem man einfach kündigen und abhauen kann...
Gedreht vom 80-jährigen Barry Levinson, geschrieben vom 89-jährigen Nicholas Pileggi, produziert vom 91-jährigen Irwin Winkler, an der Kamera der 79-jährige Dante Spinotti und vor der Kamera der 79-jährige Robert De Niro in einer Doppelrolle als die Mafiabosse Frank Costello und Vito Genovese, die in den 1950er Jahren von Freunden zu Feinden werden. Mehr Altmeister-Kino wird man wohl kaum finden.
Die Hommage an die Mafia-/Gangsterfilme Martin Scorseses ist unverkennbar, aber wie sich das in "The Alto Knights" ausspielt, empfand ich meistens unspektakulär. Da fehlt der Drive eines "GoodFellas" oder die Tragik/Melancholie eines "The Irishman". Kamera und Schnitt geraten mehrfach seltsam zittrig und die Montage amateurhaft, und wenn sie in Flashbacks mit z.B. Standfotos von der guten alten Zeit erzählen, wirkt das mehr bemüht und gekonnt.
Robert De Niro spielt im Allgemeinen mal wieder gut und die Maskenbilder verdienen für ihre Verjüngungsprothesen definitiv ein Lob. Einzelne Szenen stechen aus dem Mittelmaß heraus, die Gerichtsverhandlung zwischen Vito Genovese und seiner Frau Anna lebt von Kathrine Narduccis starker Performance, in einer spannend geschriebenen Verhörszene lauft Frank Costello der Arsch auf Grundeis und das Finale fühlte sich zumindest noch wie ein gelungener Payoff an.
Meine Theorie zur Doppelrolle Robert De Niros:
"The Alto Knights" befand sich 50 Jahre lang in der Entwicklungshölle und wenn man heutzutage Robert De Niro für die eine Hauptrolle castet, benötigt man für die andere Rolle dann schon ähnliche Alt-Kaliber wie Joe Pesci oder Al Pacino. Ich würde vermuten, dass die beiden kein Interesse hatten, und dann musste De Niro halt doppelt ran.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Wenn es nicht in dem Artikel zu den US-Charts erwähnt worden wäre, hätte ich nicht gewusst, dass der Film bereits nächste Woche startet. Dabei hört sich das doch ganz gut an und das Poster ist mMn recht stylisch. Über diese Begebenheit habe ich eine Doku bei Kabel Eins Doku (?) gesehen und das war glaube ich die Vorlage für die Szene im Restaurant in Der Pate. Und auch wenn ein weiterer Mafia-Film mit R. DeNiro nicht wahnsinnig originell ist, kann ich mir nur schwer vorstellen, dass der Film schlecht wird.
PS: Bei den Trailern, den ich gesehen habe, hat der "Gag" mMn nur begrenzt funktioniert. Die Ähnlichkeit bleibt einfach sehr groß. Ansonsten sind sie aber ganz gut.