Für den Film Sirât und dessen Regie ist Oliver Laxe verantwortlich. Zu den Darstellern im Film gehören Sergi López, Bruno Núñez Arjona und andere. Sirât erschien 2025.
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Ich habe mir den Film am 09. Februar 2026 angeschaut. (Zum Filmtagebuch)
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Meine Bewertung
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten!
@PaulLeger
Von der Punktebewertung gesellt sich "Sirât" bei mir schon zu "Irreversibel" ![]()
Den politischen Kontext finde ich ja auch spannend, der führt für mich aber nirgendwohin bis auf den schockierenden Fingerzeig und dem treffenden Endbild auf dem Zug. Mit einer Interpretation wird es auch schwierig, weil "Sirât" dahingehend in meinen Augen zu wenig anbietet und weil Laxe´ Standpunkt zu seinen Charakteren so klar ist, dass man da gar nicht mehr interpretieren kann.
Beim Nachdenken über"Sirât" kam mir wieder Alex Garlands "Civil War" in den Sinn und wie gut sich die politischen Kontexte, die Charaktere, das dystopische Setting und die Schockmomente im Vergleich dort ausspielten.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@ luhp92
Ich verstehe jetzt nicht so ganz, was du meinst^^
Wenn ein Film Vergleiche zu Noe rechtfertigt dann sollte er bei 7-9/10 landen und nicht bei 3/10.![]()
Wie man die Schockmomente auffasst ist natürlich bei jedem unterschiedlich. Den politischen Kontext fand ich im Gegensatz zu dir aber ziemlich gelungen, gerade weil Laxe einem die Interpretation nicht auf die Nase bindet wie so viele Filme in letzter Zeit. Hab die Tode auch nicht als Strafen aufgefasst, sondern als Fingerzeig, dass diejenigen, die denken sie könnten sich von den negativen Entwicklungen abkoppeln, einem Trugschluss aufsitzen und schlussendlich auch davon betroffen sein werden. Am Ende sitzen die Privilegierten dann mit den Verlierern der Globalisierung im selben Boot, auch wenns ein Zug ist.^^
@TiiN
Wütend nicht, mehr enttäuscht ob des Potentials, welches liegen bleibt. Schon aber etwas frustriert wegen der Provokationen und Kontroversen um ihrer selbst Willen, ohne dass etwas dahinter steckt und dies zu etwas führt. Zumal diese Provokationen und Kontroversen aus meiner Sicht nichtmal sitzen, weil ich in die Protagonisten wegen mangelhafter Charakterisierung emotional nicht involviert bin. Wenn "Sirât" als Schock gedacht ist, verfehlt er sein Ziel, wenn er bewusst als schwarze Komödie gedacht ist, trifft er zwar ins Ziel, jedoch so über die Figuren zu lachen, halte ich nicht für sinnstiftend.
Ja, wie Paul schrieb, meine ich vor allem das erste Tretminen-Opfer und später, wenn es die beiden Wohnmobile trifft. Die Szene mit dem Sohn im Wagen habe ich nur dezent als humorvool wahrgenommen, in erster Linie als absurd, weil das so zufällig und plötzlich geschieht. Ferner bin ich dem mit Schulterzucken begegnet, wie schon geschrieben, zu den Charakteren fehlt einfach der Bezug.
"Freut mich jedenfalls trotzdem, dass du dir die Zeit dafür genommen hast."
Ich muss ja meine Oscar-Listen füllen^^ Von den Oscar-Filmen, die ich noch sehen möchte, ist es aktuell leider der einzige, den ich sehen kann, die anderen laufen entweder (noch) nicht im Kino oder noch nicht im Stream. "Sirât" hätte ich mir allerdings so oder so angesehen.
@PaulLeger
Ich verstehe jetzt nicht so ganz, was du meinst^^ "Sirât" geht für mich einerseits sehr in Richtung von "Irreversible" und verfehlt wie dieser seine Intentionen bzw. Provokationen und Schocks spielen sich komplett gegenteilig aus, andererseits beginnt "Sirât" wie "Climax" klasse als Tanz-/Musikfilm und Partyabgesang, nur um es in der zweiten Hälfte mit unnötigen Überspitzungen zu übertreiben.
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
@PaulLeger
Ok, das war wirklich ein bisschen strange. Aber auch da hat zumindest wieder Sound "gezündet"
-> vergleicht den Film mit dem Genie Gaspar Noe
-> gibt ihm 3/10
Make it make sense ![]()
@ TiiN
Ich glaub es geht eher um die Tretminen-Opfer, bei denen musste ich zumindest aufgrund der Absurdität auch lachen. Die Szenen hab ich aber auch als schwarzhumorig angelegt interpretiert ( das erste Opfer sagt kurz zuvor noch "Lass es krachen" lol ), daher hat es für mich funktioniert.
@luhp92
Du meinst vermutlich die Szene in der der Sohn mit dem Wagen versehentlich den Berg hinab stürzt? Lachen musste ich nicht, aber das kam so aus dem Nichts und dabei auch ohne Wucht, dass ich eigentlich dachte, dass der Sohnemann gleich wieder auftaucht.
Kann deine Kritik verstehen. Fand die Figuren überwiegend auch nicht sehr ausgearbeitet. Mit dem Setting und der Leidenschaft für das audiovisuelle hätte man da mehr draus machen können.
Aber damit gleich 3 von 10? Das ist schon hart. Klingt eher so als hätte dich der Film wütend gemacht. Aber offenbar hat er dich doch eher zum Lachen gebracht ![]()
Freut mich jedenfalls trotzdem, dass du dir die Zeit dafür genommen hast.
Ein Vater und sucht zusammen mit seinem Sohn auf einem Ravefestival in der marrokanischen Wüste nach seiner vermissten Tochter, mit den Ravern begeben sich die beiden dann auf die lange Reise zu einem zweiten Festival an der mauretanischen Grenze, in der Hoffnung, die Tochter dort zu finden.
"Sirât" lässt sich als Gaspar-Noé-Werk im Geiste beschreiben, beginnt in der ersten Hälfte noch spannend und vielversprechend, bedient sich in der zweiten Hälfte dann jedoch der schlechtesten Eigenheiten Gaspar Noés.
Die Charaktere bleiben unausgearbeitet, sind mehr als Konzept zu verstehen und bis auf das Vater-Sohn-Gespann auch nicht sympathisch angelegt (wobei man sich beim Vater fragen muss, warum er hier überhaupt seinen Sohn mitnimmt). Es fällt entsprechend sehr schwer, mit den Protagonisten mitzufühlen, wodurch der Film hinsichtlich seines Vorhabens in der zweiten Hälfte auf deutlich labilen Beinen steht.
Regisseur und Autor Oliver Laxe kommentiert äußerst vage den spanischen und französischen (Post)Kolonialismus in Nordafrika und die Folgen der politischen Ignoranz europäischer weißer Menschen, abgesehen vom Elendsporno führt das aber nirgendwo hin, Laxe ist nicht an Lösungen sondern am Bestrafen seiner Charaktere gelegen. Falls der Film schockieren möchte, hat das in meinen Augen überhaupt nicht funktioniert, weil sich die fraglichen Szenen für mich wie "Looney Tunes"-Cartoons angefühlt haben und ich entsprechend lachen musste.
Nichtsdestotrotz droppt "Sirât" durchgehend geile Techno/Rave-Beats, die Musik wummert atmosphärisch durch die Wüstenlandschaften, welche von der Kamera dystopisch eingefangen werden.
Meine Bewertung
"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."
Wir befinden uns in der marokkanischen Wüste. Dort findet ein Rave-Festival statt, bei dem zahlreiche Anhänger zu elektronischen Klängen tanzen. Mitten in diesem Festival irrt ein Vater mit seinem Sohn umher und befragt die Raver. Der Vater sucht seine seit mehreren Monaten verschollene Tochter. Er schließt sich einer Gruppe an, die zu einem weiteren Festival aufbrechen will, das noch tiefer in der Wüste liegt.
Sirāt ist ein außerordentlich interessanter Film. In seiner Darstellung erinnert er zunächst sehr stark an Mad Max - Fury Road. Tatsächlich sind es vor allem die Bilder und die Töne, die das Geschehen über die knapp zwei Stunden Laufzeit tragen und prägen. Es wird relativ wenig gesprochen. Hin und wieder wird getanzt und immer wieder zeigen beeindruckende Kamerafahrten die Faszination der Wüste.
Die Geschichte wirkt nach außen hin minimal und ist für die lange Laufzeit teilweise etwas zäh. Man merkt Sirāt an, dass es sich um einen europäischen Film handelt, der Freiheit und Lebensoffenheit symbolisieren möchte. Was sich jedoch bis zur Hälfte wie ein typisches Roadmovie anfühlt, entpuppt sich im späteren Verlauf als knallharter Findungstrip durch die Wüste, immer wieder geprägt von beeindruckenden Bildern und intensivem Sounddesign.
Definitiv kein Mad Max und zudem keine leichte Kost. Inhaltlich hätte Sirāt manche Themen sicherlich spannender oder zumindest interessanter verpacken können. Doch auch mit der zähen Handlung bleibt ein audiovisuelles Vergnügen, das sich vor keiner anderen Produktion verstecken muss.
Meine Bewertung