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Zuletzt gesehen (Serien)?

ComicFan88 | 16.07.2013
So zu sagen der kleine Bruder vom "Zuletzt gesehen" Thread ;-)

Egal ob eine komplette Serie, eine Staffel oder eine Folge die ihr zuletzt gesehen habt, egal ob neu oder alt. Hier ist der passende Thread dazu...
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1046 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.04.2020 19:17 Uhr | Editiert am 01.05.2020 - 02:59 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

Prohibition und Xenophobie:

Die Durchsetzung und Aufrechterhaltung der Prohibition ging einher mit einer Abneigung gegen Immigranten (Iren, Italiener, Juden, Katholiken), die ihren kulturell bedingten Alkoholkonsum und -genuss mit in die USA brachten. Mit der Prohibition wollte die protestantische, weiße US-Bevölkerung, die sich selbst als Natives betrachteten und meinten, Alkoholkonsum sei unamerikanisch, die Macht und Kontrolle über "ihre USA" zurückerlangen. Beispielsweise war der Ku-Klux-Klan einer der größten Verfechter der Prohibition. Dahingehend tat sich auch eine Kluft zwischen der Land- und der Stadtbevölkerung auf, weil die Städte durch die Immigration anwuchsen und dort der illegale Alkoholkonsum boomte. Die Verzahnung von Prohibition und Xenophobie bedingte, dass das illegale Alkoholgeschäft von Immigranten dominiert wurde, Iren, Italiener und Juden verstanden es als Trotzreaktion und Auflehnung gegen das Establishment, wie es ein interviewter Historiker ausführte.

Im Wahlkampf 1928 entwickelte sich sich das Prohibitionsgesetz zu einem zentralen Konflikt zwischen dem Lager des republikanischen Befürworter - und späteren Präsidenten - Herbert Hoover und dem Lages des demokratischen Katholiken und kritischen Reformer Al Smith. Zitat eines protestantischen Befürworters: "I would rather see a nigger in the White House, than have Al Smith president."

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.04.2020 19:57 Uhr | Editiert am 30.04.2020 - 20:23 Uhr
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Prohibiton als Nährboden für Kriminalität und Mafiastrukturen:

"Prohibition was a joke. You cannot legislate morality, number one. Number two, in legislating and attempting to legislate morality, you create opportunities for people, who do not follow the law."

"If you were a thug, you were making a little bit of money here and there at great risk, but you were never gonna get rich. Suddenly Prohibition comes along, you can do the same thing, you were doing before, but now you´re making a fortune. And once they starting making this fortune, they´ve got power and money to start buying politicians, which means, they can make greater fortunes."

"Prohibition gave the average criminal a cover. Now instead of saying, ´He is a thug´, they´d say ´He works on the Prohibition tracks. He serves beer. How bad can the guy be?´"

Die Prohibition hat Kriminalität und (kapitalistische) Gang- und Mafiastrukturen erst möglich und groß gemacht - und die kriminelle Energie und Kriminalität darüberhinaus auch noch aus gesellschaftlicher Sicht geadelt. Dennoch komme ich nicht umhin, der Kreativität Respekt zu zollen, mit der die Lücken und Grauzonen des Prohibitionsgesetzes ausgenutzt wurden, um es zu umgehen. Insbesondere aufgrund der komischen Absurdität, die dem teils innewohnt, im Folgenden einige Highlights:

Drei Meilen vor der Ostkünste, an der Grenze des US-Hoheitsgebiets, wuchs eine Art Schiffsstadt heran, von der aus der Alkohol auf das Festland geschmuggelt wurde, die Schiffsstadt soll einem großen Alkohol-Supermarkt gleichgekommen sein. Manche Alkoholverkäufer gaben sich als Milchmänner aus und strichen ihre Flaschen weiß an, sodass diese wie Milchflaschen aussahen. Anheuser-Busch verkaufte in Massen legalen, unfermentierten Malzextrakt, den man privat durch Wasserzugabe selbst fermentieren konnte. Folgende "Warnung" auf der Verpackung von Traubenkonzentraten: "Do not add water and leave in a dark place, or it will ferment and turn to wine." :-D Die Weinbauern profitierten langfristig dementsprechend auch von der Prohibition, der Preis für eine Tonne Ernte stieg von 9$ auf 375$ an.

Quintessenz über Al Pacone:

"There´s no real reason, why he should become the most famous gangster in American history. He´s not that different from dozens of others, who were doing the same kind of criminal activity. The key difference is, that he liked attention. He was the first media hound, the first publicity addict among the great gangsters."

"Capone´s idea was, that everybody reads the newspaper and most people are stupid enough to believe, what´s written in the papers."

Al Capone hat die Macht und den Einfluss der Medien verstanden, er bezahlte Reporter und lud sie zu Interviews ein, er hielt Pressekonferenzen, in denen er sich als öffentlicher Wohltäter präsentierte. Des Weiteren gab der Autogramme bei Baseballspielen, verschenkte zu Weihnachten Weihnachtskugeln und spielte sogar in Schulen den Weihnachtsmann (lol). Vom Status einer solchen in der Öffentlichkeit beliebten Person erhoffte sich Capone, längerfristig im Prohibitionsgeschäft agieren zu können, ohne ernsthaft belangt zu werden.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
30.04.2020 20:41 Uhr | Editiert am 30.04.2020 - 20:42 Uhr
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Das Fazit der Serie zur Prohibition als Gesetz zum Verbot von Alkoholkonsum:

-> Welches man so zum Beispiel auch auf das Verbot von Cannabis anwenden kann.

"The most surprising legacy of Prohibiton is, that it´s much harder to get a drink today than it was, when it was against the law to get a drink. Once you allow something, there is an entire code of law - closing hours, age limits, purity control, percentage of alcohol. During Prohibition, because you couldn´t drink at all, you could drink anytime and anyone could drink. And it was only, when it comes back, that there´s a restriction on our drinking."

"When you look at the United States, about 10% of the adult population has a serious problem with alcohol. You don´t pass the law based on 10%, because most people who drink, handle it very well. So treat the people, who have a problem with alcohol. Don´t try and treat the whole country." - Ein seit 30 Jahren trockener Alkoholiker -

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.05.2020 23:51 Uhr | Editiert am 02.05.2020 - 23:53 Uhr
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The Midnight Gospel (dt.: "Enthüllungen zu Mitternacht")

Die neue (Netflix)-Zeichentrickserie von Pendleton Ward ("Adventure Time") und dem Comedian Duncan Trussell, angesiedelt in einer surrealistischen Science-Fiction-Welt, in welcher ein Space Podcaster namens Clancy Gilroy durch einen Multiversen-Simulator zu diversen Planeten reist, um deren Bewohner zu interviewen. Am Besten lässt sich das als Mischung aus "Adventure Time" und "Rick and Morty" beschreiben. Die Dialoge in der Serie sind nicht frei erfunden, sondern basieren auf mehreren Diskussionen aus Duncan Trussells Podcast "The Duncan Trussell Family Hour".

Vor dem Hintergrund des surrealistischen, apokalyptischen Planetengeschehens führen die Charaktere Diskurse über gesellschaftliche, philosophische, spirituelle und psychoanalytische Themen. An sich sehr interessant, nur verschmelzen die Podcast-Dialoge und das Planetengeschehen nur selten zu einer Einheit, sondern laufen stattdessen zum Großteil nebeneinander her. In der ersten Episode, in der sich Clancy Gilroy und der US-Präsident während einer Zombieapokalypse über die Legalisierung von Cannabis speziell und Drogenkonsum allgemein unterhalten, ist das noch zum Brüllen komisch, die Episoden 2 - 7 ziehen aus dem Konzept meiner Meinung nach jedoch keinen Mehrwert. Das Planetengeschehen lenkt sogar sehr oft ab, sodass ich den diskutierten Themen nicht folgen konnte. Freilich kann man das als Achtsamkeits- und Medidationsübung betrachten, was im Bezug auf den Inhalt sogar Sinn ergeben würde, eine Verschmelzung der Dialoge mit dem Planetengeschehen, wie es schließlich in der achten Finalepisode geschieht, hat für mich aber einen bedeutend größeren, künstlerischen Wert.

Existenzialismus und der Kreis von Leben und Tod sind wiederkehrende Themen in "The Midnight Gospel", diese kulminieren in der Finalepisode in Wechselwirkung mit der zuvor banal erscheinenden Charakterzeichnung Clancys, beide Aspekte werden in einen neues Licht gerückt und entfalten erst hier ihre volle Bedeutung. Die Finalepisode verhandelt den Tod von Clancys Mutter, der gleichzeitig auch den Tod von Duncan Trussels Mutter darstellt, die Diskursinhalte des Dialogs zwischen Clancy und seiner Mutter sowie Clancys vorbereitete Charakterzeichnung fügen sich hier gemeinsam mit dem äußeren, formalen Planetengeschehen zu einem deutlich wahrnehmbaren Ausdrucksgefüge zusammen. Die durch den Tod einer geliebten Person ausgelösten Verlustgeühle, Trauer und Schmerz werden in der Finalepisode auf so greifbare, einfühlsame und lebensbejahende Weise erfahrbar gemacht, wie ich es selten zuvor in einem Science-Fiction-Werk erlebt habe.

Es ist ziemlich schade, dass die restlichen Episoden nicht über diese Qualitäten verfügen und/oder lediglich dem Aufbau dienen, so ergeben für mich für die Gesamtstaffel nur 5 von 10 Punkten.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Captain Levi
16.05.2020 14:44 Uhr
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Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 3.856 | Reviews: 17 | Hüte: 195

Tokyo Ghoul Staffel 1 und 2

Anscheinend ziemlich m Hype, hab ich mir nun mal fürs erste die beiden ersten Staffeln bei Netflix angesehen.

So richtig weiß ich nicht, was ich von der Serie halten soll. Um das Poitive erstmal zu nennen: Die sympathischen Charaktere, die Animation, der Soundtrack, die Freundschaften und der Zusammenhalt zwischen den Charakteren. Zudem ist die Story richtig spannend und kurzweilig, hab die beiden Staffeln innerhalb weniger Tage gesehen. Viele geile Kämpfe gibt es auch.

Das Hauptproblem ist aber, dass viele Sachen ewig nicht zu Potte kommen, viele Dinge sind unverständlich oder undbefriedigend, vor allem in der 2. Staffel, welche zwar noch geilere Kämpfe hat, aber vor allem was Ken angeht, nicht weiter kommt. Mir fehlen wieder mal die richtigen Worte, um es zu beschreiben.

Auf jeden Fall fehlt der Serie das gewisse etwas.

Würde die erste Staffel mit 4 Hüten und die 2. mit 3,5 Hüten bewerten. Im Gegensatz zu den 3 anderen Anime-Serien, die ich bisher gesehen habe, AoT, OPM und Death Note, gefällt mir Tokyo Ghoul am wenigsten. Die restlichen Staffeln werde ich demnächst noch bei Anime on Demand schauen.

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Captain Levi
24.05.2020 19:54 Uhr
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Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 3.856 | Reviews: 17 | Hüte: 195

Tokyo Ghoul Staffel 3 Part 1 und 2

So, nun hab ich die Serie fertig geschaut. S3 Part 1 hat mir von allem am wenigsten gefallen da sehr unverständlich und alles war ziemlich wirr. Part 2 hat zum Glück dann fast alles, was so noch offen blieb, geklärt und Part 2 hat mir generell auch wieder besser gefallen. EIn tolles Serienfinale mit Happy Ends für die Charaktere.

Insgesamt ist Staffel 3 also ok, würde 3,5 Hüte bekommen.

Die Serie als ganzes hat mir gefallen, wenn auch nicht so sehr wie die anderen 3, die ich schon gesehen habe. Aber das hab ich ja letztes Mal schon erwähnt. Mir gefallen die Charaktere, die Animation, teilweise der Soundtrack und die geilen Kämpfe am besten. Die Story ist ok, oft ziemlich wirr, unverständlich und mit Plotholes versehen.

Es wird immer geraten, erst den Manga zu lesen, aber daran hab ich echt kein Interesse oder Lust, dafür Geld auszugeben. Daher hab ich mir nur mit dem Anime vergnügt. Als Adaption scheint dieser aber vor allem bei Staffel 3 ziemlich mies zu sein.

Naja, egal, Tokyo Ghoul ist eine solide Serie, aber overhyped. Eine Empfehlung würde ich nur bedingt geben.

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.05.2020 21:28 Uhr | Editiert am 27.05.2020 - 21:36 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

The War - 1 von 4

Eine ca. 12,5-stündige Dokuserie über den Zweiten Weltkrieg aus Sicht der USA, beginnend mit dem Angriff auf Pearl Harbor und endend mit der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs. Von Ken Burns und Lynn Novick ("The Vietnam War", "Prohibition", "The Civil War"). Die Dokuserie läuft aktuell in der Arte Mediathek, zwar leider um 40 Minuten gekürzt und nicht in der OV, aber immerhin läuft sie da. Netflix nahm sie aus dem Programm, während ich mittendrin war, das erklärt dann, warum manche Zitate in meinem Text auf Englisch und manche auf Deutsch sind.

8 von 10 Punkten


In den Jahren 1941 bis 1943 verfügte die USA als Folge der Großen Depression nur über eine sehr kleine Armee, besaß kaum Kriegsmaterial und hatte keine Erfahrung in dieser Art Krieg, dieser Art Kriegsführung. Aus diesem Grund wurden die US-Streitkräfte in Nordafrika von den Streitkräften der Achsenmächte zunächst regelrecht überrollt, das nötige Kriegshandwerk erlernte die USA erst mit der Zeit im Verlauf des Jahres 1943.

Seit Januar 1943 plädierte die USA für eine Invasion Frankreichs über den Ärmelkanal, die Briten lehnten diesen Plan aufgrund ihrer Erfahrungen im Ersten Weltkrieg jedoch ab, sie befürchteten eine Wiederholung des ewigen, blutigen Grabenkampfes. Die Briten schlugen stattdessen eine Invasion Siziliens und des italienischen Festlandes über Tunesien vor und setzten sich mit ihrem Plan gegen die USA durch.

Ein filmhistorischer Einschub: Anhand der Luftkämpfe in der Doku lässt sich ideal beobachten, dass sich George Lucas für "Star Wars" stark von den Kampfflugzeugen und dem Luftkampf im Zweiten Weltkrieg inspirieren ließ. Drehbare MGs, Geschütztürme und Kapseln unter den Flugzeugen, in denen die MG-Schützen sitzen - für "Star Wars" wurde das gefühlt 1:1 nachgebaut. Schnelle und wendige Abfangjäger wurden in den Kampf geschickt, um große Bomber zu beschützen oder zu zerstören.

Bezogen auf den Krieg auf dem europäischen Festland bereitete den Alliierten der Durchbruch durch den Westwall, der Verteidigunslinie entlang der Westgrenze des Deutschen Reiches, die größten Schwierigkeiten. Viele der Militäroperationen scheiterten. Allein während der Schlacht im in der Nähe von Aachen gelegenen Hürtgenwald im Winter 1944/45 hatten die US-Streitkräfte 33.000 Verluste zu beklagen, davon 12.000 Tote. Diese Schlacht mutet in der Doku teilweise auch wie jene antike im Teutoburger Wald an, gekämpft wurde in einem nebeligen, nassen, kalten und unbekannten Wald, den die Deutschen dagegen wie die eigene Westentasche kannten. Für die USA gilt die Schlacht im Hürtgenwald als ihr persönliches Verdun und wird darüberhinaus als Vorläufer des Vietnamkrieges angesehen. In beiden Fällen handelte es sich um einen mechanisierten Kampf in einem reinen Infanteriegelände.

Als die Sowjetarmee die Konzentrationslager entdeckte und die Schrecken öffentlich machte, erachteten die USA und Großbritannien die sowjetischen Berichte als übertrieben und beschönigten diese Berichte in ihren eigenen Zeitungen. Nicht einmal die Nazis könnten so grausam sein, wie es die Sowjets darstellen, dachten sie. Bis sie dann ihrerseits Konzentrationslager befreiten...

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.05.2020 21:32 Uhr | Editiert am 27.05.2020 - 21:32 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

The War - 2 von 4


Jugendliche Begeisterung, Kriegs als Ausbruch aus dem schnöden Alltag:

"You have to imagine, what it was like to be a teenage, middle-class, lower-middle-class kid in Minneapolis in 1941. The chances for excitement were fairly limited. You could drive a car fast, you could get drunk, you could take a girl out and try and get somewhere and fail. That´s lokal excitement. But it was hard to imagine, what an exciting life would be. And then, suddenly, you could be a pilot or a submariner or an artilleryman. It was something exciting and it was something adult. Suddenly you could choose to be an adult by writing your name. These are incredible opportunities, they´re melodramatic and exciting like in the movies. It has nothing to do with patriotism, with who the enemy is. Its the opportunity to be more exciting, than the kid you are."


Die Macht der Fotographie:

Gemeint ist hier ein Foto nach der US-Landung auf Neuguinea im April 1944, es war das erste Foto seit dem Angriff auf Pearl Harbor, welches der US-Bevölkerung erlaubt wurde, zu sehen.

"Why print this picture of three American boys, dead on an alien shore? The reason is, that words are never enough. The eye sees. The mind knows. The heart feels. But the words do not exist to make us see, or know, or feel what it is like, what actually happens."


Posttraumatische Belastungsstörungen:

"Jeder Vierte aller US-Soldaten, die aus medizinischen Gründen fortgebracht wurden, war in irgendeiner Form neuropsychologisch erkrankt. Die Planungsstäbe der Armee kamen zu dem Schluss, dass der Durchschnittssoldat es nicht länger als 240 Tage an der Front aushielt, ohne verrückt zu werden. Bis dahin allerdings war der Durchschnittssoldat wahrscheinlich bereits verwundet oder tot."


Kriegsheimkehr als paradoxe Komödie:

"Es hieß, dass wir alle auf Kosten der Regierung zu Hause anrufen dürften. Meine Mutter kam an den Apparat. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass jemand meine Eltern aufgesucht und ihnen meinen Tod mitgeteilt hatte. Mutter kam also ans Telefons und fiel in Ohnmacht. Danach nahm meine Tante den Hörer, auch sie fiel in Ohnmacht. Als nächstes kam meine älteste Schwester und fiel ebenfalls in Ohnmacht. Dann kam mein Papa, "Wer um alles in der Welt ruft da an?" Ich meldete mich. Er antwortete, "Ich wusste, dass du nicht tot bist! Dafür habe ich hier jetzt anscheinend mehrere tote Frauen rumliegen, die muss ich erstmal wieder hochkriegen. Bleib dran.""

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.05.2020 21:34 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

The War - 3 von 4

In "The War" werden auch unschöne Seiten des Zweiten Krieges und Kriegsverbrechen der US-Amerikaner aufgezeigt, die (mir) teilweise weniger bekannt sind.

Die US-Amerikaner mit japanischem Migrationshintergrund wurden 1942 entrechtet, quasi über Nacht deportiert und in Konzentrationslagern untergebracht, während entsprechende US-Amerikaner mit deutschem oder italienischen Migrationshintergrund zum Großteil verschont blieben. Die KZs wurden bewacht und mit Stacheldraht umzäunt, wer versuchte zu fliehen, wurde erschossen.

Einem solchen US-amerikanischen KZ für Japaner wird in der Doku ein japanisches Gefangenenlager für alliierte Soldaten auf den Philippinen gegenübergestellt. Die alliierten Gefangenen organisierten ihr eigenes Leben wie in der Heimat, errichteten provisorische Schulen und Kirchen, gründeten eine Polizei und sogar eine Sittenkontrolle, die unter Anderem "unmoralischem Jugendverhalten" Einhalt gebieten sollte.

Obwohl die USA auf dem europäischen Festland und im Pazifik für Freiheit und für die Befreiung vom Rassimus und Faschimus kämpfte, schlug den Afroamerikanern gleichzeitig ebenfalls offener Rassismus entgegen, die Zweiklassengesellschaft in den USA prangerte die afroamerikanische Zeitung The Pittsburgh Courier als Sieg der NS-Rassentheorie an.

Ab Ende 1943 waren die US-Japaner immerhin berechtigt, als Soldaten im Krieg zu dienen, sie durften aber nur der Infanterie (die Kampftruppe mit der höchsten Todesrate) beitreten und wurden dort in einer seperaten Einheit speziell für US-Japaner zusammengefasst. Nichtsdestotrotz wurden sie nun wie Weiße behandelt und durften somit zum Beispiel im vorderen, den weißen vorbehaltenen Teil der Busse sitzen.

Parallel dazu war es schließlich auch Afroamerikanern erlaubt, als Soldaten - in seperaten Einheiten - im Krieg dienen, ab Anfang 1944 wurde ihnen das dann auch außerhalb der Infanterie gestattet. Die befehlshabenden Offiziere der afroamerikanischen Einheiten blieben allerdings weiterhin Weiße. Rassismen gegenüber Afroamerikanern zogen sich darüberhinaus in der Form durch den Kriegsalltag, dass beispielsweise die weißen Soldaten den samoanischen Frauen erzählten, Schwarze hätten Tierschwänze, um die Frauen für sich alleine zu haben.

Während der Schlacht in den Ardennen im Winter 1944/45 führten US-amerikanische Soldaten Rache-Massenexekutierungen von deutschen Kriegsgefangenen durch, nachdem die deutschen Soldaten ihrerseits US-amerikanische Kriegsgefangene in Massen hinrichteten.

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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
27.05.2020 21:35 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

The War - 4 von 4

Die japanischen Soldaten wurden durch das Bushidō, den militärischen Ehren- und Verhaltenskodex, angehalten, bis zum Tod und bis zum letzten Mann zu kämpfen. Aus diesem Grund verachteten sie auch die alliierten Kriegsgefangenen, die sich lieber ergeben haben, als Feiglinge und behandelten sie während der Kriegsgefangenschaft vorsätzlich schlecht.

"Wenn 50.000 Deutsche umstellt waren, kapitulierten sie, die Italiener auch. Aber ein einzelner Japaner, auch wenn er umstellt ist, kämpft immer noch weiter."

Das Bushidō hatte im Zusammenspiel mit der Regimepropaganda zur Folge, dass sich zahlreiche Zivilisten - davon zum Großteil Frauen und Kinder - nach der verlorenen Schlacht um die marianische Insel Saipan von den Klippen stürzten, um nicht von den US-amerikanischen "Bestien und Menschenfressern" gefangen genommen zu werden. Allgemein wurden die Zivilisten oft auch von den japanischen Soldaten erschossen, waren die Soldaten selbst kampfunfähig, begingen sie auf den Inseln Suizid oder schwammen gar ins offene Meer.

Was in der Doku sehr gut vermittelt wird, ist die Tatsache, dass eine Eroberung der japanischen Hauptinseln aufgrund dieses Ehrgefühls und Kampfeswillens mit immens hohen Verlusten einhergegangen wäre. Schätzungsweise hätte die Eroberung neben einer halben Million toter US-Soldaten zudem sieben weitere Millionen an japanischen Toten nach sich gezogen. Dagegen stehen die 250.000 Tote durch die beiden Atombomben. Es mag zynisch sein, da von einem kleineren Übel zu sprechen, aber Stand jetzt wüsste ich keine bessere Alternative, wie der Zweite Weltkrieg stattdessen hätte beendet werden sollen.

Neben den Atombombenabwürfen am 6. und 9. August zeichnete sich allerdings auch die sowjetische Kriegserklärung am 8. August für die Kapitulation verantwortlich, das japanische Kaiserreich hätte dann einen Zweifrontenkrieg führen müssen.

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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
31.05.2020 15:19 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.878 | Reviews: 142 | Hüte: 450

Dead End

Eine Kriminaldramaserie, die aktuell in der ZDF Mediathek läuft. Das ländliche Brandenburg, in der Nähe der Stadt Königs Wusterhausen im Landkreis Dahme-Spreewald. Die in den USA ausgebildete und lebende Forensikerin Emma (Antje Traue) kehrt für den 75. Geburtstag ihres Vaters Peter (Michael Gwisdek) in die Heimat zurück, der dort als Leichenbeschauer arbeitet. Als eine Leiche gefunden wird, unterstützt Emma ihren Vater und der örtlichen Polizei (Lars Rudolph, Victoria Schulz) mit Hilfe ihrer US-Erfahrung bei der Todesermittlung.

Für meinen Geschmack fokussiert sich "Dead End" zu sehr auf simple Tatort-Kriminalermittlung, die darüberhinaus auch nicht sonderlich gut geschrieben ist. Über die Tatsache, dass es in diesem brandenburgischen Kaff gefühlt wöchentlich zu einem Todesfall kommt, kann man noch mit einem Augenzwinkern hinwegsehen, dass während der Ermittlungen aber ein praktischer Zufall den nächsten jagt, zeugt dagegen schon von einer schwachen Kriminalkonstruktion. Im Gegensatz zum 90-minütigen "Tatort" müssen hier die Fälle schließlich auch in 45 Minuten aufgeklärt werden.

Generell lässt das Drehbuch stark zu wünschen übrig. Die Qualität der Dialoge ist teils unterirdisch und die charakterfokussierten Nebenplots bleiben unterentwickelt oder werden vage gehalten, vor Allem jener um die Beziehung zwischen Emma und ihrem US-Freund Kevin. Davon hätte ich gerne mehr gesehen, von Emmas dunklen Geheimnisssen und Hintergründen, von Peters Beziehung mit seiner Lebensgefährtin und der Auseinandersetzung mit seiner Demenzerkrankung, von Bettis (un)erwiderten homosexuellen Gefühlen für Emma und von Schuberts Familienproblemen.

Episode 5 gefiel mir dahingehend am Besten, hier befinden sich sowohl Peters als auch Schuberts Handlungsstränge auf ihrem dramatischen Höhepunkt, was zudem von allen Schauspielern, insbesondere von Michael Gwisdek, hervorragend gespielt wird.

4 von 10 Punkten

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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