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Zuletzt gesehen (Serien)?

ComicFan88 | 16.07.2013
So zu sagen der kleine Bruder vom "Zuletzt gesehen" Thread ;-)

Egal ob eine komplette Serie, eine Staffel oder eine Folge die ihr zuletzt gesehen habt, egal ob neu oder alt. Hier ist der passende Thread dazu...
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1101 Kommentare
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
03.04.2020 10:08 Uhr
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Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.738 | Reviews: 45 | Hüte: 678

Tiger King:Murder, Mayhem and Madness oder Großkatzen und ihre Raubtiere
Nach dem Corona-Ausbruch ist das Thema Wildtierhandel ja gottseidank wieder medial präsenter und zack legt Netflix nach und präsentiert uns eine Dokumentationsserie über den illegalen und leider teils legalen Handel mit Wildtieren wie Affen, Bären und insbesonders Großkatzen.
Was als Recherchearbeit über den Reptilienschmuggel beginnt, wird zu einem mehrjährigen Filmprojekt über den selbsternannten Tiger King: "Joe Exotic". Als amerikanischer, homosexueller, fokuilatragender Waffennarr, welcher Polygamie betreibt und als Gouverneur sowie Präsident kandidierte, brüstet er sich damit die größte Raubkatzensammlung Amerikas zu besitzen. Während der Dreharbeiten lernt der Regisseur neben Joe weitere zwielichtige Privat-Zoo-Besitzer kennen, darunter einen Drogenboss, einen Guru, einen waffenverrückten Hinterwäldler sowie einen amerikanischen Playboy. Sie alle eint, dass sie einen Privatzoo besitzen und vorallem Großkatzen züchten. Damit verdienen sie sich reich und dämlich: Leute kommen die Roadzoos besuchen um Tiere auf den Arm zu nehmen und Tierjungen werden an andere schmierige Privatzoo-Besitzer verkauft - und dies alles unter der Nase der Politik.
Das Verrückte ist, dass die Herren ihre Taten als Naturschutz ansehen: "Der Lebensraum des Tigers ist verschwunden, was gibt es also besseres als Tiger zu züchten". Auch wollen sie durch den Kontakt mit Krokodilen, Tiger, Bären und Affen - die man alle streicheln kann, ein Umweltbewusstsein bei den Zuschauern bilden.

Was als Kritik am Handel und der Zucht von bedrohten Arten beginnt, steigert sich dann zu einem klassischen Thriller. Schon die verrückten Typen kann man eigentlich nicht erfinden, so ist alleine der entstehende Plot Hollywood reif. Denn diesen Kriminellen steht mit Carole Baskins eine Tierschützerin gegenüber. Die Dame besitzt ein Sanctuary in dem sie verwahrloste Tiere (insbesonders Großkatzen) aufnimmt. Mit dem verdienten Geld setzt sie sich für den Erhalt von Löwe und Tiger ein. Ihre Gegner, besonders Joe Exotic sehen darin ebenfalls das Ausschlachten der Tiere indem diese ja selbst in einem Zoo leben. Es entwickelt sich ein Krieg zwischen den Beiden wie er amerikanischer nicht sein könnte: "Niemand nimmt mir meine Tiger weg! Dies verstößt gegen amerikanisches Grundgesetz, sie sind mein Besitz und wenn sich Tierschützer oder Peta meinem Zoo nähern, baller ich denen den Kopf weg"
Problematisch, dass die "Mutter Theresa der Katzen" selbst Dreck am Stecken hat - wie gesagt, das kann kein Mensch erfinden.

Schlussendlich haben mittlerweile Joe Exotic (fühlt sich und seinen Privatzoo falsch dargestellt) sowie Carole Baskins (wollte eine Doku über den Schutz von Großkatzen drehen und nicht einen Thriller über ihre dubiose Vergangenheit) Klage gegen die Doku eingereicht. Es bleibt abseits eines Krimis mit vielen bunten, zwielichtigen und schmierigen Typen, welche Tiere für ihren Profit nutzen eine Message: Mittlerweile leben alleine in den USA mehr Tiger in Gefangenschaft (mehr als 5.000) als in freier Wildbahn (4.000).

Fazit
Spannende Dokumentation über Tierliebe die zu Profit wird und ein essentielles Problem des Wildtierhandels. Was als Kritik am System beginnt, nährt sich immer mehr an diesen bunten Gestalten und nähert sich am Ende hin zu einem wahren Thriller. Dabei verliert der Regisseur zu Ende hin oftmals den Fokus und gerade chronologisch überschlagen sich die Ereignisse, weshalb man nicht immer allen Aktionen folgen kann. Es bleibt die Kritik an Privatzoos, leider könnte dies zu einer allgemeinen Kritik an Zoos werden. Die um Artenschutz bemühten Zoos kommen viel zu kurz, neben Carole Baskins kommen zu wenig "positive" Personen zu Wort - und diese positive Person hat selbst womöglich Dreck am Stecken.
Spannende Dokumentation wo man sich öfters fragt: "Wie verrückt ist unsere Welt nur?"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.04.2020 14:20 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

@Duck-Anch-Amun
Mit der Doku habe ich gestern auch angefangen.

Parallel schaue ich die von MB80 empfohlene Dokuserie "The Vietnam War", ebenfalls auf Netflix.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Tarkin : : Moviejones-Fan
05.04.2020 14:35 Uhr | Editiert am 05.04.2020 - 14:52 Uhr
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Dabei seit: 10.10.17 | Posts: 1.321 | Reviews: 0 | Hüte: 18

Star Trek - Picard (1. Staffel komplett)

vielversprechender Anfang, liess schnell nach und blieb unter den Erwartungen, trotz Borg, geballter TNG-Power mit etwas Voyager-Flair. Da war mehr drin und fühlt sich nicht wie Startrek an, sorry. Verpasste Chance etwas grosses abzuliefern. Bin sehr enttäuascht.

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Star Wars - the Clone Wars (Staffel 7 bis aktuell Episode 7)

Als ob die Serie nie weg war, hat sie mich in Episode 1 schnell komplett abgeholt und ich war wieder mittendrin. Trotz der 6 Jahre Pause, die seit Season 6 klaffte.

Ein totgeglaubter Klon wird gerettet und Ahsoka macht ihr eigenes Ding, was natürlich Schwierigkeiten nach sich zieht . Sehr unterhaltsam in gewohnt hoher Animationsqualität.

"Die fliegen jetzt."

"Die fliegen jetzt?"

"Die fliegen jetzt!"

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sittingbull : : Häuptling
07.04.2020 12:07 Uhr
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Dabei seit: 22.06.13 | Posts: 2.587 | Reviews: 6 | Hüte: 61

@Duck-Anch-Amun

Tiger King

Ich habe mich aufgrund deiner Review dazu entschlossen einen Blick zu riskieren und habe alle Folgen innerhalb von 2 Tagen durchgeschaut. Danke für den Tipp. War wirklich unterhaltsam und schockierend. Ich kann deine Ausführungen im Großen und Ganzen vollends unterschreiben! Ich muss aber auch sagen, dass Carole Baskin nicht eindeutig "zu den Guten" gezählt werden darf. Sie macht einfach exakt das Gleiche wie die anderen Deppen und verschleiert das unter dem Deckmantel einer Wohltätigkeit. Ihre Intention ist nun sicherlich eine bessere (war anfangs auch anders), aber am Ende des Tages vermarktet sie ihre Tiere haargenau gleich wie die anderen. Dazu die Story mit ihrem Mann, die du ja sicher mit "Dreck am Stecken" meinst.

Ich will hier auf keinen Fall die anderen Ganoven schützen...das sind einfach so unfassbar kranke, verrückte und dumme Menschen, über die ich genausogut einen Aufsatz schreiben könnte, aber Carole Baskin als "gut" zu beschreiben, trifft es für mich persönlich nicht ganz. Manipulativ, machtsüchtig, gierig, pseudofreundlich und immer lachend wenn sie über ihren toten Mann spricht...

Die Doku bezieht zum Glück wenig Stellung und versucht alle Beteiligten gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen. Jede Folge setzt dabei andere Schwerpunkte und bleibt primär auf der menschlichen Ebene. Das sehe ich als große Stärke und hat mir gut gefallen. Das Urteil am Ende fällt für mich eindeutig aus: Kein Tier hat von diesem Streit wirklich profitiert, jeder Involvierte bekommt sein Fett auf eine Art und Weise weg und in den USA läuft einiges gehörig schief. Wahrlich eine verrückte Welt.

Kritik kann man tatsächlich aufgrund der Erzählweise üben. Das ist manchmal ein bisschen sprunghaft nicht nicht ganz "on point", aber bei so vielen Twists und Streitigkeiten sei das verziehen.

Ich bin zudem ebenfalls wie Duck der Meinung das normale Zoos mehr hätten gezeigt werden sollten, da diese Einrichtungen meist vorbildliche Arbeit in Sachen Artenschutz leisten und zudem ein Bewusstsein für Wildtiere in der Bevölkerung schaffen können.

Ansonsten aber wie gesagt gleichermaßen fesselnd wie erschreckend. "like a train wreck"

Ich bin gespannt wie @luhp92 das ganze Geraffel findet^^

Kanalratte schmeckt vielleicht wie Kürbiskuchen, aber ich werds nie erfahren, denn ich fress die Viecher nicht
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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
07.04.2020 13:00 Uhr
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Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.738 | Reviews: 45 | Hüte: 678

@sittingbull
Stimmt natürlich, Carole Baskin kommt nicht gut rüber und dies ist auch das Problem was sie an der Serie hat.
Letztendlich kann ich aufgrund der Serie nicht beurteilen ob ihre Aktivitäten "gut" sind oder sie dies nur besser vermarktet als die "Spinner". Letztendlich zeigt die Doku nicht genug über dieses Sanctuary. Es wird kurz erklärt, dass sie Tiere aus Privatzoos, Zirkussen, etc. aufnimmt und den Tieren damit ein besseres Leben gibt...quasi als Art Gnadenhof in einer besseren Umgebung. Die Gehege werden jedoch nicht gezeigt, wir bekommen nur negative Bilder zu sehen wie Katzen ihren Kopf in die Futterkrippe stecken. Zudem redet Carole von Freihheit, während hinter ihr Gitterstangen zu sehen sind.
Wenn ich es auf Wiki lese: https://en.wikipedia.org/wiki/Big_Cat_Rescue, klingt mir dies doch seriöser als diese Privatzoos. Auch in der Serie sieht man keine 10 Großkatzen in einem Gehege und die Besucherszenen wirken dann doch eher wie ein Zoo. Ich kann deshalb nicht einschätzen, ob dieses Sanctuary nun wirklich so eine gute Arbeit leistet wie Carole uns weismachen will. Letztendlich gibt es ja genügend Kritik auch an Zoos. Selbst hier kann man sagen, dass der Auslauf für Großkatzen nicht groß genug ist.

Das Problem an den Privatzoos wie von Joe Exotic ist ja eher, dass es hier rein um Profit geht: Babys bringen Geld und Frauen. Man wirbt mit Tierbabys und engen Kontakt mit den Tieren. Es leben mehrere Tiere in einem Gehege, es werden dabei fragwürdige Züchtungen unternommen (Liger,...), die Tiere bekommen Gammelfleisch zu essen, es wird von Tötung gesprochen, etc. Das alles sieht man in der Doku bei Carole Baskins nicht.
Sie wird eben nur fast genauso negativ dargestellt wie die verrückten Spinner, die ja so gesehen doch irgendwie charismatisch und liebenswert sind. Und du hast Recht: Ihre Außendarstellung ist furchtbar, normal, dass jeder sie für eine Mörderin hält. Aber die Doku erklärt mir, dass sie das Richtige macht, zeigt mir aber nicht mehr. So gesehen würde ich sie als "Gute" in der Geschichte sehen.
Durch die Mordsache, die teils negativen Bilder und ihr unsympatisches Auftreten lassen dann ein anderes Bild enstehen. Die "Gute" ist sie so gesehen ja nicht und weil sonst keine positiven Figuren vorkommen, wirft man alles in einen Topf.

Aber ich stimme dir zu 100 % zu: Kein Tier hat von diesem Streit wirklich profitiert, jeder Involvierte bekommt sein Fett auf eine Art und Weise weg und in den USA läuft einiges gehörig schief. Wahrlich eine verrückte Welt.
Wie kaputt die USA (weil es eben um dieses Land geht) ist, sieht man dann auch in den Reaktionen zur Serie. Joe Exotic wird da wirklich abgefeiert. Auf die Frage ob es grausame Szenen gebe, antwortete ich (auf Englisch): "Hängt davon ab was man ertragen kann, aber es wird gezeigt wie Tiere auf den Kopf geschlagen werden, mit Schüssen erschreckt werden oder wie Neugeborene sofort den Müttern entzogen werden". Als Reaktion kam nur: "ist ja normal, der Typ wollte sich eben davor schützen von einem Tier aufgefressen zu werden". Als ich antwortete, dass es ja auch dumm sei in einen Käfig mit 10 Tigern zu spazieren und dass somit auch die Haltung an sich grausam wäre, kamen nur doofe Kommentare zurück. Auch als Carole Baskins nun erklärte, dass sie in einer Staffel 2 nicht zurückkehren würde für Interviews, bekam sie einen echten Shitstorm, während Leute feierte, dass man mehr über Joe Exotic erfahren würde...

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.04.2020 18:52 Uhr | Editiert am 18.04.2020 - 19:12 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

The Vietnam War (Netflix)

Eine 17,25-stündige, auf zehn Episoden aufgeteilte Dokuserie über die vietnamesische Kolonialgeschichte von 1858 bis 1954, den Französischen Krieg (im Westen: Indochinakrieg) von 1946 bis 1954, den Amerikanischen Krieg (im Westen: Vietnamkrieg) von 1955 bis 1975 und die Folgen beider Kriege für Vietnam und die USA bis in die Gegenwart. Die Doku beleuchtet die Geschehnisse von allen Seiten aus und interviewt dementsprechend Beteiligte und Betroffene aus allen Lagern (Geheimdienste, Diplomaten, Soldaten aus den USA, Süd- und Nordvietnam, Kämpfer des Viet Minh und des Viet Cong, Journalisten, Friedensaktivisten, Kriegsverweigerer, hinterbliebene Familienangehörige). Zusätzlich werden archivierte Tonaufnahmen der Geheimtelefonate innerhalb der US-Regierungen unter Kennedy, Johnson und Nixon verwendet. Wie es MB80 Ende März hier schon schrieb, handelt es sich hier um eine Dokumentation, die man wohl als allumfassend und vollständig bezeichnen kann. Eine Aufarbeitung des komplexen, ideologisch vielschichtigen Weltgeschehens der letzten 150 Jahre am Beispiel Vietnam.


Die interessanteste Person in der Dokumentation ist für mich der US-Marine und spätere Friedensaktivist John Musgrave.

Parallel zum Kriegsverlauf und zur kollektiven Wahrnehmung des Vietnamkrieges in der US-Gesellschaft erzählt er vom Wandel seines individuellen Weltbildes. Als den Krieg befürwortender US-Marine kam er Ende 1966 nach Vietnam und entwickelte dort einen glühenden, puren Hass auf die Nordvietnamesen. Nachdem er nach einer schweren Verwundung nur knapp dem Tod entrann, wurde er im November 1967 zurück in die USA geschickt und entwickelte aus seiner Vaterlandliebe heraus ebenso einen Hass auf die Friedensaktivisten, was ihn dazu trieb, sich freiwillig für eine Vietnamrückkehr zu melden, die aufgrund seiner Verletzung jedoch abgelehnt wurde. Nachdem die Friedensaktivisten ihn mit Fragen nach dem Grund des Krieges und der Art der Kriegsführung konfrontierten, die er nicht beantworten konnte, begann er selbst mit einer Recherche, die in ihm immer mehr Zweifel an der Legitimität des Krieges weckte. In der folgenden Zeit schwieg Musgrave seine Zweifel tot und wurde innerlich entzweigerissen zwischen seiner unhinterfragten Kriegsbeteiligung und seiner Identität als Marine auf der einen Seite und der Kriegsrealität auf der anderen Seite. Zudem geplagt von Überlebensschuld, flüchtete er sich in Alkoholismus und Selbstmordgedanken, an seinem psychischen Tiefpunkt angelangt, bewahrte ihn lediglich die Empathie seiner beiden Hunde davor, tatsächlich Selbstmord zu begehen.

Ein einschneidendes Ereignis. welches Musgrave schließlich aus seiner Lethargie trieb, war das Kent-State-Massaker im Mai 1970, bei dem an der Kent State University vier studentische Friedensaktivisten durch die US-Polizei erschossen wurden. Ein weiteres Ereignis war eine Rede von Präsident Richard Nixon, ein Gegner der Friedensaktivisten, der die stumme Mehrheit der US-Gesellschaft und die Arbeiterklasse auf seiner Seite sah. Daraufhin nahm sich Musgrave wieder mehr als Bürger der USA wahr, in dessen Verantwortung es liegt, gegen den Präsidenten und die Regierung zu protestieren, falls diese wider der nationalen und bürgerlichen Interessen handeln. Schlussendlich trat er der Organisation American Veterans Against the War bei und wurde selbst Friedensaktivist.


Im Folgenden führe ich mehrere Zitate aus der Dokuserie auf, die sich meiner Meinung nach durch Allgemeingültigkeit auszeichnen und/oder das Wesenhafte des jeweiligen Sachverhalts beschreiben.

Ein US-Veteran über das menschliche Wesen, Zivilisation und Krieg:
"One of the things, that I learned in the war, is that we´re not the top species on the planet, because we´re nice. We are a very aggressive species. It is in us. And people talk a lot about how, "Well, the military turns kids into killing machines" and stuff. And I´ll always argue, that it´s just finishing school. What we do with civilization, is that we have to inhibit and rope in these aggressive tendencies. And we have to recognize them. I worry about a whole country, that doesn´t recognize it. Because you think of how many times we get ourselves in scrapes as a nation, because we´re always the good guys. Sometimes, I think, if we thought, that we weren´t always the good guys, we might actually get in less wars."

Ein US-Veteran über den Wandel der US-Gesellschaft und -Kultur in den 60er Jahren:
"The late 1960s were a kind of confluence of several rivulets. There was the antiwar movement itself. The whole movement towards racial equality, the environment, the role of women, homosexuality. And the anthems for that counterculture were provided by the most brilliant rock-and-roll music, that you can imagine. I don´t know, how we could exist today as a country without that experience. With all of its warts and ups and downs, that produced the America, we have today, and we are better for it."

US-Veteran John Musgrave über das Kriegsende und den vollkommenden Rückzug der USA 1975:
"It´s not a great day. To see America leaving like that, after we´d given almost 60.000 of our sons and daughters, that wasn´t something to celebrate. I know, we were abandoning millions of South Vietnamese, that had trusted us, thrown in their lot with us. That wasn´t anything to celebrate. I thought, it was just one of the saddest moments, I´d ever seen in American history."

Ein nordvietnameischer Veteran über das Kriegsende und den vollkommenden Rückzug der USA 1975:
"The Vietnam War lasted 30 years, from 1945 to 1975. I was one of very few, who experienced the joy of coming home. For six years my mother had no idea, if I was alive or dead. Can you imagine the happiness of a mother? The war made women most miserable, and then most happy. My mother cried. But we didn´t make a scene. My mother right away thought of our neighbors, who had just received a death note. In our apartment building six young men were drafted, and I was the only one to return. We didn´t dare celebrate, didn´t dare express our joy, because our nieghbors lost their children."

Ein US-Veteran über die Versöhnung zwischen US-Amerikanern und Nordvietnamesen:
"I went back to Vietnam. I got in touch with a provincial vets organization, all former enemies. But now, mellowed quite a bit, like me. They´re guys my age, grandpas. And after we got past the initial checking each other out, they could not have been more gracious and more loving. They took me under their wing like a brother soldier. We exchanged painful memories, stories. And I did a little ceremony honoring the guys I´d lost, honoring the Vietnamese enemies, that we´d killed. And just telling them, they could be in peace now."


10 von 10 Punkten

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MB80 : : Cheddar Goblin
18.04.2020 20:36 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.588 | Reviews: 44 | Hüte: 238

Luhp92:

Wow, da sind wir so ziemlich auf einem Nenner. John Musgrave war für mich auch die Quintessenz der Dokumentation, und darüber hinaus des Krieges. Der hatte auch ein paar Geschichten auf Lager, bei dem einem die Nackenhaare hochgingen, z.b. warum er lange Nachts nur mit Licht schlafen konnte, oder diese nonchalante Rationalisierung, warum dehumanisierender Rassismus für ihn hilfreich war, zu überleben.

Das erste Zitat von dir über die menschliche Natur ist mir übrigens auch lange im Kopf geblieben. Ich denke, da ist schockierend viel dran.

Netto von mir auch 10/10, freut mich das dir die investierte Zeit was gegeben hat.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
19.04.2020 18:26 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

@MB80

Stimmt, die Geschichte mit dem Nachtlicht stammte ja auch von John Musgrave.

Ja, die invenstierte Zeit hat mir definitiv etwas gegeben. Ich habe mir die Dokuserie Stück für Stück über 22 Tage verteilt angesehen, in diesen drei Wochen war das mein Ritual zum Runterkommen nac hder Arbeit^^ Worunter ich persönlich nicht berieselnde Nonsens-Unterhaltung wie z.B. das Nchmittagsprogramm der Privaten verstehe, sondern eben so etwas Lehrreiches, nachdenklich Stimmendes und emotional Mitnehmendes wie hier.

In der Arte-Mediathek läuft aktuell übrigens die Dokuserie "The War" (14 Episoden mit je 52 Minuten) von den "The Vietnam War"-Regisseuren Ken Burns und Lynn Novick. Quasi die Vorgänger-Dokuserie, in der es um die US-Beteiligung am Zweiten Weltkrieg auf dem europäischen Festland und im Pazifik geht, nachdem sie aufgrund des Angriffs auf Pearl Habor in den Krieg eintraten.

https://www.arte.tv/de/videos/039036-001-A/the-war-1-14/

Und aktuell schaue ich in der Arte Mediathek die Dokueserie "Afghanistan: Das verwundete Land" (4 Epiosden mit je 52 Minuten). Über die politische Entwicklung Afghanistans von den 1960ern an bis heute (Monarchie, Demokratie, kommunistische Autokratie, Sowjetbesatzung, islamistischer Befreiungskampf, NATO-Einfluss).

https://www.arte.tv/de/videos/081554-001-A/afghanistan-das-verwundete-land-1-4/

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MB80 : : Cheddar Goblin
19.04.2020 20:26 Uhr
0
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 2.588 | Reviews: 44 | Hüte: 238

luhp92:

Ja, das ist auch so eine Serie, die man sich kaum schnell geben kann. Aber es lohnt sich.

Danke für die Mediathek Tipps, die Doku "The War" hatte ich mal ganz kurz bei Netflix angefangen, aber damals nicht weiter verfolgt. Aber wenn das von den selben Regisseuren ist, muss ich wohl mal einen Blick wagen. Da reizt mich die Doku über Afghanistan allerdings mehr, da habe ich größere Lücken, bzw. außer dem Fiasko der Briten im 19. Jhd. und aktuellen Krisen seit den 80ern weiß ich herzlich wenig.

Und dann wären da noch "Lone Survivor" und "Der Brotverdiener" auf meiner Liste.

“...and the stronger the fear of boredom, the louder the music."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
20.04.2020 15:04 Uhr | Editiert am 20.04.2020 - 15:21 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.099 | Reviews: 216 | Hüte: 561

Kahaani - Ein Thriller über eine hochschwangere Frau, die in Indien nach ihrem vermissten Ehemann sucht

Läuft derzeit bei Netflix mit dem Werbespruch/Klappentext: Hier platzt mehr als nur die Fruchtblase.

Und wem diese Ansage nicht reicht, dem ist nicht zu helfen :-D

Grundsolider Nullingerthriller irgendwas um 5-7 Punkte

Edit: Mist, das hier ist j a der Serienbereich, ok, wird kopiert und drüben mit reingepackt.

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
20.04.2020 22:02 Uhr | Editiert am 20.04.2020 - 22:05 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

@MB80

Danke für den Hut.

Die Afghanistan-Dokuserie habe ich heute nachmittag beendet. Anstelle von "The War" schaue ich jetzt aber erstmal die Dokuserie "Prohibition", auch von denselben Machern^^, die ebenfalls auf Netflix läuft.

Es ist schon faszinierend, gerade weil mir das auch noch nicht bekannt war, dass die Prohibitionspläne bis in die 1820er Jahre zurückreichen, also bereits 100 Jahre vor der richtigen Prohibition, und dass das im 19. Jahrhundert einherging mit dem Kampf von Frauen für mehr Rechte und soziale Gerechtigkeit. Angetrieben dadurch, dass die Ehemänner ihre Familie nicht ernähren könnten, weil sie oft besoffen waren und ihren Beruf dann nicht ausüben konnten. Und weil es aus Frust wegen dieser unmännlichen Blamage dann vermehrt zu häuslicher Gewalt und zu Vergewaltigungen der Ehefrau kam, damit mann sich wieder männlich fühlen konnte. Was damals an sich ja auch noch als normales Eheleben galt und nicht rechtlich verboten war.
Krass ist auch, dass 1830 der durchschnittliche Amerikaner im Alter von über 15 Jahren 88 Flaschen Whiskey pro Jahr trank laughing

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
21.04.2020 18:17 Uhr | Editiert am 21.04.2020 - 18:19 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

Funfacts zur Prohibition:

Aus deutscher Sicht:

Die deutschen, industriellen Bierbrauer (von denen Anheuser-Busch wohl der Bekannteste ist) schlossen sich zu einer Organisation zusammen, um die deutsche Kultur des Bier Trinkens in den USA aufrechtzuhalten. Insbesondere in den Bundesstaaten mit Millionen an deutschen Immigranten (z.B. Pennsylvania, New York, Iowa) erhielten sie viel Zuspruch, viele der Immigranten traten auch der Organisation bei. Die Propaganda der Bierbrauer ist aus heutiger Sicht teils geradezu absurd, Bier als gesundes Getränk für Kinder und Schwangere^^ Daher kommt anscheinend auch der Begriff "Flüssigbrot".

Die antideutsche Stimmung während des Ersten Weltkriegs - die USA trat ja ein, nachdem US-Schiffe durch die Deutschen versenkt wurden - machte die Durchsetzung der Prohibition auf nationaler Ebene erst möglich. War das Deutsche Kaiserreich der außerstaatliche Feind der USA, galt die deutsche Bierbrauindustrie im Zusammenhang mit dem Alkohol als innerstaatlicher Feind der USA, die Bierbrauer verloren enorm an Reputation. Allgemein kam es auch zu einer Entgermanisierung (Schulkinder vernichteten ihre Deutschbücher) sowie Diskriminierung und Gewalt gegenüber Deutschsprachigen.

Südstaaten-Paradoxon:

Prohibitionsbefürworter innerhalb der afroamerikanischen US-Bevölkerung führten als Grund an, der Konsum von Alkohol würde den Kampf der Afroamerikaner für Wahlrecht und soziale Gerechtigkeit untergraben. Prohibitionsbefürworter unter den Südstaaten-Rassiten führten als Grund an, Alkohol würde Schwarze in Tiere verwandeln oder ihre Gewalttätigkeit befeuern (je nachdem, wie man "brute" jetzt übersetzten möchte). Für sie war ein Schwarzer, der wählen darf und Alkohol trinkt, eine absolute Horrorvorstellung^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
21.04.2020 23:07 Uhr | Editiert am 21.04.2020 - 23:08 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 15.994 | Reviews: 171 | Hüte: 567

@sittingbull und Duck-Anch-Amun

Wie lässt sich Kult definieren? Wie und warum wird Joe Exotic zu einer Kultfigur - für seine Anhänger vor und hinter den Bildschirmen?

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sittingbull : : Häuptling
22.04.2020 10:36 Uhr
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Dabei seit: 22.06.13 | Posts: 2.587 | Reviews: 6 | Hüte: 61

@luhp92

Danke fürs Teilen. Interessantes Video. Ich glaube "Kult" trifft die Sache im Kern ganz gut. Diese Doku ist so verrückt.

Kanalratte schmeckt vielleicht wie Kürbiskuchen, aber ich werds nie erfahren, denn ich fress die Viecher nicht
MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : Kakashi
22.04.2020 17:32 Uhr
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Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 7.216 | Reviews: 48 | Hüte: 334

Attack on Titan: Junior High

Die Serie ist schon echt lustig.^^ Schade nur, dass es bei den 12 Folgen geblieben ist. Hätte gern mehr davon gesehen. laughing

8 von 10 Punkte

Schlangen...warum ausgerechnet müssen es Schlangen sein?

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