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Die besten Filme 2019 - zumidest der Ente nach.

GierigeEnte | 30.01.2020
Jetzt, wo 2019 der Vergangenheit angehört, wird es Zeit, das Jahr in allen Gebieten Revue passieren zu lassen, auch in Sachen Filme. Aber einfach nur eine Topliste zu veröffentlichen, schien mir meinem Mittelungsbedürfnis nicht angemessen zu sein, weswegen ich im Verlauf mehrere Aufzählungen zusammengeschustert habe, bei denen zu jedem Platz auch immer eine kurze Beschreibung g... weiterlesen

Jetzt, wo 2019 der Vergangenheit angehört, wird es Zeit, das Jahr in allen Gebieten Revue passieren zu lassen, auch in Sachen Filme. Aber einfach nur eine Topliste zu veröffentlichen, schien mir meinem Mittelungsbedürfnis nicht angemessen zu sein, weswegen ich im Verlauf mehrere Aufzählungen zusammengeschustert habe, bei denen zu jedem Platz auch immer eine kurze Beschreibung gehört. Beginnen werde ich mit den besten zwanzig Filmen der letzten zehn Jahre, gefolgt von den schlechtesten zehn. Dann schließt sich eine Ausführung der letztes Jahr erstgesehenen stärksten und schwächsten Filme an, bevor ich die besten und schlechtesten im Jahr 2019 erschienenen Filme küre. Umso weiter die jeweilige Liste voranschreitet, desto besser (bzw. schlechter) sind auch die genannten Filme, was meine Ansicht betrifft. Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und bitte, wie immer, um Feedback!

Wie prophezeit, widme ich mich zuerst den herausragendsten zwanzig Filme von 2010 bis 2019, wo doch nun eine zwanzig die Jahreszahl abschließt. Die Auswahl war groß, viele gute Filme haben es knapp nicht in die Liste geschafft und mehrere, die ich gern noch gesehen hätte, habe ich leider nicht mehr schauen können. Aber von denen, die ich kenne, sind diese meine Favoriten:

Platz 20: The Salvation (2014)
Es hat tatsächlich zwei Sichtungen gebraucht, bis ich diesen Western zu schätzen gelernt habe, dabei ist er eine unglaublich atmosphärische und traurige Perle dieses Genres. Eine epochenkritische Abhandlung über vergangener Grausamkeiten, gespickt mit grandioser Symbolik, getragen von einem tollen Soundtrack und überragenden Darstellern, unter denen besonders Mads Mikkelsen heraussticht. Der ganze Film hinterlässt ein bitteres, unvergessliches Gefühl und wo ich so darüber nachdenke, wird es Zeit, ihn mir erneut anzusehen.

Platz 19: Gone Girl (2014)
"Gone Girl" ist einer der spannendsten Filme auf dieser Liste, der mir durch seine Besonderheit nachhaltig im Gedächtnis geblieben ist. Seine Motive über Ungerechtigkeiten und familiäre Probleme sind nicht minder großartig als seine Machart, welche durch die völlig unterschiedlichen Hälften absolut überragend ist. Die sich zuspitzenden Verwicklungen, die starken Schauspieler, die Charakterzeichnung - vom dem überwältigenden Ende gar nicht erst zu reden. Definitiv einer der besten Thriller, die ich je gesehen habe.

Platz 18: Macbeth (2015)
Ich war schon immer ein Fan literarischer, historischer Werke, nicht umsonst liebe ich den ersten Teil von Goethes "Faust" und Shakespeares Dramen. "Macbeth" ist dabei die beste Visualisierung solcher Schriften, die ich kenne. Schlicht genial ist es, die Dialoge aus Shakespeares gleichnamigen Stück zu übernehmen und mit atemberaubenden, künstlerischen Bildern zu kombinieren, welche - zusätzlich zu den ohnehin tiefgehenden Versen - mehr als gelungene Interpretationsansätze bieten und die raue Historie unfassbar eindrucksvoll auf den Punkt bringen. Der Film ist praktisch ein Pflichtprogramm für jeden Literaturinteressierten.

Platz 17: Hereditary (2018)
So viel brauche ich zu dem Film nicht zu sagen, ein Satz reicht: Ich hatte noch nie mehr Panik bei einem Film, als bei "Hereditary". Er ist zwar, wenn auch nur knapp, nicht der stärkste Horrorfilm auf dieser Liste, zieht einen mit der unfassbar grusligen Atmosphäre, dem emotionalen Horror und der beeindruckenden Detailverliebtheit jedoch unabwendbar in seinen Bann. Das Ende ist dabei gleichzeitig schockierend bitter wie erlösend, was zweifelsfrei eine einzigartige Erfahrung ist.

Platz 16: A Beautiful Day (2018)
Wenngleich ich auf eine Oscarnominierung für Joaquin Phoenix’ Darstellung in "Joker" hoffe, wäre sie für "A Beautiful Day" fast noch treffender gewesen. Aber nicht nur die schauspielerische Leistung zeichnet den Film aus, in erster Linie beeindruckt seine Vielschichtigkeit, die ausschweifender kaum sein könnte. Er übt einen heftigen Kriegstadel, tiefgehende Kritik an Korruption und dunklen Geheimnissen, an Kindesmissbrauch, zeichnet auf ungeheuer tiefgründige Weise die Psyche des Protagonisten und ist zudem ein Paradebeispiel einer Charakterentwicklung. Und hinter all seine Besonderheiten bin ich auch nach einer zweiten Sichtung noch nicht gestiegen - ein Ausnahmefilm.

Platz 15: Interstellar (2014)
Dass Christopher Nolan ohne Frage einer der besten Regisseure unserer Zeit ist, hat er bereits 2001 mit "Memento" unter Beweis gestellt. Auch in der folgenden Dekade konnte er sein Niveau fast ausnahmslos halten, was man am ehesten an dem extrem rührenden, fast philosophischen "Interstellar" sehen kann, bei dessen Bildgewaltigkeit einem der Mund offen stehen bleibt. Ergänzend ist seine Auseinandersetzung mit Liebe, Raumfahrt und menschlicher Bindung mehr als sehenswert, was von einem wundervollen Hans Zimmer Soundtrack gekrönt wird.

Platz 14: Herz aus Stahl (2015)
Kriegsfilme gibt es viele und viele von diesen sind auch ziemlich gut - an "Herz aus Stahl" reicht kaum einer heran. Diese düstere, grausame Darstellung einer Panzerdivision im zweiten Weltkrieg, wirft ein so bitteres, bedrückendes Bild auf den Krieg, sodass es mir nicht wieder aus dem Kopf gehen wird und sich bereits in der musikalischen Untermalung manifestiert. Besonders eindrücklich ist dabei, wie beiläufig die Soldaten selbst Untaten begehen und mit welcher Konsequenz der Film sein Schlussbild zeichnet - Krieg ist eben scheiße und prägt den Menschen, was kaum ein anderer Film so eindrucksvoll in Szene setzt.

Platz 13: The Irishman (2019)
Auch aus dem nun fast vollendeten Jahr haben es zwei Filme in diese Liste geschafft. Der erste ist Martin Scorseses Meisterwerk "The Irishman", welcher einen äußerst brillanten Abgesang auf das Mafia-Milieu darstellt. Allein, dass bei seiner Laufzeit von 210 Minuten keine Sekunde zu viel ist, sagt alles über den Film aus. Aber Scorsese hat dieses Jahr ohnehin viel geleistet, wenn man mal an seine dringend benötigte MCU-Kritik denkt. Und mit diesem Film hat er bewiesen, dass er es auch mit 77 noch voll drauf hat, dass gerade von ihm eine solche Kritik berechtigt ist. Dafür noch ein verspäteter Dank.

Platz 12: It Follows (2015)
Nicht nur, dass "It Follows" mit seiner perfekten Atmosphäre ziemliche Angst macht, mehr als beeindruckend mit der Erwartungshaltung der Zuschauer spielt und eine meisterhafte Kameraführung an den Tag legt, nein - eine solch paranoid machende Erfahrung, die mich auch über ihn hinaus nicht mehr losgelassen hat, bot mir bisher kein anderer Film. Seine Symbolik über Missbrauch ist ergänzend äußerst clever und bringt das Thema auf eine ganz eigene Art auf den Punkt. Eine der Melodien aus dem Soundtrack des Filmes ist übrigens seit fast einem Jahr mein Weckerton, was passender kaum sein könnte.

Platz 11: The Hateful Eight (2016)
Noch mehr als Nolan oder Scorsese liebe ich Quentin Tarantino, dessen meines Erachtens bester Film "The Hateful Eight" ist. Ein Westernkammerspiel in einer eingeschneiten Hütte mit einer perfekten Kameraführung und noch perfekteren Dialogen, über die ich mich bei jeder neuen Sichtung noch amüsieren könnte. Die für Tarantino üblichen Filmzitate machen ihn - zusätzlich zu der genialen, spannenden Handlung - äußerst interessant, der Soundtrack von Ennio Morricone, für den er endlich einen Oscar gewann, untermalt die tolle Optik nicht minder eindrücklich. Was wird uns verloren gehen, wenn Tarantino nach seinem zehnten Werk tatsächlich aufhört.

Platz 10: John Wick (2015)
In mehreren Listen, die ich gelesen habe, findet sich der Actionfilm "Mad Max: Fury Road" von 2015, den ich zwar ebenso klasse finde, aber nicht ganz so gelungen, wie diesen Vertreter hier. Demnach beginnt meine Top Zehn mit einem weiteren 2015er Film (was für ein überragendes Jahr war das bitte?!), dem besten Actionfilm, den ich kenne: "John Wick". Der Mythos, der um die titelgebende Figur aufgebaut wird, ist so gelungen, dass es mir regelmäßig die Sprache verschlägt, wenn sich dieser dann in perfekt choreografierten Actionszenen entlädt. Der ganze Style des Filmes ist zudem derartig stark, dass ich insbesondere in der Diskoszene aus dem Lachen gar nicht wieder rauskomme.

Platz 09: Midsommar (2019)
Die Bandbreite an Emotionen, die ich während "Midsommar" gespürt habe, sprechen für sich - denn zusammenfassen kann ich den Film damit, dass ich nach der Sichtung so glücklich wie noch nie war, verstört worden zu sein. Die Symbolik hinter der grandiosen Optik, die bittere Konsequenz, selbst die Eröffnungsszene sind so überragend, dass ich im Nachhinein viel Freude daran hatte, mir über den Film Gedanken zu machen. Mit "Hereditary" ist dies schon der zweite Film von Ari Aster auf dieser Liste, was ihn zu einem der beiden Regisseure macht, welche hier doppelt vertreten sind.

Platz 08: Shutter Island (2010)
Der andere ist Martin Scorsese mit seinem Film "Shutter Island", welcher einen der Twists liefert, die mich am meisten überwältigt haben. Interessant ist dahingehend, wie eindeutig er die Hinweise darauf bereits vorauswirft, man sie aber nur zu deuten weiß, wenn man die Wendung bereits kennt. Des Weiteren vereint der Film mehrere starke Aspekte wie Kriegskritik und Bindungsprobleme, thematisiert den Tod sowie seinen Sinn und liefert eine extrem spannende sowie herrlich verworrene Handlung, die in einem perfekten Finale gipfelt. Faszinierender kann ein Film kaum sein.

Platz 07: Three Billboards outside Ebbing, Missouri (2018)
"Three Billboards outside Ebbing, Missouri" spaltet die Meinungen - entweder man sieht ihn als Meisterwerk oder hasst ihn. Ich für meinen Teil kann mich nur ersterem anschließen, denn der Film ist in allen Punkten absolut überragend. Mit einem herrlich bösartigen Humor zeichnet er derart gesellschaftskritische Themen, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Dazu ist er unglaublich rührend, liefert eine so wundervolle Charakterentwicklung und ist stilistisch nahezu perfekt. Das in der Luft hängende Ende ist ergänzend der bestmögliche Abschluss, der alles sagt, was zu sagen ist.

Platz 06: Prisoners (2013)
Drei Filme auf dieser Liste traue ich mir seit meiner ersten Sichtung nicht mehr anzuschauen - aber nicht, weil sie übertrieben eklig oder schlecht sind, sondern weil sie unangenehmer kaum sein könnten. "Prisoners" ist der erste der drei, selten habe ich bei einem Film so gelitten. Die ganze Thematik und insbesondere die Entwicklung mancher Charaktere ist einfach schrecklich anzusehen, zeigt zugleich jedoch unnachahmlich, wie weit der Mensch zu gehen bereit ist. Spätestens nächstes Jahr werde ich ihn mir nochmal antun (das hat der Film verdient), doch das wird eine ziemliche Überwindung werden.

Platz 05: Ich seh, Ich seh (2015)
Mit "Ich seh Ich seh" folgt sogleich der zweite Film, bei dem ich mich bisher noch nicht wieder zu einer erneuten Sichtung überreden konnte. Und das, obwohl ich - trotz, dass ich ihn vor anderthalb Jahren gesehen habe - regelmäßig über den Film nachdenke und er mich seit dem nicht mehr loslässt. Kein anderer Streifen hat mich in seiner bitteren Konsequenz so sehr verstört, er ist der beste mir bekannte Horrorfilm, der Twist im Finale ist die schockierendste und cleverste Wendung, welche ich bisher gesehen habe und die Atmosphäre des Filmes eine der unangenehmsten, die ich bis dato spürte. Aber wie auch beim vorherigen Platz, hat es auch "Ich seh Ich seh" mehr als verdient, nochmal angesehen zu werden.

Platz 04: The Revenant (2016)
Bei meiner Liebe für Western war es nur absehbar, dass dieses Genre das meist vertretendste in dieser Liste ist, wenngleich sich ebenso viele Horrorfilme eingeschlichen haben. Aber auch, wenn ich Horror noch mehr mögen würde, hätte "The Revenant" einen der höchsten Plätze verdient. Eine solche Erfahrung von Film bot mir bisher kein anderer, diesen rauen, spürbaren Überlebenskampf, die perfekten Bilder, diese eiskalte Stimmung. Immer wieder fange ich selbst an zu frieren, wenn ich ihn mir ansehe, immer wieder bleibt mir bei dem Indianerangriff der Mund offen stehen. Und immer wieder bin ich am Ende restlos begeistert, so genial ist doch dieser Film.

Platz 03: Die Jagd (2013)
Mit dem anfänglichen Platz des Treppchens bin ich auch bei dem letzten Film angelangt, den ich seit damals noch nicht wieder angesehen habe. Die dahingehende Ausprägung ist allerdings noch um einiges schlimmer: Vor drei Monaten hatte ich mir die DVD ausgeliehen und sie vor zwei Wochen ungesehen wieder abgegeben, nicht etwa, weil ich keine Zeit hatte. Die Chancen stehen gut, dass dieser Film ein einmaliges Erlebnis bleibt. Denn bei keinem Streifen habe ich stärker geweint, als bei "Die Jagd".

Platz 02: Brimstone (2017)
Es gibt für mich keinen faszinierenderen Film als "Brimstone". Über keinen anderen habe ich mir so viele Gedanken zu einer möglichen Interpretation gemacht (ein Artikel dazu kommt noch), keinen Antagonisten hasse und liebe ich so sehr wie den von Guy Pearce perfekt gespielten Reverend und keine mir bekannte Abhandlung über Missbrauch, Fanatismus sowie einer vergangenen Epoche ist düsterer und bitterer als diese. Ein wahrhaft schrecklicher Film, der insbesondere deshalb zu den besten aller Zeiten zählt.

Platz 01: Am Sonntag bist du tot (2014)
Jetzt wo ich bei Platz 01 angekommen bin, weiß ich nicht, was ich zu selbigem sagen soll. Dass ich nach der ersten, ziemlich lang zurück liegenden Sichtung sofort einen bis heute anhaltenden neuen Lieblingsschauspieler hatte ... oder, seit ich vielleicht Zehn bin, nach "Am Sonntag bis du tot" zum ersten Mal wieder wegen eines Filmes geweint habe ... oder dass er meinen Filmgeschmack nachhaltig in eine bestimmte Richtung gedreht hat, die nach wie vor ein Klischee meiner Person darstellt ... nichts davon beschreibt den Film so, wie ich es gern ausdrücken wöllte. Das kann nur er selbst – der beste Film der letzten Jahre.

Damit sind nun die stärksten Streifen der letzten zehn Jahre durch. Aber wo ich gerade dabei bin und es doch so viel Spaß macht, zähle ich hier, bevor sich die besten und schlechtesten Filme letzten Jahres anschließen, ergänzend die zehn schwächsten Filme von 2010 bis 2019 auf. Dazu muss ich aber sagen, dass ich vieles, von dem ich vermute, dass ich es nicht mögen werde, gar nicht erst anschaue. Ich kenne so viele wichtige Filme noch nicht, dass ich meine Zeit dann lieber für sie verwende. Dennoch ist im genannten Zeitraum einiges zusammen gekommen:

Platz 10: Avengers 3: Infinity War (2018)
Ich bin ehrlich - würde es nicht so überhand nehmen, stünde dieser Film nicht auf dieser Liste. Bei vielleicht einem MCU-Film pro Jahr, der von Disney nicht dazu missbraucht würde, dass Kino zu zerstören, hätte ich nie etwas gesagt, hätte ihn mir gar nicht erst angeschaut, da ich ja wüsste, er würde mir nicht gefallen und wäre auch nicht so bedrohlich, als das ich etwas dazu sagen müsste. Aber da die Realität besorgniserregender Weise eine völlig andere ist, blieb es nicht aus, die offensichtlichen Fehler einmal anzusprechen und sich selbst ein Bild zu machen. Irgendwann werde ich mir auch noch mal alle der Filme in chronologischer Reihenfolge ansehen und analysieren, doch bis es so weit ist, steht der von mir aus genannten Gründen gesehene "Avengers 3: Infinity War" stellvertretend auf dieser Liste. Meines Erachtens zurecht, denn pures CGI, schwache Dialoge, schlechte Charakterzeichnungen sowie anspruchslose Unterhaltung machen nun mal keinen guten Film.

Platz 09: Star Wars: Episode IX - Der Aufstieg Skywalkers (2019)
Wie wenig hatte ich von dem Film erwartet - und dennoch wurde ich enttäuscht. Es bleibt dabei, Star Wars hätte nach den sechs Lucasfilmen enden sollen, nur gelungene Ergänzungen wie Rogue One hätte es geben dürfen. Aber DAS ist kein "Star Wars" mehr, Episode IX bietet nahezu nichts von dem, was die Filme genau genommen ausmacht. Er ist der äußerste schwache Abschluss einer unnötigen Trilogie, deren bester Film die verhasste Episode VIII ist.

Platz 08: Climax (2018)
Wie man an der hohen Einordnung für "Ich seh Ich seh" sehen (höhö :p) kann, liebe ich verstörende Filme, die mich zum Nachdenken anregen. Was ich allerdings absolut daneben finde, ist plakative Effekthascherei mit möglichst abstoßenden Bildern oder abartigen Verstrickungen, deren Aussage gegen null geht und die dem jeweiligen Film nur Aufmerksamkeit bringen sollen. Deswegen werden auf dieser Liste noch mehrere solcher Filme folgen, "Climax" von Gaspar Noe ist der erste. So viele unnötig verstörende Bilder ohne sinnvolle Aussage kann man sich klemmen - oder man nutzt sie eben für eine intelligente Botschaft. Hat man hier aber nicht, mit Kontroversen nach Zuschauern zu gieren war scheinbar wichtiger.

Platz 07: X-Men: Dark Phoenix (2019)
Ich war nur zu dem Film im Kino, um jemandem eine Freude zu machen und war im Nachhinein sogar positiv überrascht. Naja, nicht im Sinne davon, dass es mehr positive als negative Dinge gab, sondern dass es nicht so schlecht war, wie ich befürchtet hatte. Der Soundtrack von Hans Zimmer ist wunderschön, der Ansatz anfänglich nicht uninteressant - das verkehrte sich allerdings schnell ins Gegenteil und auch der Rest war ziemlich schwach. Sehr schwach sogar.

Platz 06: Pacific Rim (2013)
Schon bei dem Ansatz konnte ja kaum etwas werden - immer größer werdende Monster kommen aus dem Ozean und kämpfen gegen Maschinen. Der Film erfüllt dann auch alle Klischees, die ich mit derartigem verbinde: Zu viel CGI, belanglose Charaktere, ein billiger Faketod und ermüdende Berechenbarkeit. Selbst wenn man Filmkunst unwürdiger Weise auf Unterhaltung reduzieren würde, würde "Pacific Rim" bei mir versagen, da er anödet, statt zu unterhalten.

Platz 05: American Assassin (2018)
"American Assassin" beginnt mit einer ziemlich gelungen Szene: Eine beeindruckende, konsequente Plansequenz eines Terrorangriffs auf einen Urlaubsstrand. Danach entwickelt sich der Film allerdings zu einer schwachen, idiotischen und anspruchslosen Actionparade, bei der allein schon der patriotische Titel völlig daneben ist. Immerhin ist der Streifen ein eindrucksvolles Negativbeispiel für einen Actionfilm, aber ob das für ihn spricht, wage ich zu bezweifeln.

Platz 04: Suicide Squad (2016)
Ich erinnere mich noch an den Hype, der in meiner Klasse über diesen Film losbrach, als die ersten Trailer erschienen. Und ich erinnere mich daran, schon damals darüber den Kopf geschüttelt zu haben, was eine spätere Sichtung bestätigte. Aber auch hier zeigt sich, bei einer so unwürdigen Handlung, die vor der Bevölkerung im Film dann auch noch demonstrativ vertuscht werden muss, um dem Zuschauer zu suggerieren, wie real das doch sein könnte, kann ja nichts werden. Traurig, dass derartiges so viel Geld einspielt.

Platz 03: Tusk (2014)
Ich frage mich, wie man - wenn man schon auf eine solche Idee kommt - ernsthaft davon ausgehen kann, dass daraus, bei so einer dilettantischen Umsetzung, ein guter Film werden kann, Herr Regisseur. Da wird ein pseudoanalytischer Ansatz über die Beziehung zwischen Mensch und Tier derart missbraucht, nur um mit abartigen und verstörenden Bildern zu polarisieren, dass ich nach 45 Minuten am liebsten abgeschaltet hätte. Ich, der angefangene Filme immer (auch den hier, ja) zu Ende schaut.

Platz 02: The Eyes of my Mother (2017)
Bei "The Eyes of my Mother" überkam mich dasselbe Gefühl, ihn einfach abzubrechen, obwohl er nur knappe 80 Minuten lief. Die unnötige Grausamkeit, die erneut schlichter Selbstzweckhaft ist, blieb auch hier unhinterfragt, ungenutzt - schlimmer ist allerdings noch die ideologische Bedenklichkeit, die mit dem Film einhergeht. Ich bin mir sicher, der Film will nicht aussagen, dass Morden ein tolles Gefühl ist, aber mit allem, was er zeigt, ohne es zu reflektieren, tut er genau das.

Platz 01: Ich bin dann mal weg (2015)
"Ich bin dann mal weg" ist in seiner Aussage noch um einiges fragwürdiger. Mit der von ihm vermittelten Mentalität kann man auch ganz leicht einen achten Kreuzzug starten und es ist absolut ekelhaft, wie beiläufig der Film seine Gesinnung als die einzig richtige deklariert. Dazu die widerwärtigen Charaktere, die unreflektierte Drogenverherrlichung unter dem FSK 0 Siegel und fertig ist das Filmkunst verachtende Schandwerk. Einen derart schlechten Film findet man selten.

Entschuldigt die Polemik gegen Ende, ich konnte es mir nicht verkneifen und bei einer Besprechung der schlechtesten Filme gehört das ja wohl auch dazu. Angegriffen sollte sich davon aber bitte niemand fühlen, es ist nach wie vor nur meine Meinung, die man natürlich nicht teilen muss. :)

An diesem Punkt sind die Toplisten nun aber noch nicht abgehakt und der Artikel nicht vorbei. Denn ich habe dieses Jahr ja auch Filme aus mehreren Jahrzehnten gesehen, die ebenso ein Ranking verdienen. Es folgt nun also eine Aufführung der zehn besten Filme, die ich dieses Jahr zum ersten Mal, unabhängig des Erscheinungsdatums, geschaut habe. Da sie sich im Vergleich zur vorherigen Liste allerdings nur doppeln würden, nehme ich die schwächsten fünf gleich mal vorweg:

Platz 05: Climax (2018)
Platz 04: X-Men Dark Phoenix (2019)
Platz 03: American Assassin (2018)
Platz 02: Tusk (2014)
Platz 01: The Eyes of my Mother (2017)

Nun aber zur Topten:

Platz 10: It Follows (2015)
Es ist fast Ironie, dass ich mir als Kind ziemlich sicher war, niemals Horrorfilme ansehen zu werden, meine Toplisten nun aber voll von diesen sind. Dass sich meine Meinung geändert hat, verdanke ich Stephen King und "Shining", welcher mein erster Horrorfilm war. Aber zu meiner Verteidigung: In jungen Jahren hatte ich auch eine völlig falsche Vorstellung von derartigen Werken, die sich mehr auf unwürdigen Ekel statt auf intelligenten Grusel wie beispielsweise eben in "It Follows" belief.

Platz 09: Midsommar (2019)
Klar, wenn ein Film erst dieses Jahr erschienen ist, kann ich ihn auch frühestens dieses Jahr sehen. Das amüsante daran ist, dass ich beide von Asters bisherigen Filmen erst dieses Jahr gesehen habe, nachdem ich "Hereditary" im vergangenen verpasste. Trotz nahezu gleicher Qualität hat es nur "Midsommar", der noch ein Quäntchen gelungener ist, in diese Top 10 geschafft.

Platz 08: Das Leben des David Gale (2003)
Dass es allein dieses Jahr noch immer 22 Hinrichtungen in den USA gab (Stand: 12. Dezember; Quelle: statistia.com) zeigt, wie wichtig "Das Leben des David Gale" auch heute noch ist. Nicht nur ist seine politische Botschaft eine essenzielle Anprangerung nach wie vor unrechtmäßiger Umstände, auch ist der ganze Film ein rührendes Drama intelligenter Verstrickungen und wird zudem herzerwärmend von Kevin Spacey gespielt. Bedenklich sind nur seine Taten außerhalb seiner Filmrollen.

Platz 07: Memento (2001)
... es praktisch auf der Hand, meine Review zu ihm auch verkehrt herum zu schreiben.
... zu erzählen, ist in Kombination mit der intelligenten, tiefgründigen Geschichte, schlicht genial. Da lag es praktisch ...
... zu sein, als ich "Memento" dieses Jahr sah. Denn ganz ehrlich, die Idee, den Film rückwärts zu erzählen ...
Nachdem ich so viel Gutes gehört hatte, war ich erleichtert, nicht enttäuscht worden zu sein ...

Platz 06: The Sixth Sense (1999)
Es ist einer der besten und tragischsten Plottwists, der das Ende dieses Films ziert und ihn bei einer Zweitsichtung völlig anders wirken lässt. Darüber hinaus begeistert der Film als rührendes Drama, welches sich mit kindlichen Ängsten beschäftigt und unglaublich gefühlvoll mit Verlust und Tot umgeht. Der Film hat mich nach der Erstsichtung dieses Jahr so begeistert, dass ich ihn mir am nächsten Tag sofort noch mal angesehen habe.

Platz 05: Der fremde Sohn (2009)
Clint Eastwood ist ohnehin einer der besten Regisseure aller Zeiten - seine beiden besten Filme starteten beide 2009 in den deutschen Kinos. Gran Torino kannte ich schon, "Der fremde Sohn" war Anfang dieses Jahr dran: Ein derart erschütterndes Drama, welches so viele wichtige Themen anspricht, findet man kein zweites Mal. Einige Szenen des Filmes sind so unangenehm und bitter, dass sie mir bis heute klar im Gedächtnis geblieben sind. Schlicht meisterhaft.

Platz 04: Pans Labyrinth (2007)
"Pans Labyrinth" bietet nicht nur eine extrem vielschichtig Symbolik, deren Botschaft essenzielle Punkte auf subtilste Art und Weise kritisiert, sondern ist auch der untypischste und beste Kriegsfilm, den ich kenne. Seine herzzerreißende Geschichte, der wundervolle Soundtrack - völlig anders, als ich mir den Film vorgestellt hatte, aber insbesondere deshalb nahezu perfekt.

Platz 03: The Good, the Bad and the Ugly (1966)
Der deutsche Titel, "Zwei glorreiche Halunken" ist einfach zu lächerlich, um ihn zu benutzen, er wird dem Film nicht gerecht. Denn dieser bietet die beste Filmszene, die ich in meinem Leben bisher gesehen habe und mit großer Wahrscheinlichkeit auch je sehen werde. Wenngleich der Streifen zuvor kaum besser hätte sein können, ist das Finale derart makellos, dass ich es mir mittlerweile locker zehnfach angesehen habe, ansehen musste. Ja, musste. Ein Film für die Ewigkeit.

Platz 02: Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (2007)
So lang, wie der Titel es verspricht, ist der Film - und genauso gut ist er auch. Er ist einer der beiden Werke, denen ich dieses Jahr zehn Punkte verpasst habe und der Film, wegen dem ich wegen nur einer Sichtung im Nachhinein am öftesten geweint habe. Ein krasseres, bittereres Ende habe ich noch nicht gesehen.

Platz 01: Brimstone (2017)
Es ist bezeichnend, dass auch meine andere 10er Wertung von 2019 ein Western ist. Klar, es ist ja auch das von mir am meisten geliebte Genre, sodass ein Westerntreppchen nur angebracht ist. Warum "Brimstone" der genialste dieser ist, habe ich ja schon ausgeführt, wobei ich an dieser Stelle äußerst gern erneut ins Detail gehen würde. Aber dafür habe ich ja Platz in dem Interpretationsartikel, welcher - wahrscheinlich im Januar - erscheinen wird.

Abschließend möchte ich mich nun noch den zehn besten (und schlechtesten) Filmen, welche 2019 erschienen sind, widmen. Leider habe ich mehrere Filme, die es mit hoher Wahrscheinlichkeit in diese Liste schaffen würden, nicht sehen können, wie beispielsweise "The Favourite", "Ad Astra", "Parasite" oder "Der Leuchtturm". Insgesamt bin ich mit dem Kinojahr nicht unzufrieden, denn obwohl es Kritikpunkte gibt, gibt es auch so manch’ lobenswertes, wie sich im Folgenden zeigen wird. Erwähnen möchte ich zunächst den Western "Never Grow Old", der die Platzierung ganz knapp verpasst hat, dennoch aber sehr sehenswert ist. Und nun zur Aufzählung:

Platz 10: Doctor Sleep (2019)
"Shining" war der erste Horrorfilm, den ich in meinem ganzen Leben sah und er ist auch heute noch überragend. Erleichtert war ich deshalb, dass auch der dieses Jahr erschienene "Doctor Sleep", der sich dem erwachsenen Danny widmet, ein gelungener Film geworden ist. Der wiederkehrende Rückbezug zu dem erwähnten Streifen verursachte ziemliche Gänsehaut bei mir und insbesondere eine Szene war extrem krass, da musste ich schon schlucken. Im Gegensatz zu Kings Buch hat mir in der Verfilmung auch das Ende sehr gefallen, sodass ich das Kino zufrieden verließ.

Platz 09: The King (2019)
Fast so sehr wie Western liebe ich Mittelalterfilme, deren gute Vertreter sich allerdings beinahe an einer Hand abzählen lassen. Über "The King" habe ich mich deshalb sehr gefreut, denn mit ihm erschien nicht nur endlich mal wieder ein Mittelalterfilm, sondern auch ein sehr gutes Werk, welches mit schrecklichen Schlachten, intelligenten Intrigen und einer beeindruckenden Bildführung zu begeistern weiß. Danke Netflix, dass ihr soetwas noch wagt, seit im Kino kein Platz mehr dafür ist.

Platz 08: Glass (2019)
Nach dem wundervollen "Unbreakable" und dem ähnlich guten "Split" ist "Glass" die tiefgründige Auseinandersetzung mit Superhelden, die ich mir in diesem Genre wünsche. Keine übermäßige CGI-Action, keine billigen Oneliner, sondern anspruchsvolle Dialoge, eine ausgefuchste Geschichte und ein äußerst beeindruckendes Ende. Der Film traut sich etwas, bringt die Trilogie zu einem starken Abschluss und wird zumindest von mir dafür gewürdigt.

Platz 07: Wir (2019)
"Get Out" war einer der großen Überraschungen der letzten Jahre, ein verdammt guter Horrorfilm, der Rassismus auf ganz eigene, besondere Art und Weiße thematisiert. Der zweite Film des Regisseurs Jordan Peele kann an diese Qualität gut anknüpfen und bietet eine herrlich verrückte, abgedrehte Geschichte, mit mehreren tollen Twists und einem überwältigenden Schlussbild. Besonders interessant wird es aber erst, wenn man den Film unter seiner Oberfläche betrachtet und ihn auf die Gegenüberstellung sozialer Ungleichheiten münzt.

Platz 06: The Highwayman (2019)
Es gab, das muss man festhalten, zu wenige Western dieses Jahr. Drei fallen mir ein, davon konnte ich einen leider nicht sehen, da er nicht im Kino startete, einen habe ich schon erwähnt und einer wird auf dieser Liste noch folgen. Auf Netflix erschien im Frühjahr aber noch der Neowestern "The Highwaymen", der mir mit seiner unfassbar liebevollen Charakterzeichnung sowie der rührenden, spannenden Geschichte sehr zugesagt hat. Wie sich der Film um eine vielschichtige Darstellung bemüht, ist fast schon einzigartig.

Platz 05: The Sisters Brothers (2019)
Der ganz perfekte Western wie "Brimstone" oder "The Revenant" fehlt dieses Jahr, wie bereits bemängelt. Doch mit "The Sisters Brothers" erschien zumindest ein Genrevertreter, welcher nicht nur sehr gut, sondern absolut großartig ist. Eine so detaillierte, einfühlsame Historienzeichnung findet man in kaum einem anderen Film, eine so gefühlvolle Charakterstudie ebenso wenig. Die filmeigene Mischung zwischen herzlicher Komik und bitterer Tragik ist zudem derart gelungen, dass einem "The Sisters Brothers" lang im Gedächtnis bleibt.

Platz 04: Once upon a Time in Hollywood (2019)
Dass der Film beinahe drei Stunden läuft und ich liebend gern noch sechzig Minuten weiter geschaut hätte, spricht eigentlich für sich. Derart viel Freude über eine Abhandlung einer vergangenen Zeit schafft fast nur Tarantino aufzubauen, derart ans Herz wachsende Charaktere kann beinah nur er entwickeln. Ich habe bei keinem 2019er Film so gelacht, wie bei "Once upon a Time in Hollywood", den ich als einen der wenigen dieses Jahr gleich zweimal im Kino gesehen habe - gern wäre ich noch ein drittes Mal gegangen.

Platz 03: Joker (2019)
Ich hätte nicht damit gerechnet, dass dieses Jahr noch ein tatsächlich anspruchsvoller Comicfilm erscheint. Einer, der Wert auf eine umfassende Charakterzeichnung legt, psychologische Ansätze bietet, sich Brutalität traut, künstlerische Bilder liefert und politischen Diskurs provoziert. Ihn als besten Film des Jahres zu bezeichnen, geht zwar zu weit, doch zu den Topfilmen zählt er definitiv, allein schon wegen der schauspielerischen Höchstleistung eines Joaquin Phoenix, der für selbige hoffentlich mindestens oscarnominiert wird.

Platz 02: The Irishman (2019)
"Trotz, dass sie CGI - verjüngt wurden, bewegen sich die Darsteller, als wären sie alt" - "Der Film ist ja so lang ..." - "Das hat man doch schonmal gesehen" - das waren die üblichen Kritikpunkte für diesen Film, die ungerechtfertigter kaum sein könnten. Was ist denn ein alt wirkender Gang für ein Bewertungskriterium von Filmkunst. Was ist denn die notwendige Länge für ein Negativpunkt. Und vor allem: Nein, einen so endgültigen Ausklang des Mafiagenres gab es bisher in noch keinem anderen Werk. Einen Film, der so konsequent die Einsamkeit einer Figur falscher Ideale zeichnet, wird man auch kaum wieder sehen. "The Irishman" ist mit Platz 01 der beste Film des Jahres.

Platz 01: Midsommar (2019)
Nicht nur hat es "Midsommar" in diesem Artikel auf drei von drei Toplisten geschafft, nein, bis zu meinem besten Film des Jahres hat er es ebenso mühelos gebracht. Wer sich tatsächlich mal mit dem Film auseinandersetzt, wer hinter seine Fassade auf all die sinnreichen Gegenüberstellungen blickt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch verstehen, warum. Aber an sich reicht es schon, den kaum übertrumpfbaren Horror des Filmes zu spüren, um seine Qualität zu erkennen, um ihn nicht mehr vergessen zu können. Ich kann es nur wiederholen: von all den gesehenen 2019er Filmen bildet "Midsommar" die Spitze.

Auch bei den schlechtesten Filmen gibt es welche, die es locker in die Aufzählung schaffen würden, ich mir aber gleich geklemmt habe. Darunter finden sich beispielsweise "Terminator: Dark Fate", "Der König der Löwen", "Das perfekte Geheimnis" oder "Avengers: Endgame". Zum Glück sah ich dieses Jahr generell wenig wirklich schlechte Filme im Kino, weswegen es bei der üblichen Aufzählung der fünf schlechtesten Filme auch keinen Platz 05 gibt - der dort angesiedelte Film gehört einfach nicht auf die Liste der schlechtesten Filme und ist nur aus Mangel an gesehenem Müll dort.

Platz 04: Happy Deathday 2U (2019)
Nach dem amüsant parodistischen ersten Teil, der als Horrorkomödie zu belustigen weiß, war die Fortsetzung eine ziemliche Enttäuschung. Die Horrorelemente wurden hier auf ein Minimum reduziert, die Geschichte war nicht amüsant überdreht, sondern dämlich und viele Witze waren zwar recht lustig, hatten aber zu viel und zu wenig dahinter. Der Film ist nicht wirklich schlecht, aber doch unterstes Mittelmaß.

Platz 03: Ready or Not (2019)
Nach den recht gewitzt ausschauenden Trailern wurde ich recht ernüchtert von "Ready or Not", von der Dummheit des Filmes, von der inkonsequenten und lachhaften statt lustigen "Kritik" am übertriebenen Reichtum und von der anspruchslosen Unterhaltungsschiene, die er fuhr. Eine Horrorkomödie mit interessanten Motiven hätte es werden können, eine traurig in unnötige Fantasyelemente abdriftende Lachnummer ist es geworden.

Platz 02: Star Wars: Episode IX - Der Aufstieg Skywalkers (2019)
"Um noch einmal auf die äußerst intelligente Bildsprache zurückzukommen, an Qui-Gons Beerdigung lässt sich das sehr schön festmachen. Achte mal darauf, wie die Figuren stehen und wie sie fokussiert werden. Ganz rechts steht Palpatine, ganz links davon in einigem Abstand Yoda und Mace Windu als Gegenpol. Etwa in der Mitte steht Anakin, zwischen ihm und Palpatine nur noch Obi-Wan und Padmé. Die Botschaft dahinter ist ein eindeutiger Verweis auf die Zukunft seiner Figur. [...] Nämlich das Anakin immer zwischen der dunklen und der hellen Seite steht, Obi-Wan und Padmé ihn von ihr fern halten, letztere ihn aber auch dorthin ziehen wird. [...] Und dass am Ende alle Figuren außer Palpatine in der Unschärfe verschwinden, gewährt einen eindeutigen Blick auf dessen kommenden Sieg und Anakins Schicksal."
(Zitat aus meiner Kritik zu "Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung")
Das, das war einmal das "Star Wars" von George Lukas. So derart wenig, wie davon unter Disney übrig geblieben ist, musste Episode IX fast zwangsläufig einen Platz in dieser Aufzählung sichern.

Platz 01: X-Men: Dark Phoenix (2019)
Wie man ein Budget von 200 Millionen US Dollar so verpulvern kann, ist mir ein Rätsel. Obwohl, nein, ist es nicht, wenn man sich mal die Ausgangslage ansieht, die der Film mit dem schlechten Script auch nicht retten kann. Es war aber auch äußerst absehbar, dass er jeden halbwegs gelungenen Ansatz infolge zunichtemacht, dass er sich kaum etwas traut, alles mit CGI animiert und das anspruchslose Actionkino darstellt, welches ich erwartet hatte. Immerhin ist er gefloppt, was mich doch ein wenig freut, das Monopol von Disney aber kaum eindämmen wird. "X-Men: Dark Phoenix" ist mit Sicherheit nicht der schlechteste Film von 2019, aber der schlechteste von denen, die ich sah.

Wie eigentlich immer habe ich nun weit, weit mehr geschrieben, als ich eigentlich vorhatte. Aber Filme zu beurteilen macht einfach zu viel Spaß, da ist kein Wort zu schade. Ich danke allen Lesern und wünsche verspätet noch ein frohes sowie gelingendes, neues Jahr!

Liebe Grüße,
Pentegrin.

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1 Kommentar
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TiiN : : Pirat
24.02.2020 19:50 Uhr
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Ich sehe jetzt erst deinen riesigen Post, wow! Für solche Listen empfehle ich dir die Listen-Funktion von Moviejones. Da kannst du wunderbar Filme hinzufügen, sortieren und zu jedem Film auch einen Kommentar ergänzen. Macht das Ganze prominenter und lesbarer als es in diesem Thread zu stellen. Vielleicht magst du das ja umstellen, ich denke die Welt ist bereit für ein paar Enten-Listen!

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