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Kritik: Dolemite von MobyDick

MobyDick | 12.09.2019

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4 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
12.09.2019 17:13 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.425 | Reviews: 134 | Hüte: 375

Und jetzt freu ich mich auf den D-O-L-E-M-I-T-E (!) - Film mit Eddie Murphy

Dünyayi Kurtaran Adam
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MB80 : : Cheddar Goblin
12.09.2019 22:36 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.352 | Reviews: 30 | Hüte: 102

MobyDick:

Ich wollte gerade schon in irgendeinen Thread einfach mal "Laaaaaaaangweilig" schreien. Schöner Überblick über ein Genre, von dem ich eigentlich nur die Ausläufer (klar liefen bei uns als Teen Menance II Society und Friday die VHS Spieler heiß...) und eben Pam Grier kenne. Dann wiederum, bevor ich die Lücke schließe schaue ich mal lieber, dass ich alle Filme vom Lynch gesehen habe *hüstel*.

"...und gipfelte schließlich im absolut zeitlosen Klassiker In der Hitze der Nacht (1967) sowie im gleichen Jahr „Rate Mal Wer Zum Essen kommt“ (übrigens kein Porno)."

An der Stelle, ich glaube ich hab es schon mal gemacht, würde ich mal "Pictures at a Revolution: Five Movies and the Birth of the New Hollywood" von Mark Harris empfehlen, der sich mit der Entstehung, dem "Erfolg", und der Rezeption damals und heute der 5 Oscar Kandidaten von damals beschäftigt. Mit von der Partie sind Die Reifeprüfung und Bonnie und Clyde, und natürlich das Musical-Fiasko Doctor Doolittle. Das Buch taucht auch in die bisherigen "Erfolgsgewohnheiten" Hollywoods ein und wie das Haus dann implodierte.

Alleine schon für die Eskapaden des ständig betrunkenen Rex Harrison am Set des zuletzt genannten Filmes lesenswert.

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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MobyDick : : Moviejones-Fan
13.09.2019 10:04 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.425 | Reviews: 134 | Hüte: 375

MB80:

Erst mal danke für den Hut :-)

Stimmt schon Blaxploitation ist schon eine ziemliche Nische hier in Deutschland (und mag auch stimmen, wahrscheinlich sogar deutlich nischiger als die Lynch Nische). Und es stimmt auch, dass man den Großteil davon wirklich in die Tonne treten kann, und wenn es darum geht, wirklich sehenswerte Filme für unbefangene Mainstreamdödel (nicht als Verunglimpfung gemeint - muss man heutzutage hinterherschieben) zu benennen, könnte ich ruhigen Gewissens wahrscheinlich nur Shaft und Black Dynamite nennen.

ABER: (Und das ist wirklich ein großes Aber) Blaxploitation hat tatsächlich gesellschaftlich in den USA einen sehr hohen Stellenwert. Blaxploitation ist deutlich politischer als jegliche andere Art von Exploitation Kino und hat in seinen wichtigen Elementen auch wichtige Kernaussagen. Das kann man meines Wissens/Erachtens weder von der Exploitation im generellen, noch von der Giallo-Ära, der Turksploitation noch von irgend einer anderen schnelllebigen Ära im Filmuniversum behaupten. Jetzt könnte der Wissende natürlich mit der Spät-Italo-Ära und der Hippie-Bewegung und dem Klassenkampf daher kommen. Aber hier sehe ich den gravierenden Unterschied darin, dass der Italowestern sich der Story-Elemente bedient und Parallelitäten bedient, weil es erstens gerade in den Kram passt und zweitens man so auf einen fahrenden Zug aufspringt (zugegeben bei Damiano Damiani unterstelle ich auch gerne politische Motive, aber das war es dann auch). Zudem ist diese Revoluzzer-Sache im Prinzip der Sargnagel für das Genre, weil man sich da rin irgendwie verfängt. Der Blaxploitation ist da deutlich wütender und in seiner rohen Form auch darum bemüht, den Funken rüber springen zu lassen. Und der Blaxploitation beginnt erst zu sterben, als man statt auf diese politische Agenda plötzlich nur noch auf Kommerz aus ist. Selbst Dolemite ist - obwohl deutlich an Sweetback angelehnt - ja nur ein Trittbrettfahrer ohne tatsächliche politische Agenda! Also nur aus dieser Ära heraus betrachtet ist Blaxploitation - trotz offensichtlich schlechter Qualität vieler Vertreter - daher für filmhistorisch interessierte Vielschauer mal einen Blick wert.

Zum Buchtipp: Tatsächlich lese ich ja sehr ungerne Bücher über das Showbiz, da da meistens eine bestimmte Figur seine Sicht der Dinge widergibt oder das, was er nach seiner Meinung objektiviert hat und dann wiedergibt. Es mag sein, dass ich dem einen oder anderen da Unrecht tue, aber ich habe während meiner Studienzeit drei-vier Bücher geschenkt bekommen diesbezüglich und fand die allesamt eher schlecht als recht - und sehr trocken. Ich weiss jetzt nicht, ob ich tatsächlcih diesen Tipp von dir schon mal gelesen habe, aber irgendwie erinnere ich mich dunkel, dass ich diesen Tipp schonmal las. Insofern wird das sicherlich schon ein lustigerer Vertreter seiner Zunft sein? Und dass Rex Harrison bei mehr als nur einem Film dauerbesoffen rumgetorkelt haben soll, hgabe ich auch schon gehört. Besonders bitter / ironisch finde ich das ja auch daher, weil ich sehr häufig irgendwie den Harrison mit Milland verwechsle, der ja seinen größten Filmauftritt als Alkoholkranker im Verlorenen Wochenende hatte.

Dünyayi Kurtaran Adam
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MB80 : : Cheddar Goblin
13.09.2019 11:34 Uhr | Editiert am 13.09.2019 - 11:34 Uhr
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Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 1.352 | Reviews: 30 | Hüte: 102

MobyDick:

"ABER: (Und das ist wirklich ein großes Aber) Blaxploitation hat tatsächlich gesellschaftlich in den USA einen sehr hohen Stellenwert. Blaxploitation ist deutlich politischer als jegliche andere Art von Exploitation Kino und hat in seinen wichtigen Elementen auch wichtige Kernaussagen."

Das glaube ich dir auch, und das macht das Ding ja auch interessant. Wenn ich alles richtig verstehe ist das ja so eine neue Stilrichtung, die beim Zerbrechen der alten Hollywood Standartfilme (Western, Musical und Historienepos) rauskamen. Der Buchtipp, der war so ein bisschen für alle, behandelt das auch, Doctor Doolittle war ja so ein Flop von einem Musical, dass nur durch extremen Aufwand des Studios nominiert wurde, sozusagen das Todesröcheln des alten Hollywood. Das Buch hat ein paar Längen, ist aber gut ballanciert...

Also ich habe zumindest die Pam Grier Vehikel Coffy und Foxy Brown auf dem Radar, und wenn es nur ist weil ich in meiner kleinen Tarantino Retrospektive mal wieder Jackie Brown gesehen haben ;)

Zu deinen Ausführungen zum Niedergang des Genres fiel mir gerade noch ein, dass das wohl ein universales Prinzip ist. In Großstädten nennt man das ja "Gentrifizierung" ;) Die hippen, wilden Kneipen/Studenten/Künstlerviertel sind auf einmal "in" und kommerzialisierbar, und 10 Jahre später kann man sein Bier nicht mehr draußen trinken weil man nen Eimer Wasser über den Kopf kriegt tongue-out

“Ich bin der große Verräter. Es darf keinen größeren geben!“

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