Wir waren ja durchaus offen für diese Neuaauflage. Denn die neue Horror-Neuauflage von Faces of Death wollte offensichtlich mehr sein als nur ein Genrebeitrag. Doch wie The Hollywood Reporter in einer deutlich kritischen Review von Frank Scheck herausarbeitet, scheitert genau dieser Anspruch.
Besonders deutlich wird das bei dem, was die Macher selbst über ihren Film behaupten: Sie formulieren eine ganze Reihe von großen inhaltlichen Versprechen. Der Film solle sich mit unserer zunehmenden Abstumpfung gegenüber Gewalt beschäftigen, die Frage stellen, ob Zuschauer durch das Konsumieren solcher Bilder mitschuldig werden, und zugleich unsere scheinbar unstillbare Gier nach realem Grauen reflektieren.
Mehr noch: Die Filmemacher wollten nach eigener Aussage „einen Spiegel vor das toxische Mediensystem halten, in dem wir leben“.
Für die Kritik ist genau das der zentrale Knackpunkt. Denn all diese ambitionierten Ansätze bleiben seiner Einschätzung nach reine Behauptung.
Statt einer echten Auseinandersetzung sieht er einen Film, der letztlich genau das reproduziert, was er kritisieren will: exploitive Gewalt, kalkulierte Schockmomente und vertraute Genremechaniken. Der vielbeschworene Meta-Ansatz werde zwar mehrfach ausgesprochen, auch direkt durch Figuren im Film, entwickle aber keine echte analytische Tiefe.
Damit entlarvt sich Faces of Death laut der Review als ein Werk, das sich intellektuell auflädt, ohne diesen Anspruch einzulösen.
Positiv merkt der Artikel an, dass Barbie Ferreira in der Hauptrolle überzeugt und Dacre Montgomery einen effektiven Antagonisten liefert. Doch auch diese Aspekte können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Film für Scheck deutlich hinter seinen eigenen Ambitionen zurückbleibt.
Das Fazit des The Hollywood Reporter fällt entsprechend nüchtern aus: Nicht annähernd so klug, wie der Film selbst glaubt.
Aber: vielleicht reicht den Zuschauern das ja auch so?
