Angesiedelt im weitläufigen Universum von "Dune", das vom gefeierten Autor Frank Herbert erschaffen wurde, und 10.000 Jahre vor dem Aufstieg von Paul Atreides, folgt die Serie zwei Harkonnen-Schwestern, welche Mächte bekämpfen, die die Zukunft der Menschheit bedrohen, und die sagenumwobene Sekte gründen, die als Bene Gesserit bekannt wird.
HBO’s Prequelserie „Dune: Prophecy“ wandelt auf den Spuren von Denis Villeneuve und erzählt eine Geschichte um Macht- und Intrigenspiele rund um die Bene Gesserit. Dabei erreicht man aber zu keinem Zeitpunkt die gleiche Qualität wie Villeneuves Werke, geschweige denn, dass man sich auch nur ansatzweise auf dem Level von Frank Herberts Romanen bewegt.
Natürlich hat die Serie eine gewisse visuelle Wertigkeit seitens der HBO-Produktion, aber irgendwie ist es auch eine Mogelpackung. Breitwandbilder von Arrakis sollte man hier nicht erwarten, denn 95% des Geschehens spielt kammerspielartig in übersichtlichen dunklen Räumen.
Das übliche HBO Intrigenspiel, oder soll ich gleich sagen „Spiel der Häuser“ wirkt hier etwas abgedroschen, wenn man offensichtlich versucht, hieraus ein „Game of Thrones II“ zu basteln, obwohl der liebe Onkel R.R. Martin diese Spielchen eigentlich selbst nur aus dem „Rad der Zeit“… sagen wir mal höflich „entliehen“ hat.
So oder so, ob jetzt „Rome“, „The Sopranos“, „Game of Thrones“… so langsam stellt sich bei mir hier eine Müdigkeit ein, wenn man am Ende auf das Macht & Intrigen Szenario nur ein anderes Setting darüberstülpt und das dann als neues Ambrosia verkaufen will.
Die Darstellerriege der Serie ist hier leider auch qualitativ recht schwankend. Während man Valya Harkonnen sowohl alt mit Emily Watson und jung mit Jessica Barden wirklich großartig besetzt hat, steht dagegen dann wieder ein Chloe Lea als Schwester Lila, die mit ihrem überdramatisierten „over-acting“ einfach nur entnervend ausfällt.
Mark Strong weiß als Imperator ebenfalls richtig gut zu brillieren, während Travis Fimmel als Ragnar Lothbrok… ok, soll wohl ein gewisser Desmond Hart sein. Leider scheint Fimmel nur eine Rolle zu beherrschen und die haben wir bereits über mehrere Staffeln „Vikings“ ausführlich gesehen.
Also im Prinzip ne 50/50 Angelegenheit. Für jeden guten Cast, folgt im Gegenzug eine echte Niete.
Mein absoluter Favorit war dann im Nebencast Edward Davis als Harrow Harkonnen, der jede Szene aus meiner Sicht, mit seiner besonders schäbigen und feigen Art an sich reissen konnte, auch wenn er nur relativ wenig Screenplay erhalten hat.
Über den inhaltlichen Teil will ich mich eher ausschweigen, vor allem auch auf Hinblick auf eine zweite Staffel und wo man mit der Serie denn hinkommen will. So ganz regelkonform kam mir die Story nämlich an einigen Stellen nicht vor und warum man die Raumfahrergilde komplett außen vorlässt und meines Wissens noch nicht mal erwähnt hat, lässt eher noch mehr Fragen im Raum stehen.
Kurz und knapp gesagt, ist „Dune: Prophecy“ eine Serie, die sich aus meiner Sicht gerade noch aus dem Durchschnittssumpf herauskämpfen kann. Dafür sollte man sich besser nicht auf die Schultern klopfen. Wenn man eine Steilvorlage wie „Dune“ als Vorlage hat, sollte man eigentlich deutlich mehr erwarten können.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"
Ich habe bei der Serie gemischte Gefühle.
Ganz grundsätzlich finde ich das Setting ziemlich gelungen. Bei Dune gibt es wirklich noch so, so viel mehr zu erzählen und gerade die "Vorgeschichte", warum Spice so wichtig ist bzw. der Krieg gegen die Maschinen, ist spannend. Das zeigt die Serie ganz kurz - und da würde ich mir irgendwie noch eine Serie wünschen, die noch mehr davon zeigt. Aber gut, das ist dann eine ganz andere Geschichte.
Die Mischung aus Sci-Fi und Fantasy finde ich letztlich auch sehr spannend. Auch dafür einen Daumen nach oben.
Ich glaube, für mich persönlich ist der Cast ein bisschen das größte Problem. Da ist z.B. Travis Fimmel aka Desmond Hart, der in Raised by Wolves“ so ziemlich die selbe Rolle gespielt hat. Das hat mich irgendwie rausgeworfen.
Valya Harkonnen finde ich in der jungen Form noch etwas überzeugender, aber im Alter bzw. Emily Watson ist für mich zu sehr die liebe Oma irgendwie. Mir fehlt bei ihr eine gewisse dunkle Präsenz und Autorität, die ich mit ihrer Rolle eigentlich eher verbinden würde.
Insgesamt fehlen so richtige Sympathieträger, mit denen man wirklich mitfiebert. Irgendwie haben alle einen kack Plan - und vom Charisma her sind sie zu durchschnittlich, als dass man eben auch einen kack Plan supporten würde, weil man die Figur so mag.
Die erzählstruktur kreist auch ziemlich um 1 Erzählstrang. Einen B Plot gibt es nicht wirklich bzw. in die Breite entwickelt sich viel zu wenig.
Auch wenn da noch viel Luft nach oben ist, habe ich die Serie erstmal trotzdem gerne geschaut und würde hoffen, dass sie sich mit ein paar fortlaufenden Staffeln weiterentwickeln kann. Weil das Potenzial ist ganz grundsätzlich da. Vor allem auch, wenn man an diverse Marvel oder Star Wars Serien denkt, wo die Substanz komplett fehlt. Da ist Dune Prophecy als Ergänzung schon echt solide.
Ich musste aber auch viel an Foundation denken, was ich vom Setting irgendwie relativ ähnlich finde - und was es schon noch mal deutlich besser hinbekommt.
AfD-Verbot (:
Hatte viel Kritik über Prophecy gesehen und gelesen. Der Vergleich zu GoT usw.
Ich für meinen Teil finde sie Klasse und hat mich super bei Stange gehalten. Klare Empfehlung auch wenn es vom Storytelling nahe an GoT gebaut wurde.