Mit Kill Bill - The Whole Bloody Affair präsentiert Quentin Tarantino sein kompromissloses Rache-Epos erstmals als zusammenhängendes Werk - erweitert um eine neue Anime-Sequenz: Uma Thurman zieht als „The Bride“ in einem stilisierten Blutrausch durch eine Welt aus Martial-Arts-Action, Anime-Elementen und popkultureller Überhöhung, um mit tödlicher Konsequenz mit ihrer Vergangenheit und den Mitgliedern des Deadly Viper Assassination Squad abzurechnen.
Gestern habe ich "Kill Bill: The Whole Bloody Affair" im Kino gesehen. Nach wie vor für mich der beste Film bzw. die besten zwei Filme, die Tarantino je gemacht hat. Ob der Stil, die Inszenierung, die Ästhetik, die grandiose Musik, die Kämpfe, die Spannung, die Erzählstruktur oder die Schauspieler, hier stimmt für mich alles.
Die Neufassung als "The Whole Bloody Affair" ist für mich jedoch kein Muss, denn die zusätzlichen Szenen werten die beiden Originalfilme nicht wirklich auf, sie machen das Erlebnis nicht besser und auch nicht runder, da es vorher schon rund war. Tatsächlich würde ich es nach wie vor bevorzugen, die beiden Filme getrennt zu schauen, da zum einen über vier Stunden schon arg lang sind und zum anderen die beiden Filme sich stilistisch ein wenig voneinander unterscheiden und die Trennung für mich daher sogar Sinn ergibt.
Die Kampfszene im Haus der Blauen Blätter ist zwar nun in Farbe statt zum Teil in schwarz-weiß wie im Originalfilm, aber das schwarz-weiß empfand ich stilistisch eigentlich immer als nett und gar nicht störend.
Dann gibt es da eine zusätzliche Szene, in der O-Ren Ishii in ihrer Jugend Rache an Pretty Riki, dem ersten Leutnant von Boss Matsumoto, nimmt. Die Szene ist nett, aber auch so dermaßen übertrieben, dass ich es schon wieder blöd finde (O-Ren Ishii und Pretty Riki befinden sich im Fahrstuhl und in diesem explodieren einige Handgranaten, doch beide überstehen diese Explosion absolut unversehrt. Das finde ich einfach dumm).
In der zweiten Filmhälfte, also quasi "Kill Bill Vol. 2", sind mir gar keine neuen Szenen aufgefallen, es war gefühlt alles exakt so, wie man es aus dem Original kennt. Und am Ende von Teil 1 fehlt halt die Szene, in der angeteast wird, dass Kiddos Kind noch lebt.
Über das neue "verlorene Kapitel" nach den Credits will ich mal kein Wort verlieren, das kann und sollte man sich sparen, das ist echt schlecht.
Im Großen und Ganzen aber immer noch nahezu dieselben beiden Filme in einem. Aber so oder so für mich absolut großartige Filme und, wie erwähnt, für mich die besten zwei Filme von Tarantino.
Bewertung: 10/10 Punkte
Wiederschauwert: Hoch
Nachhaltiger Eindruck: Mittel
Emotionale Tiefe: Hoch
Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.