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The Boys gesehen am  
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The Boys (2019 - ????)

Eine Serie von: Eric Kripke mit Karl Urban und Jack Quaid

USA2 StaffelnAction, Drama, Science Fiction
Alle 6 Trailer

The Boys Inhalt

The Boys basiert auf einer Comicreihe von Garth Ennis und Darick Robertson. Darin agiert eine Black-Ops-Einheit der Regierung gegen Menschen mit Superkräften, um die Regierung zu schützen. Es kommen Mittel wie Erpressung und Drohungen zur Anwendung, aber auch Gewalt ist den Agenten keineswegs fremd.

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The Boys

Cast & Crew

Wer ist der Erfinder von The Boys und wer spielt mit?

Originaltitel
The Boys
Genre
Action, Drama, Science Fiction
Staffeln
2 (8 Episoden)
Erfinder
Land
USA
TV-Sender
Amazon
Premiere
26.07.2019
Start-DE
26.07.2019

Staffeln & Episoden

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30 Kommentare
MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
06.12.2019 07:01 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 4.870 | Reviews: 40 | Hüte: 420

@luhp92:

Ich denke mal, du beziehst dich (unter Anderem) darauf, dass es anstatt des Vought-Vizepräsidenten James Stillwell mit Madelyn Stillwell nun eine Vizepräsidentin gibt?

Das meine ich garnicht mal unbedingt. Ich meine, klar, ich bin schon ein Verfechter davon, die Figuren dem Original entsprechend zu belassen, hier bin ich aber deiner Meinung, dass es der Serie tatsächlich nicht geschadet hat. Nein, es geht mir vielmehr um die storytechnischen änderungen. Denn in den Comics ist es so, dass sich "The Boys" ja kräftig am Compount V bedienen und so für eine Art Kräfteausgleich gesorgt wird. In der Serie ist das aber nicht der Fall, zumindest bisher nicht, was die Dynamik der Serie komplett verändert und dann doch sehr von der des Originals unterscheidet. Nun gut, ich warte jetzt mal die zweite Staffel ab, vielleicht greift man das ja noch auf.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.12.2019 22:06 Uhr | Editiert am 05.12.2019 - 22:07 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

@sublim77

Ich denke mal, du beziehst dich (unter Anderem) darauf, dass es anstatt des Vought-Vizepräsidenten James Stillwell mit Madelyn Stillwell nun eine Vizepräsidentin gibt?

Ich habe die Comics jetzt nicht gelesen, aber die charakterliche Änderung wird in der Serie mMn sehr gut und bereichernd in die Handlung integriert, sie dient nicht nur dem Selbstzweck. Insbesondere Homelanders Charakterstudie (siehe unten meine Reviews) profitiert davon ungemein und behandelt Themen, die so mit einem männlichen Gegenpart gar nicht möglich gewesen wären.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
05.12.2019 21:55 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 2.546 | Reviews: 21 | Hüte: 110

@sublim77

Ich schaue Filme, um mich gut zu fühlen und nicht um in Filmen gezeigt zu bekommen, wie beschissen doch manchmal alles sein kann

Jup ich auch. (Ausnahmen gibt es natürlich immer.)

Ich habe zwar vorher schon gewusst, dass vor allem die "Superhelden" in der Serie eigentlich die bösen sind, aber mir gefällt nicht, wie man die Serie verändert hat (im Vergleich zum Original).

Ich hätte vorher vielleicht mal nen Trailer schauen sollen.^^

Original? ..mal schnell googlen... aha, basiert also auf einer Comic-Reihe. Wusste ich gar nicht.^^

Danke für den Hut. smile

A true selfless act always sparks another - Klaus

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
05.12.2019 21:28 Uhr | Editiert am 05.12.2019 - 21:41 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 4.870 | Reviews: 40 | Hüte: 420

@FlyingKerbecs:

Realität ist hier das Stichwort. Ich schaue Filme und Serien, um der Realität zu entfliehen und nicht um dann etwas möglichst Realitätsnahes zu schauen...^^

Genau meine Rede. Das sag ich ja auch immer.

Ich für meinen Teil, schaue Filme, um mich gut zu fühlen und nicht um in Filmen gezeigt zu bekommen, wie beschissen doch manchmal alles sein kann. Ich werde nie verstehen können, wie man nihilistische Filme und Serien oder generell alles mit schlechtem Ende gut finden kann.

Bei The Boys bin ich auch ähnlicher Meinung wie du. Ich habe zwar vorher schon gewusst, dass vor allem die "Superhelden" in der Serie eigentlich die bösen sind, aber mir gefällt nicht, wie man die Serie verändert hat (im Vergleich zum Original). Grundsätzlich finde ich The Boys nicht uninteressant, aber ich bin (wie du) nicht so richtig gehyped.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
05.12.2019 21:00 Uhr
1
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 2.546 | Reviews: 21 | Hüte: 110

@luhp92

Hmh...ich bin evtl auch einfach mit zu hohen und zudem falschen Erwartungen an die Serie rangegangen...

Gerade das, was hinter den Kulissen stattfindet, geschieht in der Realität auch ohne Superhelden ja ebenfalls.

Realität ist hier das Stichwort. Ich schaue Filme und Serien, um der Realität zu entfliehen und nicht um dann etwas möglichst Realitätsnahes zu schauen...^^

Deswegen bin ich auch kein richtiger Fan von z.B. Logan, auch wenn ich den Film an sich klasse finde.

A true selfless act always sparks another - Klaus

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.12.2019 20:54 Uhr | Editiert am 05.12.2019 - 21:01 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

@FlyingKerbecs

Die kritische Hinterfragung des Superheldentums und des Superhelden-Franchisings gehört mMn zu den großen Stärken der Serie, das findet sich gerade in der aktuellen Zeit leider nur gelegentlich in Filmen und Serien wieder. Siehe James Gunns "Super: Shut Up, Crime!", "Watchmen", "Birdman", "Logan" oder "Joker". Die "Watchmen"-Serie muss ich noch sehen.

Gerade das, was hinter den Kulissen stattfindet, geschieht in der Realität auch ohne Superhelden ja ebenfalls.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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FlyingKerbecs : : One Punch Man
05.12.2019 20:25 Uhr | Editiert am 05.12.2019 - 20:28 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 2.546 | Reviews: 21 | Hüte: 110

Joa, hab die 1. Staffel heute komplett gebinged, was ja an sich schon mal ein gutes Zeichen ist.

Aber so richtig kann ich mich der Begeisterung um die Serie nicht anschließen, dafür sehe ich einfach keine Gründe.

Ich hatte schon kurz nach Beginn der 1. Folge und dann auch weiterführend ein grundlegendes Problem mit der Serie. Und zwar was die Superhelden angeht, wie sie dargestellt werden, was halt so alles hinter den Kulissen abgeht... fing schon am Anfang an, als der Idiot in Robin reingerannt ist...

Cast, Soundtrack (teilweise), Effekte waren immerhin echt super. Die Story war allerdings unspektakulär.

Also mir hat die Serie gefallen, aber begeistert bin ich nicht. Bin dennoch auf die nächste Staffel gespannt.

Meine Bewertung
Bewertung

A true selfless act always sparks another - Klaus

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MisfitsFilms : : Marki Mork
08.11.2019 14:23 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 2.026 | Reviews: 0 | Hüte: 67

Ooooookay Folks, laut Karl Urban und seinem Post auf Instagram, ist die zweite Staffel jetzt im Kasten!

Ich freu mich wie ein Baby mit Laseraugen!

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
20.09.2019 21:08 Uhr | Editiert am 20.09.2019 - 21:11 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Episode 8 (Finale)

Starlights Kreis der eigenen Identitätsprobleme schließt sich und kehrt wie bei Homelander zu ihrem Ursprung, der Behandlung als Kind mit Compound V, zurück.

A-Train kommt ohne seinen Status und seine Identität als schnellster Mann der Welt einem gesellschaftlichen Nichts gleich, daher flüchtet er sich in den (Miss)Brauch von Compund V, um diesen Status beizubehalten, wird deswegen süchtig und ignoriert gleichzeitig die Nebenwirkungen des Mittels. Er sieht beziehungsweise (er)kennt sich selbst auch gar nicht anders denn als "schnellster Mann der Welt", sogar mit gebrochenem Bein und auf Krücken laufend beruft er sich noch auf den Ruhm und den Status der Schnelligkeit.

Homelander und Madelyn haben Sex, Madelyns Dirty Talk besteht ironischerweise und von ihr kalkuliert aus mütterlichen Worten wie "sweet boy" oder "I´m gonna take care of you". Homelander ist ihr ergeben und kommt ziemlich schnell zum Höhepunkt, die Erregung durch die eigene "Mutter" überwältigt ihn schlichtergreifend. Auf Homelanders peinlich berührte Entschuldigungen antwortet Madelyn mit "You did good.", ob sie lediglich seinen Samen wollte? Wie dem auch sei, nach dem Sex folgt ein Shot auf eine Homelander-Actionfigur, Madelyn verfügt die Kontrolle über Homelander, er ist ihr (Sex)Spielzeug. Zumindest solange, wie Homelander ihr ihre Lügen abkauft oder die Lügen duldet, falls er sie durchschaut.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
17.09.2019 23:29 Uhr | Editiert am 17.09.2019 - 23:36 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Episode 7

Nachdem man Billy Butcher trotz Kenntnis seiner Hintergründe und Aussagen zuvor nie wirklich so direkt handeln sah, bricht sich seine Rachegewalt - er zerschlägt Mesmers Gesicht an der Kante eines Waschbeckens - nun erschütternd und abstoßend Bahn.

Maeve findet durch Starlight erfreulicherweise wieder zurück zu alter Stärke und altem Selbstbewusstsein, sie setzt sich für Starlight ein, indem sie Homelander die Stirn bietet.

The Deep befindet sich wegen seiner sexuellen Belästigungen in einer von Vought angeordneten Auszeit von den Superhelden, was ihn dennoch nicht daran hindert, weiterhin Frauen zu verführen oder sich von ihnen verführen zu lassen. Wider Erwarten wird er allerdings von der Frau vergewaltigt, indem sie ihm erregt und für ihn schmerzhaft die Finger in die Kiemen steckt, während sie selbst dazu masturbiert. The Deep, der sonst immer die sexuelle Oberhand inne hatte und im Falle des Falles als Täter zu identifizieren war, wird nun selbst dominiert und Opfer sexueller Übergriffe.

Die Episode distanziert sich (glücklicherweise) jedoch direkt danach von der Befürwortung einer solchen "Auge um Auge"-Vergeltungsvorstellung, indem sie The Deep in der nächsten Szene im Supermarkt apathisch und psychisch angeschlagen an einer Theke voll toten Fisches vorbeilaufen lässt. The Deep hat hier die Sympathien auf seiner Seite, wie die meisten Superhelden handelt es sich bei ihm um einen grau bzw. ambivalent bezeichneten Charakter. Durch den Anblick eines gefangenen Hummers, der ihn symbolisch an seine eigene Situation erinnert, erwacht er allerdings aus seiner Apathie (erneut ein lustiges Tier-Gespräch), sein Rettungsversuch endet nichtsdestotrotz damit, dass der Hummer vom Thekenverkäufer getötet wird. Kein allzu positiver Zukunfsausblick für The Deep...

Homelander führt ein Gespräch mit seinem schöpferischen Doktor-Vater, die Szene bestätigt meine Erläuterungen zu den Episoden 4, 5 und insbesondere zu Episode 6. Durch Genforschung und Kreuzzüchtung mag man analog zur Hundezüchtung den perfekten (Über)Menschen hervorbringen können, ohne das Umfeld einer liebenden Familie bzw. speziell einer liebenden Mutter wird sich selbst bei diesem Wesen eine dysfunktionale Psyche mit schlechten Charakterzügen herausbilden.

- "I´m the world´s greatest superhero."
- "You´re my greatest failure."

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.09.2019 23:31 Uhr | Editiert am 16.09.2019 - 07:42 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Episode 6

Indem Starlight nun in die befreite und rebellische Offensive geht, lockt sie die Firma Vought aus der Reserve. Vought kann nun nicht mehr die alte Methodik aufrechterhalten, Missstände hinter den Kulissen unter den Teppich zu kehren, um das saubere Superheldenimage aufrechtzuerhalten, sie muss selbst in die Offensive gehen. Das bedeutet: The Deep muss sich seine Fehler eingestehen und sich für sein sexistisches Verhalten sowie seine sexuellen Belästigungen öffentlich vor der Kamera entschuldigen. Und wird dementsprechend und verständlicherweise von der Öffentlichkeit angefeindet.

Homelanders Identitätskonflikt wird vertieft, als (erstes) Superheldenbaby aus dem Forschungsgenlabor fehlt ihm jegliches identitätsstiftendes Element abseits seiner Superheldenexistenz. Er hat keine Eltern, er hatte keine Kindheit, keine Jugend und kein individualistisches Zimmer im Elternhaus. Für ein TV-Realityprogramm muss er sich daher geradezu zwingen, die Roomtour durch sein Fake-Familienhaus mit gestellten Kindheits- und Jugenderinnerungen der Zuschauerschaft als authentisch zu verkaufen. Diese Herkunft erklärt Homelanders Mutterkomplex und seine dementsprechende Zuneigung für die Vought-Managerin Madelyn, die Abhängigkeit von der eigenen Superheldenidentität und deren Symbolkraft für die US-Bevölkerung sowie die Tatsache, dass ihn der Anblick seiner Kindheitsdecke aus dem Labor zutiefst verstört. Kompensation, Selbstbild und Identifikation, Verdrängung.

Die Beziehung zwischen Frenchie und der japanischen Superfrau Kimiko strahlt ebensolche Ehrlichkeit, Zärtlichkeit und Wärme aus wie die Beziehung zwischen Hughie und Starlight, an diesen glücklichen Lichtblicken muss man sich als Zuschauer in dieser schlechten Welt geradezu festhalten.

Denn nicht nur das Franchisegeschäft versucht, diese Lichtblicke zu verschlingen, durch Billy Butchers verbitterten, schwarz-weiß gemalten Rachefeldzug könnte das Positive und Menschliche ebenfalls mit in den Abgrund gezogen werden. Butcher eckt in dieser Episode überraschend oft an. Seine CIA-Exfreundin Susan Raynor könnte er durch Beweise für das Compound V, etc mit ins Boot holen, das scheitert jedoch an der Akte Homelander. Raynor ist ebenso in Schrecken versetzt wie Butcher, im Gegensatz zu ihm allerdings nicht bereit, das Leben von tausenden Menschen - im Falle eines Amoklaufs Homelanders - im Kampf zu opfern. Die Mitglieder einer Selbsthilfegruppe für Superhelden-Geschädigte bezeichnet Butcher während einer Sitzung als superheldenhörige Schwächlinge und Duckmäuser, Hughies Beziehung mit Starlight als Verbündung mit dem Feind. Darauf folgen Psychospielchen mit Fokus auf Hughies Taten und Geheimnisse vor Starlight, um die Beziehung zum Scheitern zu bringen.

Zu Maeve und der Konfrontation mit ihren Ängsten und ihrer unterdrückten Homosexualität durch ihre Exfreundin darf aber gerne noch mehr kommen. Wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich Billy Butcher, Starlight oder Maeve attraktiver finde, würde ich mich mit leichtem Vorsprung wohl für Maeve entscheiden. Was abseits der optischen Reize auch daran liegt, dass ich Maeve dann am Attraktivsten finde, wenn sie menschliche Schwächen zeigt und nicht die Superheldin spielt. Da möchte ich sie halten, umarmen und ihr Trost spenden. Sie ist psychisch ja auch nicht so stark und standhaft wie Starlight.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
15.09.2019 20:57 Uhr | Editiert am 15.09.2019 - 23:21 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Hier nun mein Review zu Episode 4:

Homelander
Billy Butcher und seine CIA-Exfreundin diskutieren über einen US-Kriegseinsatz Homelanders in Syrien und theoretisch in China. Wie soll man übermächtige Wesen wie Homelander anklagen, sollten sie Kriegsverbrechen begehen? Was sehr ähnlich später dann genau in der Episode geschieht, indem Homelander einen selbst verschuldeten Flugzeugabsturz nach einer islamistisch-terroristischen Entführung als US-nationale Tragödie inszeniert, um den Druck auf die Debatte zu erhöhen, ob die Superhelden in das US-Militär eingegliedert werden sollten. Dieser Abschnitt steht positiv und qualitativ in Tradition von "Watchmen" und partiell von "Man of Steel" und "Batman v Superman".

The Deep
Ein Superheld, der Therapiestunden nimmt, so ein ungewöhnliches Szenario sah ich zuletzt in "Die Sopranos", als der Mafioso Tony Soprano Therapiestunden nahm. Die Charakterisierung von The Deeps psychischen Problemen wird weiter vertieft, er leidet unter Minderwertigkeitskomplexen und einem mangelndem Selbstbewusstsein aufgrund der Reaktion der Öffentlichkeit auf seine Fähigkeiten und sein Verhalten. Er redet mit Meerestieren, empfindet Zuneigung insbesondere für intelligente und soziale Tiere und setzt sich zudem für den Tier- und Umweltschutz ein.

Zwiespätiges Highlight der Epsiode: The Deep rettet einen Delfin, freundet sich mit ihm an und redet mit ihm wie mit einem Best Buddy, worüber sich der Delfin sichtlich freut. Was eine ziemlich süße, schöne und lustige Szene hätte sein können, wird leider dadurch zerstört, dass die Episode dem Zynismus verfällt und den Delfin nach einer Vollbremsung in Slow Motion und zu Spice-Girls-Musik durch die Frontscheibe fliegen und von einem LKW überfahren lässt.

Für die Fähigkeiten und Verhaltensweisen abseits der gesellschaftlichen Erwartungen und Vorstellungen von Heldentum wird The Deep von der Öffentlichkeit ausgelacht, für die Gesellschaft zählt als Wert nur, wer z.B. fliegen kann, wer der stärkste, der schnellste und/oder der patriotischste Superheld ist. Das oberflächliche Ausspielen von Superkräften steht im Vordergrund und ist von größerer Wichtigkeit, Superheldentum mit tatsächlicher Substanz wird dagegen belächelt.

A-Train
A-Train wird von der Firma - und in deren Auftrag von sich selbst - als Single und Frauenschwarm mit vielen Frauengeschichten inszeniert, was in krassem Widerspruch zu der Beziehung mit seiner Superhelden-Freundin steht, die deswegen geheim gehalten wird. A-Trains Freundin fühlt sich nicht akzeptiert, vernachlässigt, in den Hintergrund gedrägt und verraten, daraus versucht sie sich nun mit Hilfe von Drogen und Sex zu befreien. Eine verletzliche Schwäche, die von Butcher dann auch gnadenlos ausgenutzt wird. Ein erneutes Beispiel dafür, wie die profitorientierte, öffentliche Imagepflege von Stars in deren Privatleben eindringen, es dominieren und tiefe Spuren und Narben hinterlassen kann.

Starlight
Neben all der Oberflächlichkeit, Verstellheit und Schauspielerei fühlt sich gerade Starlights Beziehung mit Hughie besonders glaubwürdig, ehrlich und wohltuend an. Starlights gespielte Superheldenidentität wird für Werbezwecke usw. verwendet, Hughie akzeptiert sie dagegen so, wie sie im echten Leben tatsächlich ist. Als starke, selbstbewusste Frau, die sich nicht als unterwürftig und schwach verstellt, um chauvinistischen Männern zu gefallen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
10.09.2019 20:59 Uhr | Editiert am 10.09.2019 - 21:00 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Ein Kommentar zu Episode 4 folgt noch.

Hier kurz zu Episode 5:

Homelander als Mischung aus Donald Trump, John Wayne und Jesus, ein Symbol für die patriotischen, christlichen, homophoben, fremdenfeindlichen und anti-Establishment eingestellten US-Amerikaner. Homelander, der neben seinem Mutterkomplex auch an Einsamkeit leidet und dies dadurch kompensiert, dass er sich selbst ebenfalls als dieses Symbol versteht und andeutet, sich der Gerichtsbarkeit zu entziehen und als selbstjustizieller Auserwählter und Beschützer des US-amerikanischen Volks über den US-Kongress zu stellen.

Was für eine Hammer-Episode!

Zu den Highlights zählen auch Starlights kritische Rede gegen christlichen Dogmatismus und Fundamentalismus, die Offenbarung von Maeves unterdrückter Homosexualität und ihr Alkoholismus, die brüllend komische Szene mit dem Superheldenbaby als zynische Kritik am Superheldenzuchtprogramm sowie der schockierende Mord von A-Train an seiner Freundin im Auftrag Homelanders.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
05.09.2019 23:07 Uhr | Editiert am 06.09.2019 - 11:11 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 12.076 | Reviews: 180 | Hüte: 405

Mein Eindruck nach den ersten drei Episoden:

Eine Gesellschaftssatire, bei der einem das Lachen - falls es ob der Tragik und der Missstände überhaupt etwas zu lachen gibt - im Hals stecken bleibt. Bisweilen sehr zynisch, vulgär und brutal angelegt, erfüllt gerade das den Zweck der Satire, weil es aus inhaltlichen Gründen abstößt und weh tut.

Zum Beispiel, wenn A-Train versehentlich die Freundin des Protagonisten Hughie umbringt, wenn The Deep vor der neuen Superheldin Starlight masturbiert, nur weil diese als Teenie in ihn verknallt war, oder Homelander, der einfach mal ein fliegendes Flugzeug zerstört, nur weil ein Passagier sich gegenüber der Superheldenfirma zu viel herausnimmt.

Homelander, die Mischung aus Superman und Captain America, offenbart sich als die ekligste, unsympathischste, geleckteste und selbstverliebteste Prinz-Charming-Inkarnation seit Jaime Lannister zu Beginn von "Game of Thrones". Wird er zu Beginn noch als der einzig Gute und Vernünftige der etablierten Superhelden charakterisiert, entpuppt er sich schnell als das größte und schlimmste Monster von allen.


"The Boys" stellt zur Schau, wie (Superhelden-)Franchising im Kapitalimus funktioniert, wächst und gedeiht. Die tatsächliche Weltenrettung und Bekämpfung der Kriminalität ist zweitrangig, sie dient eh nur als Mittel zum Zweck, wichtiger ist die medielle Inszenierung dieser Rettungstaten und der eigenen Superheldenidentität sowie die Dauerpräsenz in den Köpfen der Gesellschaft. Im Fernsehen, in den Kinos, auf Straßenbannern, in den Supermärkten, in den Kinderzimmern und so weiter. Werbung, Werbung, Werbung. Zur maximalen Gewinnoptimierung werden Quoten kalkuliert und ausgerechnet, welche Superhelden, welches Image und welche politische Meinung bei welcher Bevölkerungsgruppe am Besten ankommt. Hinter den Kulissen erfolgt des Weiteren die ein oder andere Schmierung oder Erpressung politischer Instanzen.

Als entlarvend empfand ich auch die Szene mit A-Train und dem krebskranken Kind im Krankenhaus. Die Superhelden können sich nur selbst vermarkten und schauspielern. Sobald die Fassade und Oberflächlichkeit - tragisch und hart - durchbrochen wird, kommt das Nichts dahinter ans Tageslicht.
Darüberhinaus weist das Wettenrennen zwischen A-Train und Shockwave amüsanterweise viele Ähnlichkeiten mit dem hochgehypten Prestige-Boxkampf zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor auf^^


Darunter leiden zwangsläufig auch die wahren Identitäten der Superhelden. Als übermenschlich mächtige Wesen könnten sie locker die Kontrolle übernehmen und doch ordnen sie sich den kapitalistischen Interessen der Firma unter.

Zeigt sich Superhelden-Neuling Starlight zu Beginn noch naiv-erfreut über ihren neuen, vielversprechenden Job als A-Superheldin, schlägt ihr direkt offener Sexismus und Chauvinismus entgegen. Zum Einen durch ihre Kollegen The Deep und Transluscent, zum Anderen durch die Firma selbst, welche ihr einen sexualisierten, knapp geschnittenen Superheldenanzug aufzwingt. Ironischerweise verkaufen ihr zwei männliche PR-Spezialisten den Anzug als feministisches Symbol und Empowerment.
Ausgerechnet Queen Maeve (Wonder Woman) rät ihr, sich niemals in der Öffentlichkeit weinend und schwach zu zeigen, sondern gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Was ihr selbst ebenfalls zunehmend schwer fällt, weil sie verstärkt sexuell-dominant von Homelander bedrängt wird.

The Deep derweil leidet paradoxerweise ebenfalls unter Sexismus, weil er von der Firma und der Gesellschaft stets auf seine Muskeln reduziert wird. Darüberhinaus auf seine Wasserfähigkeiten, er wird nur zur Bekämpfung wasserbezogener oder wassernaher Verbrechen ausgesandt, niemals darf er mehr sein als das.

A-Train leidet wegen des oben erwähnten Wettrennens unter Versagenängsten, eine Niederlage könnte ihm den Job kosten. Wer möchte schon den nur zweitschnellsten Superhelden im Top-Superheldenteam sehen?

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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ComicFan88 : : Kingsman
02.09.2019 10:51 Uhr
0
Dabei seit: 28.12.11 | Posts: 2.193 | Reviews: 0 | Hüte: 16

Ich habe mir die Serie am 02. September 2019 angeschaut. (Zum Serientagebuch)

Beste neue Serie die ich in 2019 gesehen hab. Außerdem bringts sie frischen Wind und einen neuen Ansatz ins Superheldengenre. Bin schon sehr gespannt was die 2. Staffel bringt, diese soll aktuell schon in arbeit sein. Vorerst 8 Hüte, aber mit Zendenz nach oben.

Meine Bewertung
Bewertung
Ein Ring, sie zu knechten...
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