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Onkel Remus' Wunderland gesehen am  
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Onkel Remus' Wunderland (1946)

Ein Film von Harve Foster mit Ruth Warrick und Bobby Driscoll

Meine Wertung
Ø MJ-User
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Onkel Remus' Wunderland Bewertung

Onkel Remus' Wunderland Inhalt

Seine Eltern stehen kurz vor der Scheidung, da besucht der kleine Johnny seinen Onkel Remus in den Südstaaten. Remus hilft Johnny mit allerlei lustigen und abenteuerlichen Tiergeschichten in dieser schweren Zeit.

Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von Onkel Remus' Wunderland und wer spielt mit?

OV-Titel
Song of the South
Format
2D
Uns liegen keine Informationen zur FSK-Freigabe des Films vor.
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2 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
04.04.2022 16:22 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 16.004 | Reviews: 171 | Hüte: 567

@Duck-Anch-Amun

Ich bin auch kein Freund davon, dass der Film auf DisneyPlus anscheinend vollkommen verschwunden ist. Mit einem Kommentar zu Beginn des Films oder in Kombination mit einer kommentierenden Doku sollte es eigentlch möglich sein.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
04.04.2022 16:04 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 10.743 | Reviews: 45 | Hüte: 678

Wie bewertet man einen solch kontroversen Film, der durch seinen Song (Zip-a-dee-doh-da) und seine Figuren (immerhin waren Cartoon-Figuren wie Gevatter Fuchs, Bär und Meister Lampe auch im LTB und Co. regelmäßig dabei) immer noch bekannt ist, den Disney aber am liebsten komplett verschweigen würde?
Zwar ist der Film nirgends mehr zu finden, so ganz stimmt dies aber nicht und durch das Internet gibt es noch Wege den Film selbst auf legalem Weg zu sehen. Deshalb wollte ich mir endlich mal selbst ein Bild von diesem Film machen, der ja anders als Dumbo oder Peter Pan so schlimm sein soll, dass nicht mal eine Vorwarnung reicht.

Aus dem Auge eines Kindes würde ich mal behaupten, dass es nicht so schlimm ist. Auch wenn gewisse Leute dies sicherlich anders sehen, so wird man nicht automatisch Rassist, weil man den Film als Kind sah und möglicherweise mochte. Immerhin ist der Junge im Film der Charakter, der keinen Unterschied aufgrund der Hautfarbe macht - seine besten Freunde sind ein schwarzer Junge, Onkel Remus und ein Mädchen. Die Fieslinge sind die weißen Brüder und Probleme gibt es bei den weißen "Herrschaften". Die Zeichentrickeinlagen sind sicherlich nicht die witzigsten Cartoons und diese Momente erreichen auch nicht das Niveau von Mary Poppins z.B., haben aber immer eine wichtige Botschaft und sind halt Fabeln, wie sie es auch im germanischem Sprauchraum gibt.

Das Problem ist aber, dass trotz dieser eigentlich schönen Geschichte, die Probleme unübersehbar sind. Man hat beim Schauen mit dem Wissen, welches sich nach dem Kindsalter durch Geschichte, Politik und Co, bildet, halt dann auch das Gefühl, dass hier was nicht stimmt und dass dies alles mehr als fragwürdig ist. Das Setting sieht wunderschön aus und dies ist umso problematischer, da es sich halt um eine Plantage handelt, auf der Sklaven lebten. Walt Disney macht daraus eine klassische Märchenwelt, wo die Arbeiter singen und fröhlich ihrer Arbeit nachgehen. Und auch wenn die Sklaverei nie wirklich gezeigt oder erwähnt wird, oder möglicherweise nicht mehr existiert, so sind die Klassen der Charaktere doch deutlich definiert - die Afroamerikaner arbeiten, dürfen das Haus nicht betreten und bekommen Verbote ausgesprochen. Die Kamera wirkt immer so, als würden die weißen Leute "größer" wirken, die Arbeiter nehmen eine demütige Haltung ein. Das Leben auf der Plantage wird romantisiert, Onkel Remus liebt seine Hütte - auch wenn er dort in kompletter Armut lebt und am Ende gibt es ein "Happy End" wo das Märchen im Zeichentrickstyle mit der Realität vermischt wird.

Irgendwie musste ich bei vielen Szenen an Django Unchained denken, wo es ebenfalls eine Plantage mit Sklaven gibt, einige aber scheinbar freiwillig dort arbeiten und das N-Wort zum guten Ton gehört. Doch Tarantino zeigt auch die Schrecken der Sklaverei, ist kompromisslos und es gibt Gewalt. Dies ist in der Disney-Welt natürlich nicht der Fall und so wirkt alles idyllisch, verträumt und verklärt. Anders als oftmals behauptet, ist der Film auch nicht wegen der "Woke"-Manie (die man hier im Forum ja immer wieder vorgehalten bekommt) so umstritten, sondern war es schon bei der Veröffentlichung. Der Film war damals bereits ein Skandal-Projekt und Walt Disney zog, ob nun Rassist oder ahnungsloser Naivling, sein Ding durch und war überrascht von der Kritik.

Trotz dieser finde ich es irgendwie feige und falsch, dass der Film quasi auf dem Index steht und als Tabu gilt. Denn der Oscar-Song ist man nicht zu schade auch heute weiterhin zu nutzen. Und auch wenn es rassistische Tendenzen im Film gibt, so halte ich es für unfair die Comic-Figuren zu ersetzen, ihre Existenz zu vertuschen und z.B. im Disneyland zu entfernen. Hier sollte der Film eher als Aufklärung genutzt werden, idealerweise mit Kommentaren versehen werden, wie es auch in dieser Kritik empfohlen wird:

Er spricht dabei von einem typischen Disney-Film, welcher nur problematisch ist, da diesmal halt Menschen mitspielen, während der Rassismus und die Klassengesellschaft bei Bambi und König der Löwen niemand interessiert. Mit vielem gehe ich konform in der Kritik, aber diesen Punkt finde ich doch befremdlich und frage mich tatsächlich, ob man in diese Zeichentrickfilme möglicherweise nicht zuviel hineininterpretiert. Ja, The Song of the South ist ein problematischer und fargwürdiger Film - aber so wie es manchmal klingt bei manchen Leuten, wird man fragwürdig erzogen wenn man sich Disney-Filme ansieht und sie liebt. Ich bleibe dabei, mir hat dies nicht geschadet, vielleicht weil ich in Mufassa und Simba halt auch nur Löwen und in Bambi einen Hirsch sah, anstatt die Personifizierung real existierender fragwürdiger Klassen/Charaktere/Persönlichkeiten.

Als Kompromiss hab ich deshalb einfach die goldene Mitte gewählt.

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