
Metal Gear Solid Master Collection Vol. 2 (PC, Xbox, PS)
Drei Jahre ist es nun schon her, dass wir die Metal Gear Solid Master Collection bekommen haben. Das Vol. 1 deutete aber 2023 bereits an, da kommt noch was und während uns die erste Collection primär mit den Metal Gear und ersten drei Metal Gear Solid-Teilen versorgt hatte, fehlte natürlich noch eine ganze Menge. Gerade das Fehlen von Metal Gear Solid 4 - Guns of the Patriots wurde heftig kritisiert.
Genau dieser Umstand wird jetzt mit der Metal Gear Solid Master Collection Vol. 2 korrigiert. Bestand die erste Collection noch aus einer Vielzahl von Titeln, legt die zweite Ausgabe den Fokus auf Metal Gear Solid 4 - Guns of the Patriots, welches damals exklusiv für die Playstation 3 erschien und seitdem nie eine andere Plattform besucht hatte und den damaligen PSP-Ableger Metal Gear Solid - Peace Walker. Wie schon bei der ersten Collection, erwarten euch solide Portierungen, die weitgehend stabil auf dem PC laufen. Vor allem MGS4 ist das Kernstück dieser Sammlung und es endlich mit 60fps spielen zu können in hohen Auflösungen und nicht auf Emulatoren angewiesen zu sein, ist großartig. Im Spiel schlüpft ihr einmal mehr in die Haut von Solid Snake. Obowhl zwischen dem zweiten Teil und diesem Teil nur fünf Jahre liegen, ist Snake inzwischen sichtlich gealtert, Schuld ist das Foxdie Virus, was eine beschleunigte Alterung verursacht. In seiner letzten Mission verschlägt es ihn in den Nahen Osten, wo es zum finalen Showdown mit Liquid Ocelot kommt. Dabei erwartet euch das übliche MGS-Gameplay, der übliche Humor und massig Zwischensequenzen. Allein das Ende ist ein abendfüllender Spielfilm und damit nichts, was man schnell mal zwischendurch spielt.
Als Zusatz gibt es dann noch Peace Walker, wo ihr wie in MGS3 Big Boss spielt. Mitten in den 70ern müsst ihr in Kolumbien eine Privatarmee aufbauen. Das Gameplay ist zwar typisch MGS, die Missionen sind aber deutlich kürzer und alles etwas kompakter gehalten, was der damaligen Plattform PSP geschuldet war, da Peace Walker sehr gut unterwegs gespielt werden sollte. Etwas bedauerlich ist, dass sowohl Peace Walker als auch Guns of the Patriots primär portiert wurden. Die visuellen Verbesserungen werden vor allem durch höhere Auflösungen und flüssigeres Gameplay erzeugt, dass die Grafik angestaubt ist, lässt sich damit nicht verhindern. Hier wären höhere Auflösungen bei den Texturen besser gewesen. Auswirkungen auf das Gameplay hat das aber nicht, denn auch wenn die Titel gut 18 Jahre alt sind, spielen sie sich noch immer ausgezeichnet, da die MGS-Reihe ihrer Zeit immer weit voraus war.
Auch ist es etwas schade, dass man die Sammlung hier nicht komplett vervollständigt hat. Während man auf Metal Gear Solid V durchaus verzichten kann, da dieser und Ground Zeros universell verfügbar ist, sieht es mit Portable Ops und den beiden ACID-Teilen schon anders aus. Diese hätten als PSP-Ableger hier neben Peace Walker sehr gut hineingepasst. Vor allem, da die Anpassungen von Peace Walker eher moderat ausgefallen sind. Auch der Versuch The Twin Snakes unterzubringen, wäre toll gewesen. Aber vielleicht folgt ja eines Tages doch noch eine Metal Gear Solid Master Collection Vol. 3.
Parking in Tight Spaces (PC)
Du wolltest schon immer ein Meister im Einparken werden? Dann ist Parking in Tight Spaces genau dein Ding. Auf unterschiedlichsten Karten will dich dieses 10 Euro günstige Spiel zu einem Parkweltmeister machen. Was zu Beginn recht einfach beginnt, indem ihr kleine Autos und dazu recht große Parklücken auf euch warten, wird zunehmend schwerer. Andere Autos im Weg, die Zufahrt kompliziert und eure Fahrzeuge werden immer größer. Erst Autos, dann SUVs, dann Busse und dann Trucks und schweres Gerät. Mit steigender Größe der Fahrzeuge nimmt auch die Levelkomplexität zu. Dabei gilt es möglichst schnell die Parklücke auszufüllen UND dabei möglichst wenig Beschädigungen anzurichten. Tempo bringt Punkte, Zerstörung zieht sie euch wieder ab. Parking in Tight Spaces bietet ein einfaches und dennoch sehr kurzweiliges Spielprinzip, welches gerade wegen seiner minimalistischen Grafik für zwischendurch perfekt geeignet ist.
The Sinking City 2 (PC, Xbox, PS)
Dass Frogwares dieses Spiel überhaupt fertiggestellt hat, verdient Respekt. Das kleine ukrainische Studio hat The Sinking City 2 durch Stromausfälle, Evakuierungen und eine laufende Invasion hindurch entwickelt und das deutlich unter dem Preis, was große Spiele sonst üblicherweise kosten.
Was wir gespielt haben, ist ein konsequenter Kurswechsel. Wo der erste Teil 2019 auf Detektivarbeit und Deduktionsmechaniken setzte, ist The Sinking City 2 knallharter Survival Horror. Es richtet sich damit deutlich stärker an Fans von Resident Evil oder Tormented Souls. Zwar kann es bei den Produktionswerten nicht mit dem großen Vorbild mithalten, schafft es aber auch mit seinen Mitteln eine düstere Stimmung und beklemmende Atmosphäre zu erzeugen. Das liegt vor allem am Setting, welches wieder durch seinen Cthulhu-Mythos punkten kann. Protagonist Calvin Rafferty landet nach einem schief gelaufenen Traum-Ritual im überfluteten 1920er-Arkham und kämpft sich durch verfallene Prachtvillen und ertränkte Straßen – auf der Suche nach seiner im Koma liegenden Freundin Faye. Die Geschichte ist eigenständig, das Original muss man nicht kennen.
Das Gameplay von The Sinking City 2 dreht sich um knappes Inventar, gesparte Munition und den richtigen Umgang mit den sogenannten Slithern, dies sind mutierte Kreaturen, die euch immer wieder zum Schwitzen bringen. Kämpfen ist möglich, aber selten die klügste Lösung. Shortcuts erkunden, ausweichen, überleben, so geht das Spiel. Umgebungsrätsel und Hinweise sind noch vorhanden, treten aber klar hinter die Bedrohungsatmosphäre zurück, die durch die Unreal Engine 5 zum überzeugend ekelhaften Albtraum wird.
Schwächen gibt es: Performance-Einbrüche auf PC stören den Fluss, und wer den Detektiv-Charme des Vorgängers besonders mochte, findet ihn hier kaum noch. Trotzdem: ein mutiger, atmosphärisch starker Horrorausflug, dem ihr auf jeden Fall eine Chance geben solltet.
S.T.A.L.K.E.R. 2 - Cost of Hope DLC (PC, Xbox, PS)
Am 20. August erschien zeitgleich das Update 2.0 und Cost of Hope für S.T.A.L.K.E.R. 2. Während das kostenlose Update neue Beleuchtung, eine überarbeitete KI, eine neue Unreal Engine-Version und einen frischen Master-Schwierigkeitsgrad mit sich brachte, ist der DLC Cost of Hope mit 30 Euro zwar nicht billig, bietet aber viel für sein Geld.
Cost of Hope selbst ist weit mehr als ein kleines Seitenkapitel. Protagonist Skif stößt auf einen Gerüchten zufolge existierenden Weg in den Eisernen Wald, einen Bereich, der bislang komplett abgesperrt war. Was folgt, sind 15 bis über 20 Stunden Story rund um den eskalierenden Konflikt zwischen den Fraktionen Duty und Freedom, zwei neue Regionen inklusive des Kernkraftwerks Tschornobyl und der legendären Geisterstadt Limansk. Dies hat es tatsächlich in sich und ist in ihrem Aufbau ein richtiger Horrortrip! Dunkel, labyrinthisch, als würde sich unser Held plötzlich in Silent Hill wiederfinden.
Dazu kommen Mavka, eine lange referenzierte aber nie gezeigte Figur, und die Rückkehr von Zulu aus Call of Pripyat. Eine große Entscheidung gegen Ende führt zu zwei verschiedenen DLC-Enden. Kleine Schwächen bleiben: Der finale Boss überzeugt weniger, und die langen Laufwege zwischen Missionen nerven wie gehabt. Dennoch bekommt man mit Cost of Hope viel für sein Geld und das gute, wenn auch nicht perfekte S.T.A.L.K.E.R. 2. wird damit noch runder.
Planet Coaster 2 Parades & Silver Screening DLC (PC)
Lange musste Planet Coaster 2-Fans darauf warten, dass es mal wieder neues Futter gibt. Während andere Frontier-Games ständig mit DLCs versorgt wurden, war es bei Planet Coaster 2 lange Zeit still, obwohl das Spiel inzwischen fast zwei Jahre alt ist. Und jetzt sind in kürzester Zeit gleich zwei DLC erschienen.
DLC 1 ist das Parades Pack, welches mit 18 Euro teurer als die üblichen DLCs ist, aber auch einen etwas anderen Scope hat. Endlich ist es nämlich möglich in euren Freizeitparks Paraden zu organisieren. Dies ist zwar nicht ganz intuitiv, aber wenn ihr den Dreh erst einmal raus habt, dann könnt ihr aus verschieden Settings wählen, darunter verspielte, gruselige oder aquatische Designs und so euren Besuchern zu festen Zeiten etwas bieten. Auch Routen und Anim Natürlich dürfen auch fünf neue Fahrgeschäfte nicht fehlen, darunter der HPC Buzzard, V&N Enger Drop, Jumpin Dis, Little Dipper und das Transportfahrgeschäft Elektro-Trolley. Auch optisch tut sich etwas im Park, denn mit 200 neuen Szenerieobjekten könnt ihr für Kleinstadtflair sorgen.
Etwas klassischer, für Filmfans aber Pflicht ist hingegen das Silver Screen Pack. Mit diesem DLC wird Hollywood gefeiert, was man auch schon am neuen Animateur Corn Cornell Butterworth bemerkt. Bei den Fahrgeschäften gibt es gleich sieben Neuzugänge, auch diese mit einem starken Filmfokus, darunter der New Gen Flying Coaster, das klassische Slotcar, einen echten Kinosaal, Fourth Wall, Ground Control, die Big Screen Tour und Re-Motion. Musikalisch könnt ihr die Areale mit an Filmmusik angelehnte Songs untermalen und 650 verschiedene Szenerieobjekte geben euch die Möglichkeit, in eurem Park Hollywood nachzubauen. Gerade für Schönbauer werden die 15 Euro für den DLC damit fast schon zu einer Pflichtausgabe.
Defender of the Crown - The Legend Returns (PC, Xbox, PS)
Zum Abschluss noch ein kleiner nennenswerter Release für echte Puristen und Gamer 45+. 1986 auf dem Amiga definierte Defender of the Crown mit, wie Strategiespiele aussehen können. Jetzt ist es zurück, zum 40. Geburtstag, neu aufgebaut von Black Tower Basement. Wer mag, spielt den Retro-Modus originalgetreu, der Classic-Modus modernisiert Optik und Mechanik behutsam. Das Highlight ist aber Kingdom Mode: ein Roguelite-Deckbuilder mit würfelbasiertem Kampf, der das mittelalterliche England aus einem völlig neuen Blickwinkel zeigt. Drei Modi, eine Krone. Primär für Nostalgiker geeignet, die noch immer Freude an Amiga- und DOS-Spielen haben, denn das rudimentäre Gameplay fällt 40 Jahre später durchaus auf.
