
Tatsächlich hat Teilen der Redaktion die Serie aber viel besser gefallen als erwartet. Gerade die Mischung aus schräger Science-Fiction, den bekannten Figuren und immer absurderen Parallelwelten entwickelt einen eigenen Charme. Und das Staffelfinale setzt dem Ganzen noch einmal die passende Krone auf.
Achtung, Spoiler zum Finale!
Stuart, Denise, Bert und Kripke landen nach ihrem Ausflug in ein Comic-Universum zunächst in einer scheinbar ganz normalen Sitcom. Nach und nach wird klar: Aufgenommen wird ihre eigene Geschichte.
Und dann wird es endgültig meta. Die Gruppe landet auf dem Warner-Bros.-Soundstage, auf dem einst The Big Bang Theory gedreht wurde. Dort sehen wir tatsächlich Kevin Sussman, Lauren Lapkus, Brian Posehn und John Ross Bowie, die ihre eigenen Figuren in einer Sitcom-Version von Stuart Fails to Save the Universe spielen. Selbst das Studiolachen stammt aus dem Umfeld der ursprünglichen Serie.
Das ist ziemlich genau die Sorte völliger Selbstreferenzialität, die man von diesem Spin-off erwarten durfte, und gleichzeitig ein überraschend schöner Abschied vom ersten Kapitel.
Und die Cameos waren ohnehin ein großer Pluspunkt
Über die Staffel hinweg hat Stuart Fails To Save The Universe immer wieder bekannte Gesichter aus The Big Bang Theory zurückgebracht, allerdings **nicht einfach in ihren ursprünglichen Rollen und Situationen.
Allen voran taucht Kunal Nayyar als Raj Koothrappali zweimal auf. Einmal begegnen Stuart und seine Begleiter einem völlig paranoiden Raj, später warnt er als vermeintlich verrückter Weltuntergangsprophet vor dem Verschwinden ganzer Sternsysteme.
Kaley Cuoco kehrt als Penny gleich in zwei Varianten zurück, unter anderem als Rebellenführerin und später als knallharte Army-Majorin. Auch Zack ist dabei, während Melissa Rauch als Bernadette unter als Hexen-Dämon und als frustrierte Tanzlehrerin auftaucht.
Dazu kommen Mayim Bialik als Amy Farrah Fowler, zunächst als Psychiaterin und später in einer ziemlich absurden DC-Variante, sowie Riki Lindhome als Ramona Nowitzki, die ebenfalls in mehreren unterschiedlichen Versionen zu sehen ist.
Das funktioniert gerade deshalb so gut, weil die Serie nicht einfach nur bekannte Figuren glorifizierende abhakt. Das Multiversum erlaubt es, mit ihren Persönlichkeiten zu spielen und immer wieder die Frage zu stellen: Was wäre aus dieser Figur in einer völlig anderen Realität geworden? Und die Antworten sind wenig schmeichelhaft.
Aber zwei ganz große Namen fehlen
Und dann sind da noch die ganz großen Abwesenden: Sheldon und Leonard selbst tauchen nicht auf. Gerade Leonard ist erstaunlich, schließlich ist das Gerät, dessen Zerstörung Stuart das Multiversum retten lässt, eng mit ihm und Sheldon verbunden. Dazu kommt Howard, der trotz mehrerer Bernadette-Varianten ebenfalls komplett fehlt. Damit bleiben ausgerechnet drei der wichtigsten Figuren des ursprünglichen Quartetts außen vor.
Damit bleibt für Staffel 2 eine ziemlich offensichtliche Wunschliste übrig. Denn wenn bereits Raj, Penny, Zack, Bernadette, Amy und Ramona durch verschiedene Realitäten geschickt werden, wäre es schon interessant zu sehen, welche völlig absurde Version von Sheldon oder Howard noch irgendwo im Multiversum herumläuft.
Nach diesem Finale freuen wir uns jedenfalls auf Staffel 2. Ganz daneben liegen wir mit unserer Begeisterung offenbar auch nicht: Die Serie steht aktuell bei 77 Prozent auf Rotten Tomatoes bei den Kritikern und bei 7,1/10 auf IMDb.
Staffel 2 von Stuart Fails To Save The Universe kommt wahrscheinlich schon 2027. Ein genaues Startdatum hat HBO Max bislang allerdings noch nicht bekannt gegeben.
