Ein Jahrhundert vor den Ereignissen von Game of Thrones wanderten zwei untypische Helden durch Westeros... ein junger, naiver, aber mutiger Ritter, Ser Duncan der Lange, und sein kleiner Knappe, Egg. In einer Zeit, in der die Targaryen-Linie immer noch den Eisernen Thron innehat und die Erinnerung an den letzten Drachen noch nicht aus dem Gedächtnis verschwunden ist, warten große Schicksale, mächtige Feinde und gefährliche Heldentaten auf diese unwahrscheinlichen und unvergleichlichen Freunde.
Ich kann mich schlichtweg nicht mehr genau erinnern wann ich die Geschichten über Duncan und Egg gelesen hab. „Das Urteil der Sieben“ muss wohl mehr als 10 Jahre bei mir her sein und hat keinen so recht bleibenden Eindruck hinterlassen.
Um so erstaunter war ich, dass mich eine Serie vor dem Westeros Hintergrund noch einmal wirklich begeistern konnte, nach dem kläglich gescheiterten Ende der Mutterserie und nachdem sich „House of the Dragon“ einfach nur als ein Riesenflop mit schlechter Story und einfallslosen Figuren entpuppte, bei dem ich nicht mal die erste Staffel überstanden habe.
„Der Heckenritter von Westeros“ ist aber auch eine etwas anders geartete Serie als die Vorgänger. Die Dimensionen sind deutlich kleiner und kommen ganz ohne Drachen und Intrigen oder Machspiele um den Eisernen Thron aus.
Die Story handelt einfach nur von einem „Ritter“, einem sehr einfachen Mann, der an einem Turnier teilnehmen will und seinen neu erworbenen Knappen im Schlepptau.
Auch hier werden fragwürdige Entscheidungen getroffen und am Ende muss man mit den Konsequenzen leben, aber dies geschieht in einem sehr langsam anmutenden Tempo und deutlich leiser als in den anderen Westeros-Serien.
Besonders überrascht hat mich die Figur von Duncan, die in einer Zeit in den Serien besonders düster, grimmig und am besten nur in Graustufen verortet sind, plötzlich mit einem Ehrgefühl, einem moralischen Kompass und dem Herz am richtigen Fleck auftaucht. Also etwas, was man früher „Heldentum“ nannte und damit eigentlich deutlich mehr in den klassischen Erzählungen verankert ist, wie in den Erzählungen um z.B. Artus und seinen Rittern.
Die Wertigkeit der Serie ist durch HBO ebenfalls gegeben, wobei auch hier die Maßstäbe wesentlich kleiner ausfallen wie in den üblichen Serien, auch weil die Serie ja auch noch mit Episoden mit nur etwa 30-35 Minuten aufschlägt.
Verständlich also, dass man bereits verkündet hat, man könne hierzu im Jahrestakt neue Staffeln veröffentlichen. Was man bestimmt anstrebt, solange die Zahlen dahinter stimmen.
Mit soll es recht sein. Ich habe die erste Staffel genossen, weil man obendrauf auch noch wirklich eine Reihe guter Schauspieler von der Straße holen konnte. Allen voran natürlich Peter Claffey und Dexter Sol Ansell in den Hauptrollen, die der Serie durch ihre mehr als gekonnte Leistung noch den besonderen „Extraschliff“ verpassen.
Eine gar königlich famose Überraschung diese Serie.
Meine Bewertung
"The Wheel weaves as the Wheel wills"