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CODA (2021)

Ein Film von Siân Heder mit Emilia Jones und Marlee Matlin

Veröffentlichung: 13. August 2021111 Min.Drama, Musik
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Ø MJ-User
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CODA Bewertung

CODA Inhalt

Die siebzehnjährige Ruby ist das einzige hörende Mitglied einer gehörlosen Familie - ein CODA (child of deaf adults). Ihr Leben besteht vor allem darin, ihren Eltern als Dolmetscherin zur Seite zu stehen und jeden Tag vor der Schule ihrem Vater und dem älteren Bruder auf dem Fischerboot zu helfen. Als Ruby dem Chor ihrer Highschool beitritt, entdeckt sie nicht nur ihre besondere Begabung für den Gesang sondern auch ihre Gefühle zu ihrem Duettpartner Miles. Von ihrem enthusiastischen Chorleiter dazu ermutigt, sich an einer renommierten Musikschule zu bewerben, ist Ruby hin- und hergerissen zwischen den Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie und dem Verfolgen ihrer eigenen Träume.

Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von CODA und wer spielt mit?

Regie
Siân Heder
Darsteller
Emilia Jones, Marlee Matlin, Troy Kotsur, Daniel Durant, Ferdia Walsh-Peelo, Eugenio Derbez
OV-Titel
CODA
Format
2D
Uns liegen keine Informationen zur FSK-Freigabe des Films vor.
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9 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
18.02.2026 13:07 Uhr | Editiert am 18.02.2026 - 13:39 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.884 | Reviews: 188 | Hüte: 691

Ich habe nun den französischen "Verstehen Sie die Béliers?" und das US-amerikanische Remake "Coda" nachgeholt und im Vergleich musste ich überraschend feststellen, dass es sich bei "Coda" um die sehr viel bessere Version handelt.

"Coda" trumpht mit einer wertigeren Cinematograhpie auf, was sich nicht zuletzt durch den Settingwechsel hin zur Fischerei bemerkbar macht, während es sich bei "Béliers" im Prinzip auch um einen Fernsehfilm handeln könnte. Der Cast im Remake spielt stärker und glaubwürdiger, Louane Emera im Original ist in erster Linie Sängerin und keine Schauspielerin und für das Remake wurden die Rollen der Familie mit tatsächlich gehörlosen Schauspielern besetzt. "Béliers" verwirrt zudem mit der Entscheidung, die Gebärdensprache von Louane Emera für das hörende Publikum nachsprechen zu lassen, auch wenn sich ihre Figur nur mit den Eltern oder dem Bruder unterhält, das Sprechen hier also keinen Sinn ergibt.

"Béliers" enthält einge anstößige und demütigende Szenen, die sich mit dem Wohlfühlcharakter des Films beißen. Die Familie hält ein schwarzes Kalb namens Obama, die Mutter zeigt sich froh, dass ihre Tochter keine Lesbe ist, es wird sich über die erste Blutung der Tochter und über den anaphylaktischen Schock des Sohns wegen eines Latexkondons lustig gemacht. Solche Szenen finden sich in "Coda" nicht mehr.

Die Liebesgeschichte zwischen der Protagonistin und ihrem Duett-Partner erhält in "Coda" mehr Fokus und entwickelt sich glaubhafter, während sie in "Béliers" mehr hintenrangeschoben wird. In "Béliers" möchte der Vater bei der nächsten Bürgermeisterwahl gegen den in der Gemeinschaft verhassten Amtsinhaber antreten, dieser Nebenhandlungsstrang verläuft allerdings irgendwann im Sand, in "Coda" wird der Plot über die Fischer am Existenzminimum im Kampf gegen die Zwischenhändler vernünftig zu Ende erzählt und ist als Sozial-Inklusions-Kommentar deutlich ergiebiger.

Im Bezug auf das Finale sehe ich hingegen "Béliers" als stärker an, mit dem für das Vorsingen ausgewählten Song gelingt durch den Elternkontext ein persönlicherer Höhepunkt als in "Coda".

Sonstige Stärken und Schwächen von "Béliers" werden in "Coda" übernommen. Den schrulligen Charakter der Filme und der Figuren muss man mögen, was mir bei "Coda" anfangs auch schwerfiel, und als Wohlfühlfilme folgen die Geschichten altbekannten und einfachen Mustern. Wenn man etwas über die Probleme gehörloser Familien erzählen möchte, wäre es vielleicht sinnvoller gewesen, die Geschichte abseits eindrücklicher Szenen - wie z.B. die Perspektive der Familie während des Chorauftritts - mehr um die Gehörlosen herum aufzubauen und nicht die Hörende ins Zentrum zu stellen.

Nichtsdestotrotz bin ich von "Coda" sehr angetan, als Coming-of-Age-Wohlfühlfilm mit Sozialdrama-Anklängen wird das von Siân Heder und dem Cast mit Leidenschaft und großer Klasse umgesetzt. Bei Emilia Jones finde ich es erstaunlich, dass sie mit ihrem Schauspiel- und Gesangstalent bisher keine Karriere in Hollywood hat.

Die Auszeichnungen als Bester Film und für das Beste adaptierte Drehbuch bei den Oscars halte ich wegen der Konzeption des Films für die falsche Wahl, Troy Kotsur hat den Oscar als Bester Nebendarsteller verdient gewonnen.

7,5-8 von 10 Punkten

Auf meine Merkliste habe ich nun noch den deutschen "Jenseits der Stille" (1996) von Caroline Link ("Der Junge muss an die frische Luft") aufgenommen, der ebenfalls eine ähnliche Geschichte erzählt und als Proto-Vorgänger von "Verstehen Sie die Béliers?" gilt. Außerdem das für fünf Oscars nominierte Liebesdrama "Gottes vergessene Kinder" (1986) mit William Hurt und Piper Laurie, für das die "Coda"-Familienmutter Marlee Matlin als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde.

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"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

MJ-Pat
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Parzival : : Kakashi
21.08.2022 21:12 Uhr
0
Dabei seit: 24.11.15 | Posts: 8.642 | Reviews: 58 | Hüte: 444

Nun hab ich ihn gesehen, den Oscargewinner für das Jahr 2021.

Trailer hatte ich nicht geschaut, von der Handlung wusste ich auch nix.

Hat mir gut gefallen. Nette Story, sehr guter Cast, sympathische Charaktere, guter Soundtrack, auch visuell sah der Film toll aus. Die Story wurde gut erzählt, mir war jedenfalls nicht langweilig und ich war im Film drin. Besonders an dem Film ist natürlich, dass die Mehrheit der Hauptcharaktere taub ist (und deren Darsteller alle auch, habs eben nachgeschaut, wow). Die waren alle wirklich gut. Ich weiß nicht, ob Emilia Jones schon vorher die Gebärdensprache konnte oder nicht, auf jeden Fall war sie wirklich gut darin und zudem kann sie auch noch wunderschön singen. Lustigerweise aber war der für mich beste und interessanteste Charakter des Films Mr. V. Tolle Darstellung von Eugenio Derbez, jede Szene mit ihm war klasse, war immer der Scene-Stealer.

Besonders gut fand ich die Szene im letzten Drittel des Films beim Schulsingen, als sie für eine Minute oder wie lang auch immer es aus der Perspektive von Frank gezeigt haben, alles war komplett still. Ich liebe solchen Einsatz bzw. Nichteinsatz vom Ton.

Ja insgesamt ein guter Film, nichts wirklich Besonders in meinen Augen, emotional hat er mich jetzt auch nicht übermäßig abgeholt, aber Kritik hab ich auch nicht, daher dann zumindest 4 Hüte.

Ob er ein würdiger Oscargewinner ist, kann ich natürlich nicht sagen, selbst wenn ich alle nominierten Filme für 2021 gesehen hätte. Ich kann ihn auch schlecht mit den anderen nominierten Filmen vergleichen, die ich gesehen habe. Neben Coda habe ich ja auch Dune, Nightmare Alley und Don’t look up geschaut. Und während letzterer klar auf dem 4. Platz ist, alle anderen Filme hab ich mit 4 Hüten bewertet, aber auch abgesehen davon könnte ich da kein gutes Ranking machen. Ich muss ihn zwar ranken in meiner Topliste der 2021er Filme, aber ja...die Reihenfolge sollte man da eh nicht ernst nehmen. Ich sehe ihn also ungefähr auf dem selben Level wie Dune und Nightmare Alley.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
07.05.2022 13:13 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.329 | Reviews: 180 | Hüte: 706

Nun endlich nachgeholt. Der Film, welcher von der Academy als der beste Film des Jahres 2021 gekürt wurde.

Tatsächlich war Coda so unscheinbar wie ich es erwartet habe. Eine Art Coming of Age in Kombination mit Feel Good Movie welche sich am gleichen Ablauf orientiert, den man in den man seit Jahrzehnten von solchen Filmen kennt. Die Besonderheit bei Coda ist die Thematik der Gehörlosigkeit, wo Verständnis für diese Personen geschaffen wird. Aber auch für die Personen, welche alle Brücke dienen. Tatsächlich wurde diese Gehörlosigkeit vor ein paar Jahren in Sound of Metal deutlich intensiver thematisiert. Wobei das auch kein Feel Good Movie war und nicht zum Ton von Coda gepasst hätte.

Coda ist gute Unterhaltung mit einer Mischung aus Herz, Witz und Musik. Ein Film für den Sonntagnachmittag. Vermutlich passt er gut in einer Reihe mit Filmen wie Nomadland, Green Book oder auch Shape of Water. Ob sowas dann der beste Film des Jahres ist, ist eine andere Frage.

Meine Bewertung
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MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
29.03.2022 21:28 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 18.884 | Reviews: 188 | Hüte: 691

"Verstehen Sie die Béliers?" habe ich nicht gesehen, daher kümmern mich Vergleche da aktuell nicht. Was mich hingegen mehr interessiert, "Coda" soll gleichzeitig eine Fortsetzung von Siân Heders "Tallulah" sein und das passt für mich inhaltlich überhaupt nicht zusammen. Höchstens themantisch, bezogen auf Mutter- und (Groß)Elternschaft.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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PaulLeger : : Moviejones-Fan
28.03.2022 14:43 Uhr
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Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 2.826 | Reviews: 17 | Hüte: 301

@ TiiN

Ach, so hattest du es gemeint, alles klar.

Ich finde "CODA" als Gewinner noch deutlich unglücklicher als die anderen beiden, weil er halt wirklich quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit lief. Netflix hat anders als AppleTV+ fast jeder und "Belfast" lief quasi überall in den Kinos. Klar kann es eine gute Sache sein, wenn die Oscars Aufmerksamkeit auf kleine Filme lenken, davon haben in der Vergangenheit ja auch einige im Anschluss an ihren Gewinn an den Kinokassen profitiert, aber in diesem Fall machen die Oscars damit ja nicht mal Werbung fürs Kino, sondern für Apple.

Laut einem Deadline-Artikel hatte "CODA" in den USA die mit Abstand wenigsten Zuschauer der nominierten Streamingfilme, nicht mal eine Million Menschen haben ihn gesehen. Das vertieft halt nur den Graben zwischen den "normalen" Filmguckern und der Academy in ihrem Elfenbeinturm, so dass die Verleihung für die breite Masse immer uninteressanter wird, wenn dort Filme prämiert werden, die niemand gesehen hat. Und solche komplett misslungenen Aktionen wie die Twitter-Abstimmungen tragen erst Recht dazu bei, dass sich die Auffassung verstärkt, die Academy hätte längst den Bezug zu einem großen Teil der Filmgucker verloren.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
28.03.2022 14:13 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.329 | Reviews: 180 | Hüte: 706

@PaulLeger

Sowohl Belfast (Kinobesuch war eigentlich letzte Woche geplant) als auch Coda habe ich leider nicht gesehen. Meine Aussage bezog sich darauf, dass ich alle drei Filme - durch Eigensichtung oder bisherigen Pressespiegel - nicht als die Filme einschätze, die besonders gut und nachhaltig sind, dass man noch in 1-3 Jahren groß über sie reden wird. Dass es grundsätzlich keine schlechten Filme sind, davon würde ich auch bei Coda und Belfast ausgehen.

Was Sound of Metal angeht: In Anbetracht wie gestern alle mit Zeichensprache applaudiert haben etc., davon war vor 2 Jahren bei der Verleihung nichts zu sehen bzw. es wurde nicht groß thematisiert. Natürlich waren bei Coda wirklich betroffene Personen involviert. Sound of Metal hat man für meinen Geschmack doch sehr auf das Sounddesign (was wirklich gut war) reduziert.


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MobyDick : : Moviejones-Fan
28.03.2022 14:04 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 7.716 | Reviews: 258 | Hüte: 626

Nope, kenne Coda nicht, interessiert mich auch nicht sonderlich, hatte damals auch kein Interesse an diesem französischen (?) Film damals. Habe vor zig Jahren mal den deutrschen Film gesehen, ich glaube Jenseits der Stille oder so, war ganz gut.

Dünyayi Kurtaran Adam
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PaulLeger : : Moviejones-Fan
28.03.2022 13:53 Uhr | Editiert am 28.03.2022 - 13:55 Uhr
0
Dabei seit: 26.10.19 | Posts: 2.826 | Reviews: 17 | Hüte: 301

@ TiiN

Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass du ihn gesehen hast, schließlich hast du während der Verleihung geschrieben, dass "CODA" genauso wie "Belfast" und "The Power of the Dog" kein guter Film sei?

Zu "Sound of Metal": Bei 6 Nominierungen, darunter als bester Film, für das Drehbuch und für den Hauptdarsteller, und immerhin 2 Siegen würde ich nicht sagen, dass sich kaum einer dafür interessiert hätte.

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TiiN : : Goldkerlchen 2021
28.03.2022 13:46 Uhr
0
Dabei seit: 01.12.13 | Posts: 10.329 | Reviews: 180 | Hüte: 706

Keine einzige Bewertung, keine Kritik. Hat jemand schon Coda gesehen? Wie war er?

Vor zwei Jahren gabs den Film Sound of Metal indem es um einen Musiker ging, der sein Gehör verloren hat. Sehr stark umgesetzt. Leider hat sich 2020 kaum einer dafür interessiert.
2022 scheint für solche Filme mehr Platz zu sein.


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