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Funny Games (1997)

Ein Film von Michael Haneke mit Susanne Lothar und Ulrich Mühe

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Funny Games Bewertung

Funny Games Inhalt

Anna, Georg und ihr Sohn fahren in Urlaub. Als kurz darauf am Urlaubsort die jungen Gäste der Nachbarn auftauchen, beginnt ein Alptraum. Das Haus am See wird zur blutigen Hölle für die Familie!

Cast & Crew

Wer ist der Regisseur von Funny Games und wer spielt mit?

OV-Titel
Funny Games
Format
2D
Der Film erhielt die FSK-Freigabe "Keine Jugendfreigabe".
Spannende Filme
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15 Kommentare
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MobyDick : : Moviejones-Fan
22.10.2018 12:55 Uhr
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luhp:

Ich mag Verbinski sehr und verteidige ihn regelmäßig gegen alles Mögliche, aber für Audition ist er meiner Meinung nach definitiv nicht geeignet. Und der "Klappentext" von Audition sagt definitiv nichts über den Film aus, denn der Film ist so wie silencio ja schon schrieb, ein Film, der Köpfe explodieren lassen kann, wenn man möglichst wenig über den Film weiss, aber auf der anderen Seite bei erneuter Sichtung auch deutlich mehr Facetten hat als bloß "Horror". Ich würde den heute beispielsweise gar nicht mal in der Ecke Horror verorten.

Im Prinzip ist er mit seiner Rezeption und weiteren Sichtungen weitaus näher an Oldboy (Original) anzusiedeln als an zb The Grudge.

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
22.10.2018 11:55 Uhr | Editiert am 22.10.2018 - 11:55 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.443 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@MobyDick

Ah ok, ein aktueller Remake-Regisseur ist gesucht^^

Ohne "Audition" gesehen zu haben und auf Basis der Inhaltsangabe würde ich dann wohl auch Fincher vorschlagen. Allerdings auch Gore Verbinski, der sich im Horror-Genre ("A Cure for Wellness", "The Ring") gut auskennt und mit letzterem Werk schon ein vernünftiges Remake eines japanischen Films zustande brachte.

Nolan und Horror wäre aber ebenfalls interessant, das wäre mal etwas Neues.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
19.10.2018 12:53 Uhr
0
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.921 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@mobydick

An fincher hatte ich jetzt tatsächlich auch als erstes gedacht für audition. Würde von den genannten denke ich am besten zum Material passen.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
19.10.2018 11:04 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.185 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Nachtrag zur Remake-Welle - und mir einen eigenen Kommentar wert:

Seit heute läuft auf Netflix ein Remake von Jin Roh unter dem Titel "Ilang the Wolf Brigade"

Mal schauen, das könnte wirklich was sein, da ich von Jee-Won Kim bisher eigentlich nie enttäuscht wurde

Dünyayi Kurtaran Adam
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MobyDick : : Moviejones-Fan
19.10.2018 10:31 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.185 | Reviews: 30 | Hüte: 184

luhp und silencio:

Da hat silencio recht, ich hatte die derzeitige Remake-Welle angesprochen, und außer Departed und mit Abstrichen Ring sehe ich da kein gelungenes asiatisches Remake auf weiter Flur. Selbst ein Spike Lee ist kläglich gescheitert. Und Ghost in the Shell ist eher höchstens Durchschnitt wenn man es mit dem Original vergleicht. Und genau darum geht es mir ja, das Remake sollte immer auf eigenenen Beinen stehen können, neue Facetten eröffnen oder zumindest die Story irgendwie originalgetreu wiedergeben und nicht weichwaschen.

Würde man tatsächlich alle Remakes der letzten Jahre durchforsten gäbe es sichherlich noch den einen oder anderen Regisseur, aber selbst dafür muss man schon lange suchen:

"Insomnia" von Nolan war wirklich gut und hat dem Original einige neue Facetten hinzugefügt

"Let Me In" von Reeves war ebenfalls brauchbar

"Vanilla Sky" von Crowe war zwar gut, aber hat gegen das Original schon derbe abgestunken, daher eine bedingte Empfehlung

Finchers Verfilmung der Lisbeth Salander empfinde ich auch zweischneidig, da sie mir da schon deutlich weniger eigenständig rüberkam als Rapace.

"Todeszug nach Yuma" von Mangold ist zwar wirklich gut, aber Mangold hat sich eigentlich bisher nur als Westernregisseur hervortun können

"Die Ladykillers" von den Coens ist zwar jetzt kein Massstab, aber die beiden können zumindest was

Bleiben halt nicht viele übrig (Namen wie Aja, Snyder, Mingella, Pardilla lasse ich mal außen vor)

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
18.10.2018 22:01 Uhr
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Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 904 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Klar, man könnte versuchen, Zombie-Leone einen Film drehen zu lassen, aber das wird wahrscheinlich nicht klappen. Moby ging es da wahrscheinlich um aktuell noch arbeitende Regisseure, die jetzt ein "Audtion"-Remake drehen könnten. ;)

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luhp92 : : BOTman Begins
18.10.2018 21:58 Uhr | Editiert am 18.10.2018 - 21:59 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.443 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@MobyDick
"Und Scorsese war halt der einzige Regisseur, der mir spontan einfiel, der ein halbwegs brauchbares Remake eines asiatischen Klassikers drehen konnte"

Erstaunlich, dass du da jetzt nicht "Die glorreichen Sieben" oder "Für eine Handvoll Dollar" nennst! Oder schlichtweg vergessen?^^

Ich halte folgende Remakes bzw. Neuverfilmungen für mindestens ok bis gut:

- The Departed
- Death Note
- Antarctica
- Für eine Handvoll Dollar
- Ghost in the Shell
- Godzilla (1998)
- Godzilla (2014)
- Die glorreichen Sieben (1960)
- The Ring

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
18.10.2018 17:09 Uhr | Editiert am 18.10.2018 - 17:10 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.185 | Reviews: 30 | Hüte: 184

eli4s

Ich finde Audition auch perfekt wie er ist, aber würde mich nicht darüber ärgern, wenn es ein gutes Remake davon gäbe. Denn ich finde, dass ein westliches Remake durchaus möglich wäre, der auch seinen Platz im Mainstream finden kann. Allerdings mit den richtigen Leuten hinter der Kamera.

Und Scorsese war halt der einzige Regisseur, der mir spontan einfiel, der ein halbwegs brauchbares Remake eines asiatischen Klassikers drehen konnte, wo man nicht ständig lachend in eine Kreissäge laufen musste ob der schlechten Qualität: Departed.

Und um der ganzen Sache die Krone aufzusetzen hat er ja auch noch den Oscar für das beste Original-Drehbuch und Film oder so gewonnen...

Dass sein Stil nicht unbedingt mit Miike harmonierbar sein kann ist möglich, aber der Mann ist trotz seines hohen Alters noch immer was ikonographische Umsetzungen angeht, erste Sahne!

Edit: Gut, ein Verbinski fällt mir auch noch ein, aber dem traue ich sowas noch weniger zu

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
18.10.2018 12:04 Uhr | Editiert am 18.10.2018 - 12:06 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.443 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@eli4s
"Insbesondere nicht, dass Haneke zu sehr gehyped wird."

Das würde ich auch nicht sagen, dafür ist er zu wenig im Mainstream verankert sondern an sich nur beim Szene- und Awardpublikum bekannt (Cannes, Academy).

"der Film sei letztendlich nicht anders als die Horrorfilme, die er kritisiert."

Das stimmt. Haneke versteht unter Voyeurismus hier meiner Einschätzung nach das Zeigen von Gewalt und da wählt er natürlich einen ganz anderes Weg. Gewalt geschieht hier an sich nur abseits der Kamera im Off, was zudem Einiges zur intensiven, beklemmenden Atmosphäre beiträgt. Dennoch lässt er außen vor, dass das exzessive Zeigen von Leid auch voyeuristisch ist bzw. sein kann (vor Allem Alejandro G. Iñárritu wird dafür ja häufig kritisiert).

"Dass der Mörder vor dem Publikum seine Gewalt legitimieren will, sehe ich nicht so. Vielmehr spiegelt er doch eher den Zuschauer und spielt fast schon satirisch auf dessen Erwartungshaltung an."

Letzeres stimmt ebenfalls und würde ich auch als Stärke empfinden, wenn es nicht so plakativ umgesetzt worden wäre. Was mich hier speziell stört, ist einer der letzten Szenen (die im Boot), in der Paul meint, dass eben genau solche Erwartungshaltungen und filmische Gewalt zu realer Gewalt im echten Leben führen. Analog dazu die Diskussion um die "bösen Killerspiele" im Zusammenhang mit Amokläufen.

"sondern will dem Zuschauer ja die Grausamkeit und eben jene Banalität aufzeigen und ihm durch die extreme Herangehensweise eintrichtern, dass das nichts mit Unterhaltung zu tun hat. Ich denke, er will dem Zuschauer genau solche Filme vermiesen und stellt genau die Frage, was das eigentlich soll"

Genau das war anscheinend Hanekes Intention, laut Wikipedia steht das so im Presseheft zum Film. Und sicherlich eine Antwort auf die Popularität von "Pulp Fiction" und ähnlich gelagerten Filmen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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eli4s : : Moviejones-Fan
17.10.2018 20:14 Uhr | Editiert am 17.10.2018 - 20:15 Uhr
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Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.921 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@Mobydick

"Aber ich bleibe dabei, im Grunde genommen macht er genau das, was er uns als Voyeur ja vorhält"

ich verstehe schon deine/eure Kritik und ich denke, den Punkt kann man sicher auch machen. Nur denke ich, dass der Film sich dennoch von anderen Horrorfilmen abhebt und auch ein anderes Ziel verfolgt. Haneke macht das ja nicht zum "Thrill", sondern will dem Zuschauer ja die Grausamkeit und eben jene Banalität aufzeigen und ihm durch die extreme Herangehensweise eintrichtern, dass das nichts mit Unterhaltung zu tun hat. Ich denke, er will dem Zuschauer genau solche Filme vermiesen und stellt genau die Frage, was das eigentlich soll. Ich denke auch, dass sein Ansatz nicht unproblematisch ist, aber ich wollte nur differenzieren, dass die Intention des Films meines Erachtens auf jeden Fall eine deutlich andere ist, auch wenn er "im Grunde dieselben Elemente nutzt". Und dass Haneke sehr genau weiß, was er da tut und eben nicht so "im Vorbeigehen" etwas in Kauf nimmt. Und natürlich gibt es dafür auch keine Erklärung. Haneke will ja die Gewalt gerade NICHT legitmieren.

(Und ich denke, für einige seiner anderen Filme erntet er seine Lorbeeren durchaus zurecht)

Ich habe das Gespräch rund um das Audition Remake schon gesehen. Kann man drüber nachdenken, wobei ich die Miike Version so wie sie ist gut finde. Und ob Scorsese da der richtige Mann wäre, wage ich eher zu bezweifeln smile...

Gruß

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MobyDick : : Moviejones-Fan
17.10.2018 09:44 Uhr
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Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.185 | Reviews: 30 | Hüte: 184

eli4s

Interessanterweise führe ich gerade diese Diskussion zweigleisig - drüben bei "Get Out" wäre dann Gleis 2. Dort habe ich auch etwas ausführlicher meine Meinung zu Haneke und Funny Games dargelegt. Nur kurz: Ich finde Haneke schon durchaus einen begabten Filmemacher, also bitte nicht falsch verstehen, der auch gute bis sehr gute Filme dreht und dann auch deutlich besser den richtigen Ton trifft als jetzt bei Funny Games. Aber ich bleibe dabei, im Grunde genommen macht er genau das, was er uns als Voyeur ja vorhält: Er dreht einen astreinen und lupenreinen Horrorfilm, ohne Schnick oder schnack. Und zwar Horrorfilm im wahrsten Sinne des Wortes: Läßt den Zuschauer mit einem äußerst flauen Gefühl im Magen zurück, zerstört einfach so im Vorbeigehen ganze Existenzen, die augenscheinlich in geordneten Bahnen verliefen, ohne eine wirkliche Erklärung dafür abliefern zu müssen, und er muss dafür nicht mal auf Jump Scares oder Splatter setzen. Das ist perfekter alltäglicher Horror, der dem normalen mehr zusetzt, da es realer fassbar ist. Aber unabhängig davon ist es Horror. So banal empfinde ich es. Und dann wird der gute Mann einfach zu sehr in den Himmel gelobt.

Das ist immer auch eine Rezeptionsfrage: Dich spricht er wahrscheinlich deutlich stärker an, mich dafür weniger. Da ist mir wie drüben auch schon erwähnt ein Audition deutlich lieber, da in meinen Augen ein massentauglicherer Aufbau mit einem normalen Spannungsaufbau und einem Ende, das einerseits von vielen diskutiert wird, aber auch falsch diskutiert wird. Denn der deutlich feministische Aspekt, das Treten in die männlichen Weichteile für den patriarchischen verlogenen Umgang mit der Frau, der hier angeklagt wird, ist sehr deutlich wahrnembar, geht aber in der Sintflut der "Heulsusen", die den Film vorzeitig verlassen und wegen dem Gore nicht mitbekommen einfach fast unter, so dass Audition einfach nicht so belehrend rüber kommt, wie die Filme von Haneke, aber trotzdem ganz klar seine Message hat.

Aber wie gesagt alles Rezeptionssache und auch eine Frage des Geschmacks.

Dünyayi Kurtaran Adam
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eli4s : : Moviejones-Fan
16.10.2018 19:10 Uhr
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Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.921 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@luph92/Moby

Ich habe den Film lange nicht gesehen, würde ich aber beiden nicht so zustimmen.

Insbesondere nicht, dass Haneke zu sehr gehyped wird. Ich denke, er ist ein sehr wichtiger Regisseur, der stets wichtige gesellschaftliche Themen anspricht. In Funny Games, der sicher nicht sein bester ist, zugegebenermaßen nicht sehr subtil. Ich denke, das ist auch das Hauptproblem des Films. Hier wirkt er doch sehr belehrend mit dem erhobenen Zeigefinger von oben auf das Publikum herab predigend.
Das Extreme sowohl in Bild und Ton sehe ich da eher als ein Versuch, alle Register so sehr hochzufahren, um die Zuschauer, die normalerweise "solche" Filme gern konsumiert zu irritieren.

Ich denke auch, dass es zu kurz greift, der Film sei letztendlich nicht anders als die Horrorfilme, die er kritisiert. Natürlich zeigt er auch viel Brutalität - tut das aber inszenatorisch durchaus anders als gängige Filme dieser Genres. Haneke hat da schon eine ganz eigene Bildsprache und bringt das Grauen meiner Ansicht nach auch mit deutlich anderem Gestus rüber und ist sehr viel unangenehmer, als besagte Filme.

Nimmt sich ganz bewusst diese lange Zeit am Ende, um den Zuschauer in dem Moment gefangen zu halten, um der Situation nicht gleich zu entkommen und um darüber nachzudenken, was er da nun gesehen hat und was er dabei empfunden hat.

Dass der Mörder vor dem Publikum seine Gewalt legitimieren will, sehe ich nicht so. Vielmehr spiegelt er doch eher den Zuschauer und spielt fast schon satirisch auf dessen Erwartungshaltung an. Mit dem Eingriff in den Film gegen Ende nimmt er dann dem Zuschauer offenkundig die erhoffte Katharsis oder Rache an den Bösewichten.

Ob das alles so funktioniert, kann man natürlich diskutieren, aber ich denke, Haneke hat da schon ein ganz klares Konzept, das ich jetzt nicht einfach mit "normalen" Horrorfilmen in eine Reihe stellen würde.

Ich denke, Haneke will vorallem erreichen, dass sich die Zuschauer bei seinem Film schlecht fühlen - bei mir hats auf jeden Fall geklappt^^...

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luhp92 : : BOTman Begins
16.10.2018 18:31 Uhr | Editiert am 16.10.2018 - 18:44 Uhr
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Moviejones möge mir verzeihen und versteht es hoffentlich nicht als unlauteres Mittel zur Punktegenerierung, ich habe den Text nun tatsächlich (wie schon bei "The Running Man") nachträglich als Kritik veröffentlicht^^


@MobyDick

Von Haneke kenne ich abseits von "Funny Games" bisher nur "Liebe", der mir aber auch nicht sonderlich gefallen hat. Für einen Film über Liebe empfand ich den als ziemlich lieblos und emotional kalt.

Auch wenn mir das österreichische Original nun nicht zusagte, würde mich "Funny Games U.S." wegen Naomi Watts, Tim Roth und Michael Pitt eventuell dennoch reizen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
16.10.2018 16:19 Uhr
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luhp:

Da hättest du auch eine eigene Kritik zu schreiben können wink

Mit deiner Analyse rennst du bei mir offene Türen ein, auch ich finde Haneke einfach zu sehr gehyped, vor allem seine beiden Funny Games. Klar, er weiss was er inszeniert. Klar, sein Film ist eine direkte Antwort auf das Home-Invasion-Genre und solcher Thriller, wie sie tagtäglich gedreht werden. Aber seine Anklage geht ziemlich derbe unter, gerade weil er sich tatsächlich am Leid seiner Protagonisten so weidet. Dass das Leben kein Hollywoodfilm ist, und dass es für manches keine wirkliche Erklärung gibt, dafür muss es dann doch nicht so offensichtlich und plump und exzessiv zelebriert werden, wie es Haneke hier tut. Alles in allem würde ich vielleicht einen halben Hut mehr geben und diverse Fans dieser Werke dafür beglückwünschen, dass sie einen Auteur-Home-Invasion-Film als Arthouse abfeiern :-)

Dünyayi Kurtaran Adam
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luhp92 : : BOTman Begins
16.10.2018 15:52 Uhr | Editiert am 16.10.2018 - 19:22 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.443 | Reviews: 142 | Hüte: 332

"Funny Games" erscheint mir wie der Film eines alten Mannes, der die "Jugend von heute" nicht mehr versteht und sie für ihre Verkommenheit kritisieren möchte. Kritisieren kann man sicherlich Einiges an der Jugend, nur geht Haneke da meiner Meinung nach in die vollkommen falsche Richtung.

Auf der einen Seite positioniert Haneke eine friedliebende, wohlsituierte und kultivierte Familie, die mit ihrem Boot zum Privathaus am See fährt und währenddessen Klassikmusik hört. Auf der anderen Seite befinden sich zwei junge, ca. 25 Jahre alte Männer, die ebenfalls als freundlich und kultiviert porträtiert werden, was sich aber schnell als oberflächlicher Schein und Schauspiel entpuppt. In Wahrheit handelt es sich bei den beiden um sadistische Serienmörder, deren Schlechtigkeit Haneke im Konsumieren von Gewaltfilmen und Metalmusik verortet. Da hätte nur noch gefehlt, wenn die beiden Männer auch noch Egoshooter spielen würden.

Einer der beiden Mörder durchbricht während des Films des Öfteren mit wissendem Blick die vierte Wand, um den Zuschauer miteinzubeziehen und um vor ihm seine Taten zu legitimieren. An einer Stelle greift er sogar aktiv in den Filmverlauf ein und verändert ihn zu seinen Gunsten, aus filmischer Gewalt ergibt sich zwangsweise weitere Gewalt, gefolgt vom kulturellen Untergang - hier in Form der dreiköpfigen Familie. Allgemein können solche "4. Wand"-Szenen hilfreich sein, hier empfand ich sie jedoch als stupide und an Plakativität nicht zu überbieten.

Darüberhinaus möchte Haneke den Voyeurismus von Gewalt- und Horrorfilmen kritisieren, bedient sich schließlich aber der gleichen Mittel und wird zum Voyeur, indem er das Leid seiner Protagonisten genauestens dokumentiert. Fraglicher Höhepunkt dessen ist eine minutenlange "Standbild"-Aufnahme eines der Opfer, nachdem es umgebracht wurde.

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Abseits davon lohnt sich "Funny Games" dennoch als hochwertiger Home-Invasion-Film mit intensiver, unangenehmer Horroratmosphäre.und überragendem Schauspiel. Ulrich Mühe und Susanne Lothar als Ehepaar und Eltern sowie Arno Frisch als einer der Mörder, bei dem es erstaunlich ist, dass ihm danach nie der Durchbruch gelang. Womöglich fehlte ihm da einfach das Glück eines Christoph Waltz’. Aufgrund dieser Stärken vergebe ich noch 4/10 Punkten.

Meine Bewertung
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- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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